New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen notieren im frühen Freitaghandel im Minus. Das Sentiment wird dabei vor allem auch durch den negativ aufgenommenen Zahlenausweis der Großbank JPMorgan belastet. Zudem warten die Anleger gespannt auf die in Kürze anstehende Veröffentlichung der Daten zur Verbraucherstimmung. Der Dow Jones verliert 0,93 Prozent auf 12.354,62 Punkte, während der NASDAQ Composite 0,72 Prozent auf 2.705,10 Zähler fällt. Der S&P 500 gibt um 0,89 Prozent nach auf 1.283,96 Punkte.
Die US-Außenhandelspreise haben sich im Dezember 2011 nach Angaben des Arbeitsministeriums reduziert. So fielen die Ausfuhrpreise um 0,5 Prozent. Bereinigt um Agrargüter lagen die Exportpreise um 0,2 Prozent unter dem Vormonatsniveau, während sie im vorangegangenen Monat ebenfalls um 0,2 Prozent nachgegeben hatten. Die Einfuhrpreise verzeichneten einen Rückgang um 0,1 Prozent, gegenüber einer Preissteigerung um 0,8 Prozent im November. Ferner stiegen die um Ölimporte bereinigten Importpreise gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent, wogegen im November ein Minus von 0,2 Prozent gemeldet worden war. Unterdessen hat sich das Handelsbilanzdefizit nach Angaben des Handelsministeriums im November um 10,4 Prozent auf 47,8 Mrd. US-Dollar erhöht, während Volkswirte 44,0 Mrd. US-Dollar prognostiziert hatten. Im Oktober wurde ein Passivsaldo von revidiert 43,3 (vorläufig: 43,5) Mrd. US-Dollar verbucht. Hierbei sanken die Exporte binnen Monatsfrist von 179,4 Mrd. auf 177,8 Mrd. US-Dollar. Die Importe zogen von 222,6 Mrd. auf 225,6 Mrd. US-Dollar an. Konjunkturseitig werden in Kürze noch die Daten zur Verbraucherstimmung Uni Michigan für Januar erwartet.
Interessante Nachrichten gibt es heute aus dem Bankensektor. JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) musste im vierten Quartal trotz deutlich geringerer Rückstellungen für Kreditausfälle einen Rückgang des Gewinns um 23 Prozent verkraften. Zurückzuführen war dies unter anderem auf Sonderbelastungen in den Bereichen Investment Bank und Corporate. Die Erwartungen wurden jedoch erfüllt. Der Nettogewinn lag im vierten Quartal bei 3,73 Mrd. US-Dollar bzw. 90 Cents pro Aktie, nach 4,83 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich im Schlussquartal um 18 Prozent auf 21,47 Mrd. US-Dollar bzw. um 17 Prozent auf 22,2 Mrd. US-Dollar (Managed Basis). Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 90 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 23,00 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Die Aktie fällt um 3 Prozent.
Daneben geht es für Bank of America um 4,1 Prozent nach unten. Die Bankgesellschaft erwägt Presseangaben zufolge, sich aus einigen Teilen der USA zurückzuziehen, sollten sich ihre finanziellen Schwierigkeiten weiter vergrößern. Wie es in dem Bericht heißt, haben Führungskräfte des Kreditinstituts bereits im vergangenen Jahr einen möglichen Rückzug auf eine Liste von Notfallszenarien gesetzt und diese an die Federal Reserve übermittelt. So habe CEO Brian Moynihan die Liste, die einen potenziellen geografischen Rückzug umfasste, Mitte 2011 an Fed-Mitarbeiter übergeben. Wie es heißt, beinhaltete die Liste auch den möglichen Verkauf einer separaten Aktien-Klasse basierend auf der Performance der Merrill Lynch & Co., der Wertpapiersparte der Bank of America.
Aon verbilligen sich schließlich um 1,2 Prozent. Der Versicherungs-Broker verlegt seine Konzernzentrale von Chicago nach London. Den Angaben zufolge erhält Aon durch diesen Schritt einen größeren Zugang zu den Emerging Markets und kann besser von der strategischen Nähe zu Lloyd`s und der Londoner Börse als wichtiges internationales Drehkreuz für die Bereiche Insurance und Risk Brokerage profitieren. (13.01.2012/ac/n/m)