New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten Indizes an der Wall Street zeigen sich im frühen Freitaghandel mit leichten Abschlägen. Die endgültige Schätzung zum US-BIP-Wachstum im ersten Quartal fiel etwas besser aus als erwartet. Die Auftragseingänge langlebiger Güter waren ebenfalls besser als prognostiziert. Allerdings belasten gleichzeitig auch Sorgen im Zusammenhang mit italienischen Banken, die heute an der Mailänder Börse teilweise eine Zeit lang vom Handel ausgesetzt wurden. Der Dow Jones verliert derzeit 0,19 Prozent auf 12.027,52 Punkte, während sich der NASDAQ Composite um 0,24 Prozent auf 2.680,31 Punkte verschlechtert. Der S&P 500 fällt 0,10 Prozent auf 1.282,22 Punkte.
Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im ersten Quartal 2011 nach der endgültigen Schätzung des US-Handelsministeriums mit abgebremstem Tempo angewachsen. Die vorläufigen Angaben wurden aber nach oben korrigiert. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,9 Prozent, während vorläufig ein schwächeres Plus von 1,8 Prozent gemeldet worden war. Volkswirte hatten einen BIP-Anstieg um 1,8 Prozent prognostiziert. Ferner ist der Auftragseingang langlebiger Güter im Mai 2011 angewachsen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um 1,9 Prozent über dem Vormonatsniveau, während Volkswirte nur eine Zunahme um 1,5 Prozent prognostiziert hatten. Für April war ein Minus von revidiert 2,7 (vorläufig: 3,6) Prozent ermittelt worden. In Kürze steht noch die Verbraucherstimmung Uni Michigan für Juni zur Veröffentlichung an.
Bereits gestern nach Börsenschluss gab es einige hochinteressante Quartalsausweise, wobei die Zahlen von Oracle mit Sicherheit im Zentrum des Interesses der Investoren standen. Oracle konnte im vierten Fiskalquartal 2010/11 deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn verbuchen und die Analystenerwartungen übertreffen. Der Umsatz erhöhte sich um 13 Prozent auf 10,78 Mrd. US-Dollar. Analysen hatten lediglich mit 10,75 Mrd. US-Dollar gerechnet. Indes belief sich der Nettogewinn auf 3,2 Mrd. US-Dollar bzw. 62 Cents je Aktie, nach zuvor 2,4 Mrd. US-Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte lag das Ergebnis bei 75 Cents je Aktie und übertraf damit ebenfalls die Analystenschätzungen von 71 Cents je Aktie. Für das laufende erste Fiskalquartal 2011/12 gehen Analysten von Umsatzerlösen in Höhe von 8,28 Mrd. US-Dollar und einem Gewinn von 46 Cents je Aktie aus. Allerdings enttäuschte der Konzern bei den Hardware-Verkäufen. Der Titel verliert daraufhin 3,5 Prozent an Wert. Für eine Enttäuschung sorgte auch der Speicherchip-Hersteller Micron Technology . So verzeichnete man im dritten Geschäftsquartal 2010/11 einen Gewinneinbruch und verfehlte die Analystenerwartungen. Der Nettogewinn schrumpfte von 939 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 75 Mio. US-Dollar bzw. 7 Cents je Aktie zusammen, während Analysten mit einem EPS von 16 Cents gerechnet hatten. Beim Umsatz wurden die Erwartungen ebenfalls verfehlt. Die Aktie bricht zurzeit um 10,9 Prozent ein.
Kaum besser fiel der Quartalsausweis von H&R Block (H&R Block) aus. Im ersten Fiskalquartal 2011/12 waren Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Auch hier wurden damit die Gewinnerwartungen verfehlt. Der Anteilsschein des auf Steuerberatungs-Dienstleistungen spezialisierten Konzerns verbessert sich dennoch um 2 Prozent. Überzeugende Zahlen veröffentlichte hingegen TIBCO Software . So wurden Umsatz und Gewinn im zweiten Geschäftsquartal 2010/11 deutlich gesteigert. Die Erwartungen der Analysten wurden geschlagen. Der Titel rückt um 2,7 Prozent vor. Schließlich verteuern sich die Anteilsscheine von Accenture um 2,2 Prozent. Der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister hat seinem Gewinn im dritten Quartal deutlich erhöht. Dabei profitierte man von Marktanteilsgewinnen und einer starken Nachfrage nach den Services. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Zudem wurde die Jahresprognose angehoben.
Einen Auftrag konnte heute Alcoa verbuchen. Der Aluminiumhersteller und Airbus, eine Tochter von EADS , haben demnach ein mehrjähriges Lieferabkommen geschlossen, nach dem Alcoa den europäischen Flugzeugbauer mit Aluminiumprodukten versorgen wird. Das Volumen des Auftrags, der im Rahmen der diesjährigen Paris Air Show erteilt wurde, beläuft sich über die gesamte Laufzeit auf rund 1 Mrd. US-Dollar. Die Aktie von Alcoa verbessert sich daraufhin um 1,3 Prozent. (24.06.2011/ac/n/m)