New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem die wichtigsten US-Indizes bereits gestern ihre anfänglichen Gewinne mehrheitlich nicht halten konnten, geht es im frühen Freitaghandel weiter nach unten. Dabei sorgen sich die Investoren um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit der USA. Zudem fiel das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal geringer aus als erwartet. Der Dow Jones verschlechtert sich um 1,09 Prozent auf 12.106,53 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,25 Prozent auf 2.731,72 Punkte nachgibt. Der S&P 500 verliert 1,20 Prozent auf 1.285,01 Punkte.
Die US-Wirtschaftsleistung ist im zweiten Quartal 2011 nach einer ersten Schätzung des US-Handelsministeriums mit beschleunigtem Tempo angewachsen. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,3 Prozent, während Volkswirte einen Anstieg um 1,7 Prozent prognostiziert hatten. Im Vorquartal hatte sich das BIP der weltweit stärksten Volkswirtschaft lediglich um 0,4 Prozent erhöht. Gleichzeitig hat sich der Anstieg der US-Arbeitskosten nach Angaben des Arbeitsministeriums im zweiten Quartal 2011 mit beschleunigtem Tempo fortgesetzt. Gegenüber dem Vorquartal wuchs der entsprechende Index in den USA um 0,7 Prozent an. Volkswirte waren nur von einer Kostensteigerung um 0,5 Prozent ausgegangen, nachdem der Index im ersten Quartal um 0,6 Prozent angezogen war. In Kürze werden zudem noch die Verbraucherstimmung Uni Michigan für Juli sowie der Einkaufsmanagerindex Chicago für Juni erwartet.
Die Berichtssaison läuft auf vollen Touren. So meldeten sich bereits gestern nach Börsenschluss wieder einige Hochkaräter zu Wort. Positiv aufgenommen wurde dabei der Zahlenausweis von MetLife . Der größte US-Lebensversicherer musste im zweiten Quartal aufgrund schwächerer Derivategewinne einen Gewinnrückgang hinnehmen. Angesichts der Erfolge im operativen Geschäft konnten die Erwartungen aber übertroffen werden. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 1,21 Mrd. US-Dollar bzw. 1,13 US-Dollar pro Aktie, nach 1,53 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Das operative Ergebnis lag bei 1,24 US-Dollar pro Aktie. Der Umsatz kletterte um 33 Prozent auf 16,89 Mrd. US-Dollar. Die Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,11 US-Dollar und einen Umsatz von 16,12 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Aktie rückt um 1,1 Prozent vor. Daneben geht es für den Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility Holdings um 2,6 Prozent nach unten. Das Unternehmen wies im zweiten Quartal einen Verlust aus. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch übertroffen. Der Ausblick indes enttäuschte. Indes schmecken die Anteilsscheine von Starbucks mit einem Abschlag von 1,3 Prozent den Anlegern heute im frühen Handel schlecht. Die Kaffeehauskette konnte im dritten Fiskalquartal 2010/11 dank gestiegener Umsätze den Gewinn unerwartet deutlich steigern. Schließlich verschlechtern sich Eastman Chemical (Eastman Chemical Company) deutlich um 6,4 Prozent, obwohl der zweitgrößte US-Chemiekonzern im zweiten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten konnte. Dabei wurden die Analystenerwartungen übertroffen.
Heute ging der muntere Zahlenreigen weiter. Dabei stehen insbesondere die Daten von Merck & Co. im Blick. Der Pharmakonzern verbesserte im zweiten Quartal seinen Umsatz von zuvor 11,35 Mrd. US-Dollar auf nun 12,15 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn lag bei 2,02 Mrd. US-Dollar bzw. 65 Cents je Aktie, nach 752 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der um Einmaleffekte bereinigte Nettogewinn betrug 95 Cents je Aktie. Neben der erfolgreichen Einführung neuer Produkte konnte Merck & Co im zweiten Quartal auch von den umgesetzten Kostensenkungen profitieren. Unter anderem verzeichnete der Konzern beim Asthma-Medikament Singulair sowie Remicade, einem Medikament zur Behandlung von Entzündungen, deutliche Absatzzuwächse. Analysten hatten zuvor ein EPS von 95 Cents bei Umsatzerlösen von 11,78 Mrd. US-Dollar erwartet. Ferner kündigte der Konzern einen weiteren Stellenabbau an. So sollen bis Ende des Jahres 2015 weitere 12 bis 13 Prozent der gesamten Konzernbelegschaft (Stand: 31.12.2009) abgebaut werden. Die Aktie gibt um 1,6 Prozent nach. Daneben verschlechtern sich Chevron um 0,6 Prozent. Der zweitgrößte US-Ölkonzern steigerte vor dem Hintergrund gestiegener Ölpreise und verbesserter Raffineriemargen seinen Gewinn im zweiten Quartal deutlich. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Der Nettogewinn belief sich auf 7,73 Mrd. US-Dollar bzw. 3,85 US-Dollar pro Aktie, nach 5,41 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich um rund 31 Prozent auf 66,67 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,56 US-Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 71,58 Mrd. US-Dollar ausgegangen.
Newell Rubbermaid (Newell Rubbermaid) rücken um 5,7 Prozent vor. Der Konsumgüterkonzern hat seinen Gewinn im zweiten Quartal gesteigert und profitierte dabei von einer starken Nachfrage in Lateinamerika und in der Asien/Pazifik-Region und steuerlichen Einmaleffekten. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen auch übertroffen. Allerdings wurde der Ausblick gesenkt. Weyerhaeuser geben indes um 2,2. Prozent nach, nachdem der Forstprodukte- und Papierhersteller im zweiten Quartal ein geringeres Ergebnis verbuchen musste.
Für Newmont Mining geht es um 1,2 Prozent nach unten. Der Goldminenbetreiber steigerte zwar im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn, verfehlte aber die Erwartungen der Analysten. Amgen verbessern sich um 0,5 Prozent. Der Biotech-Konzern konnte im zweiten Quartal mit einem Umsatzanstieg aufwarten. Der Nettogewinn sank aber leicht.
Aon (Aon) geben um 2,6 Prozent nach. Der weltgrößte Versicherungs-Broker konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal angesichts eines starken Umsatzwachstums um 69 Prozent verbessern. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Für eine positive Überraschung sorgte der Krankenversicherer Coventry Health Care . So hat man den Gewinn im zweiten Quartal vervielfacht, was vor allem mit einer Sonderbelastung im Vorjahr zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Zudem wurde der Ausblick erhöht. Für den Anteilsschein geht es um 6,9 Prozent nach oben. Der Energieversorger AEP (American Electric Power) konnte derweil im zweiten Quartal 2011 dank günstiger Wetterbedingungen das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen. Allerdings wurden die Gewinnerwartungen der Analysten verfehlt. Der Titel verliert daraufhin 0,9 Prozent an Wert. (29.07.2011/ac/n/m)