New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem die amerikanischen Börsen gestern mit leichten Aufschlägen geschlossen hatten, weisen sie zu Handelsbeginn am Dienstag vor dem Hintergrund der starken Zahlen von IBM von gestern und der heutigen guten Ergebnisse von u.a. Goldman Sachs und Johnson & Johnson grüne Vorzeichen auf. Der Dow Jones Industrial Average gewinnt - angesichts fehlender Impulse aus Tokio - kurz nach Handelsstart 0,15 Prozent auf 11.108,52 Zähler. Der S&P 500 steigt um 0,46 Prozent auf 1.202,98 Zähler. Der Nasdaq Composite wiederum legt um 0,29 Prozent auf 2.487,26 Punkte zu. Wichtige Konjunkturdaten gab es heute keine.
Die US-Märkte profitieren heute vor allem von eine Reihe guter Quartalszahlen, allen voran bei der unter Betrugsverdacht stehenden Großbank Goldman Sachs (Goldman Sachs Group). Das Institut, bei dem jetzt auch die britische Finanzaufsicht ermittelt, meldete heute, dass es seinen Gewinn im ersten Quartal verdoppeln konnte, was vor allem auf eine starke Entwicklung im Investment Banking sowie in der Sparte FICC zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden dabei klar geschlagen. Der Nettogewinn belief sich demnach auf knapp 3,3 Mrd. Dollar bzw. 5,59 Dollar pro Aktie, gegenüber einem Gewinn von 1,66 Mrd. Dollar bzw. 3,39 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz nahm von 9,43 Mrd. Dollar auf 12,78 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 4,01 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 11,16 Mrd. Dollar ausgegangen. Derzeit gewinnt das Papier von Goldman Sachs 0,2 Prozent.
Bereits gestern nach Börsenschluss gab der Technologiekonzern IBM (International Business Machines) bekannt, dass er seinen Gewinn im ersten Quartal um 13 Prozent steigern konnte, womit die Erwartungen geschlagen wurden. Zudem wurde die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Umsatz im ersten Quartal um 5 Prozent auf 22,9 Mrd. Dollar, nach 21,7 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg auf 2,6 Mrd. Dollar bzw. 1,97 Dollar je Aktie, nachdem der Konzern im Vorjahresquartal einen Nettogewinn von 2,3 Mrd. Dollar bzw. 1,70 Dollar je Aktie erwirtschaftet hatte. Im Vorfeld hatten die Analystenschätzungen bei einem EPS von 1,93 Dollar sowie einem Umsatz von 22,75 Mrd. Dollar gelegen. Für das Jahr 2010 rechnet IBM nun mit einem EPS von mindestens 11,20 Dollar, nachdem bislang ein EPS von 11,00 Dollar in Aussicht gestellt worden war. Die Analystenschätzungen für 2010 liegen derzeit bei einem EPS von 11,12 Dollar und einem Umsatz von 99,65 Mrd. Dollar. IBM-Aktien verlieren aktuell trotz der guten Zahlen 2,6 Prozent.
Der weltgrößte Softdrink-Hersteller Coca-Cola (The Coca-Cola) verbuchte im ersten Quartal einen Ergebnisanstieg und übertraf die dabei die Erwartungen, wobei die Umsatzschätzungen verfehlt wurden. Wie der Konzern heute mitteilte, lag der Umsatz im Berichtszeitraum bei 7,53 Mrd. Dollar, nach 7,17 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Beim Nettoergebnis nach Anteilen Dritter wurde ein Gewinn von 1,61 Mrd. Dollar bzw. 69 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 1,35 Mrd. Dollar bzw. 58 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Vor Einmaleffekten lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 80 Cents. Insgesamt habe man von einem deutlichen Absatzanstieg in vielen Regionen wie etwa den Emerging Markets in Asien und Indien profitieren können, so der Konzern. Analysten hatten zuvor ein EPS von 75 Cents sowie einen Umsatz von 7,72 Mrd. Dollar erwartet. Titel von Coca-Cola tendieren kurz nach Handelsbeginn um 0,4 Prozent schwächer.
Mit Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) verkündete heute ein weiteres Schwergewicht starke Zahlen für das abgelaufene Vierteljahr. Der Mischkonzern konnte demnach im ersten Quartal 2010 ein Umsatz- und Gewinnwachstum erreichen. Wie der hauptsächlich auf Konsumgüter und Medizintechnik spezialisierte Konzern erklärte, wuchs der Umsatz um 4 Prozent auf 15,63 Mrd. Dollar. Gleichzeitig kletterte der Nettogewinn um 29,1 Prozent von 3,51 Mrd. Dollar bzw. 1,26 Dollar je Aktie auf nun 4,53 Mrd. Dollar bzw. 1,62 Dollar. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EPS 1,29 Dollar. Analysten hatten zuvor nur ein EPS von 1,27 Dollar sowie einen Umsatz von 15,62 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr hat der Konzern seine Ergebnisprognose indes leicht zurückgenommen und rechnet nun mit einem EPS von 4,80 bis 4,90 Dollar (zuvor: 4,85 bis 4,95 Dollar). Anteilsscheine des Konzerns zeigen sich momentan nahezu unverändert.
Die Fluglinie Delta Air Lines meldete heute einen geringeren Verlust im ersten Quartal. Demnach verbesserten sich die Umsatzerlöse auf 6,85 Mrd. Dollar, nach 6,68 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum, was einem Plus von 2 Prozent entspricht. Dabei verbesserte sich der Passagierumsatz um 4 Prozent. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 256 Mio. Dollar bzw. 31 Cents je Aktie ausgewiesen, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Nettoverlust von 794 Mio. Dollar bzw. 967 Cents je Aktie ausgewiesen hatte. Vor Einmalbelastungen lag der bereinigte Verlust je Aktie im Berichtszeitraum bei 23 Cents. Analysten hatten zuvor einen Verlust von 23 Cents je Aktie sowie einen Umsatz von 7,01 Mrd. Dollar erwartet. Die Aktie von Delta zieht aktuell um 0,8 Prozent an.
Ansonsten konnten heute noch die UnitedHealth Group sowie die Omnicom Group mit ihren Quartalzahlen überzeugen. UnitedHealth, einer der größten Krankenversicherer in den USA, gab bekannt, dass er seinen Gewinn im ersten Quartal gesteigert hat, was u.a. auf ein starkes Mitgliederwachstum zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden klar übertroffen. Zudem wurde der Ausblick angehoben. Indes erklärte der größte Werbekonzern der Welt, dass er im ersten Quartal einen Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt hat. Die Erwartungen wurden dabei ebenfalls geschlagen. Daneben meldete die Bank of New York Mellon , dass ihr Gewinn im ersten Quartal deutlich gestiegen ist, was mit geringeren Rückstellungen für Kreditausfälle sowie mit Sonderbelastungen im Vorjahr zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Die UnitedHealth-Aktie gewinnt aktuell 0,7 Prozent, die von Omnicom 5,7 Prozent. Anteilsscheine der Bank of New York geben 0,4 Prozent ab. (20.04.2010/ac/n/m)