New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Börsen notieren im frühen Dienstaghandel in der Verlustzone. Die europäische Schuldenkrise bleibt weiter ein Belastungsfaktor am Markt. Die mittlerweile auf Hochtouren laufende US-Berichtssaison fiel am heutigen Tag bislang gemischt aus und konnte nicht nachhaltig zur Stimmungsverbesserung beitragen. Der Dow Jones verschlechtert sich um 0,37 Prozent auf 11.355,00 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,19 Prozent auf 2.610,07 Zähler fällt. Der S&P 500 gibt um 0,07 Prozent auf 1.199,99 Punkte nach.
Die amerikanischen Erzeugerpreise haben sich im September 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums erhöht. Binnen Monatsfrist stiegen die Preise um 0,8 Prozent. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise kletterten die Preise in der Kernrate um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten im Vorfeld eine Preissteigerung von 0,2 bzw. 0,1 Prozent prognostiziert. Im August waren die Erzeugerpreise im Vormonatsvergleich unverändert geblieben. Für die Kernrate war im August ein Plus von 0,1 Prozent verbucht worden. In Kürze wird noch der NAHB/WF Hausmarktindex für Oktober bekannt gegeben.
Die bereits gestern nach Börsenschluss bekannt gegebenen Drittquartalszahlen des Technologiekonzerns IBM werden heute mit Enttäuschung aufgenommen. Der Gewinn wurde aufgrund der guten Entwicklung in allen Bereichen stärker als erwartet gesteigert. Zudem wurde die Gewinnprognose für das Gesamtjahr erneut leicht angehoben. Die Umsatzentwicklung enttäuschte jedoch. Der Nettogewinn belief sich auf 3,84 Mrd. US-Dollar bzw. 3,19 US-Dollar je Aktie, nach 3,59 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte operative EPS wurde mit 3,28 US-Dollar angegeben. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 26,16 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,22 US-Dollar und einem Umsatz von 26,25 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Für das Gesamtjahr 2011 erwartet IBM nun ein Ergebnis von mindestens 13,35 US-Dollar je Aktie. Zuvor hatte IBM 13,25 US-Dollar je Aktie prognostiziert. Analysten erwarten derzeit ein EPS in Höhe von 13,31 US-Dollar. Der Titel gibt um 4,7 Prozent nach. Daneben verbessern sich die Aktien von Stanley Black & Decker (Stanley BlackDecker) um 4,6 Prozent. Der Werkzeughersteller hat im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnzuwachs erzielt und auf bereinigter Basis die Erwartungen übertroffen. Allerdings wurde der Ausblick nach unten korrigiert.
Am heutigen Handelstag stehen ferner insbesondere die Quartalsbilanzen von Bank of America, Goldman Sachs und Coca-Cola im Fokus der Investoren. Für eine positive Überraschung sorgte die Bank of America . So konnte die Bank im dritten Quartal angesichts eines Einmalertrags in Zusammenhang mit einer bilanziellen Anpassung und Erlösen aus Asset-Verkäufen nach einem massiven Verlust im Vorjahr nun einen milliardenschweren Gewinn erwirtschaften. Der Nettogewinn belief sich auf 5,89 Mrd. US-Dollar bzw. 56 Cents pro Aktie, nach einem Verlust von 7,65 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Dabei war das Vorjahresergebnis durch eine Goodwill-Abschreibung in Höhe von 10,4 Mrd. US-Dollar belastet. Der Umsatz erhöhte sich von 26,70 Mrd. US-Dollar auf 28,45 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 20 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 25,95 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Das Papier legt um 4 Prozent zu. Gleichzeitig ist Goldman Sachs im dritten Quartal überraschend deutlich in die Verlustzone gerutscht. Der Umsatz sank im Berichtszeitraum von 8,90 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf 3,59 Mrd. US-Dollar. Dabei hatte man u.a. unter der Flaute im Investment Banking zu leiden. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Verlust von 393 Mio. US-Dollar bzw. 84 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 1,90 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor einen Verlust von 15 Cents je Aktie sowie einen Umsatz von 4,59 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Aktie verbessert sich um 2,5 Prozent. Daneben geht es für State Street um 5,3 Prozent nach oben. Der Finanzdienstleister steigerte im dritten Quartal seinen Gewinn. Die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen.
Coca-Cola erzielte im dritten Quartal dank einer Nachfragesteigerung in Nordamerika und im internationalen Geschäft eine Gewinnverbesserung. Der Umsatz stieg um 45 Prozent auf 12,25 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich von 2,06 Mrd. US-Dollar auf nun 2,22 Mrd. US-Dollar bzw. 95 Cents je Aktie. Auf vergleichbarer Basis betrug das EPS 1,03 US-Dollar. Analysten hatten ein EPS von 1,02 US-Dollar sowie einen Umsatz von 12,02 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Anteilsscheine des Softdrink-Herstellers geben um 0,4 Prozent nach.
UnitedHealth Group (UnitedHealth Group) brechen um 6,6 Prozent ein, nachdem der Krankenversicherer im dritten Quartal einen Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt hat. Die Erwartungen wurden klar übertroffen. Zudem wurde die Jahresprognose angehoben. Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) musste derweil im dritten Quartal einen geringeren Gewinn ausweisen. Auf bereinigter Basis wurden allerdings die Schätzungen der Analysten geschlagen. Zudem wurde die EPS-Prognose für das Gesamtjahr leicht erhöht. Die Papiere des Mischkonzerns legen um 0,2 Prozent zu. EMC verbesserte im dritten Quartal seinen Gewinn. Der Umsatz lag mit 4,98 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 4,21 Mrd. US-Dollar. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter ein Anstieg auf 605,6 Mio. US-Dollar bzw. 27 Cents je Aktie ausgewiesen, nach 472,5 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Gewinn bei 37 Cents je Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 36 Cents bei Umsatzerlösen von 4,91 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Papiere des Speicher- und Technologiekonzerns verteuern sich um 3,8 Prozent.
Indes überraschte Omnicom Group mit seinen Zahlen zum dritten Quartal positiv. So wurden bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aktie des Werbekonzerns rückt um 0,3 Prozent vor. Harley-Davidson fahren schließlich mit einem Abschlag von 6,8 Prozent hinterher. Der Motorradhersteller steigerte im dritten Quartal Umsatz und Gewinn. Gewinnseitig wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Allerdings wurde die Prognose für die Bruttomarge im vierten Quartal etwas gesenkt. Nachbörslich werden heute noch mit Spannung die Quartalsbilanzen von Intel und Yahoo! erwartet. (18.10.2011/ac/n/m)