New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Indizes schalten auch im frühen Mittwochhandel wieder den Rückwärtsgang ein. Die bisher veröffentlichten US-Konjunkturdaten fielen gemischt aus. Aus Europa und China kamen unterdessen konjunkturseitig eher schlechte Nachrichten. Der Dow Jones verschlechtert sich um 1,04 Prozent auf 11.374,67 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,96 Prozent auf 2.497,05 Zähler fällt. Der S&P 500 gibt um 1,13 Prozent nach auf 1.174,65 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 19. November 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 2.000 auf 393.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 391.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 388.000 auf 391.000 nach oben korrigiert. Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte indes für die Woche zum 18. November 2011 einen saisonbereinigten Rückgang bei der Zahl der Hypothekenanträge. So verringerte sich der entsprechende Index um 1,2 Prozent. In der Vorwoche war hingegen ein Minus von 10,0 Prozent gemeldet worden. Im Einzelnen sank der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 4,0 Prozent, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 8,2 Prozent anzog.
Unterdessen ist der Auftragseingang langlebiger Güter im Oktober 2011 nach Angaben des US-Handelsministeriums erneut gesunken. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um 0,7 Prozent unter dem Vormonatsniveau, während Volkswirte eine Abnahme um 0,9 Prozent prognostiziert hatten. Für September war ein Minus von 1,5 Prozent ermittelt worden. Derweil sind die saisonbereinigten persönlichen Einkommen und Ausgaben im Oktober angewachsen. So erhöhten sich die persönlichen Einkommen um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonatsniveau, während im Vormonat ein Plus von 0,1 Prozent verbucht worden war. Ferner zogen die persönlichen Konsumausgaben um 0,1 Prozent an, während sie im Vormonat um 0,7 Prozent gestiegen waren. Volkswirte hatten im Vorfeld Zuwächse von 0,3 Prozent bei den Einkommen und 0,3 Prozent bei den Konsumausgaben prognostiziert. In Kürze werden ferner noch Daten zur Verbraucherstimmung Uni Michigan für November erwartet.
Für Aufsehen sorgte heute der Quartalsbericht von Deere (DeereCo (John Deere)). Der weltgrößte Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen hat im vierten Quartal angesichts eines starken Umsatzwachstums einen deutlich höheren Gewinn erzielt. Dabei profitierte der Konzern von einer kräftigen Nachfrage nach seinen Produkten. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 669,6 Mio. US-Dollar bzw. 1,62 US-Dollar pro Aktie, gegenüber 457,2 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz nahm derweil um 20 Prozent auf 8,61 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,43 US-Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 7,87 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS-Ergebnis von 1,26 US-Dollar bei Erlösen von 6,17 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Die Aktie verteuert sich um 4,4 Prozent.
Unterdessen geht es für Merck & Co. um 1,1 Prozent nach unten. Der Pharmakonzern muss in Zusammenhang mit der unzulässigen Vermarktung seines Schmerzmittels Vioxx eine Zahlung von fast 1 Mrd. US-Dollar leisten. Dies gab das US-Justizministerium bereits gestern bekannt. So hat der Konzern nun zugegeben, dass er sein Blockbuster-Medikament Vioxx, das im Jahr 2004 vom Markt genommen wurde, ab 1999 auch als Präparat gegen Gelenkrheumatismus verkauft hat, obwohl es in dieser Indikation nicht von der zuständigen Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (FDA) zugelassen war. Zur Beilegung von straf- und zivilrechtlichen Klagen hat sich Merck nun bereit erklärt, insgesamt 950 Mio. US-Dollar zu zahlen. Dabei beläuft sich die Höhe der Strafzahlung auf 321,6 Mio. US-Dollar, während zusätzlich 628,4 Mio. US-Dollar gezahlt werden, um Forderungen aus Zivilklagen zu begleichen.
Indes kann Western Digital die Festplatten-Sparte des japanischen Technologiekonzerns Hitachi übernehmen, muss jedoch Auflagen erfüllen. Wie die Europäische Kommission heute mitteilte, hat sie die geplante Übernahme des vor kurzem in Viviti Technologies umfirmierten Unternehmens Hitachi Global Storage Technology (HGST), einer Tochter von Hitachi Singapur, durch den US-Konkurrenten nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben. Die Genehmigung ist an die Auflage geknüpft, dass Western Digital wesentliche Produktionsanlagen für 3,5 Zoll Festplattenlaufwerke (HDD), u.a. eine Fertigungsstätte, veräußert und bestimmte begleitende Maßnahmen ergreift. Die Übernahme von Viviti darf erst vollzogen werden, wenn ein geeigneter Käufer gefunden ist, dem die Kommission zugestimmt hat. Die Aktie des Festplattenherstellers rückt um 0,9 Prozent vor. (23.11.2011/ac/n/m)