New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Indizes sind vor dem Hintergrund des eher verhalten ausgefallenen Arbeitsmarktberichts mit roten Vorzeichen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Dow Jones verschlechtert sich um 0,78 Prozent auf 11.950,47 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,84 Prozent auf 2.675,26 Zähler fällt. Der S&P 500 geben um 0,83 Prozent auf 1.250,63 Punkte nach.
Die US-Arbeitsmarktsituation hat sich im Oktober 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verbessert. So erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 80.000. Volkswirte hatten einen Stellenaufbau um 85.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Anstieg um revidiert 158.000 im September. Bereinigt um Beschäftigte im Staatsdienst stieg die Beschäftigtenzahl um 104.000, nach einem Zuwachs von revidiert 191.000 im Vormonat. Hier hatte die Prognose auf ein Plus von 117.000 gelautet. Ferner fiel die Arbeitslosenquote auf 9,0 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch bei 9,1 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten jedoch mit einem unveränderten Stand von 9,1 Prozent gerechnet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,2 Prozent, gegenüber einer Lohnzunahme um 0,2 Prozent im Vormonat. Hier waren Volkswirte von einem Zuwachs um 0,2 Prozent ausgegangen.
Bereits gestern nach Börsenschluss gab es noch diverse interessante Quartalberichte, die heute im frühen Handel die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen. Starbucks konnte mit seinem Bericht zum vierten Fiskalquartal 2010/11 überzeugen. Die Kaffeehauskette hat dank gestiegener Umsätze den Gewinn unerwartet deutlich gesteigert. In der Folge soll die Dividende von 13 Cents je Aktie auf 17 Cents je Aktie erhöht werden. Der Nettogewinn belief sich dabei auf 358,5 Mio. US-Dollar bzw. 47 Cents je Aktie, nach 278,9 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EPS wurde mit 37 Cents angegeben. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 36 Cents je Aktie erwartet. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 7 Prozent auf nun 3,0 Mrd. US-Dollar. Die Analystenerwartungen hatten sich zuvor auf 2,95 Mrd. US-Dollar belaufen. Der Titel rückt um 5,8 Prozent vor. Unterdessen geht es für AIG (American International Group (AIG)) um 5 Prozent nach unten. Der Versicherungskonzern hat im dritten Quartal aufgrund der AIA-Beteiligung einen Milliardenverlust ausgewiesen. Zudem kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1 Mrd. US-Dollar an. Der Nettoverlust belief sich auf 4,11 Mrd. US-Dollar bzw. 2,16 US-Dollar pro Aktie, nach einem Verlust von 2,52 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der bereinigte operative Verlust lag bei 1,60 US-Dollar pro Aktie. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 27 Cents pro Aktie ausgegangen.
Indes sorgte heute vor Börseneröffnung AES für eine positive Überraschung. Der Energieversorger hat im abgelaufenen Quartal zwar einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn erwirtschaftet. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch geschlagen, was auf die Beiträge der neuen Geschäfte in Bulgarien, Nordirland und Chile sowie ein Wachstum in Lateinamerika zurückzuführen war. Der Nettoverlust belief sich auf 131 Mio. US-Dollar bzw. 17 Cents je Aktie, nach einem Gewinn von 114 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis lag bei 27 Cents (Vorjahr: 20 Cents) pro Aktie. Der Konzernumsatz verbesserte sich um 10 Prozent auf 4,38 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 26 Cents je Aktie erwartet. Die Aktie verteuert sich um 3,7 Prozent. Daneben geht es für den Wettbewerber DTE Energy nach Quartalszahlen um 0,3 Prozent nach unten. Auch hier konnten die Erwartungen der Analysten übertroffen werden. Zudem verbessern sich Ameren um 0,1 Prozent, nachdem der Energieversorger im dritten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehren konnte. Ferner geben Pepco Holdings um 1,3 Prozent nach. Der Strom- und Erdgaskonzern hat seinen Gewinn im dritten Quartal deutlich verbessert. Zurückzuführen war dies auf Sonderbelastungen im Vorjahr. Die Erwartungen wurden allerdings verfehlt. Ferner wurde der Ausblick leicht nach oben angepasst.
Schließlich wurde der Quartalsausweis von Washington Post mit Enttäuschung aufgenommen. Das Verlagshaus ist im dritten Quartal nach einem Vorjahresgewinn in die Verlustzone gerutscht. Zurückzuführen war dies u.a. auf stark rückläufige Werbeumsätze bei der "Washington Post" und schwächere Umsätze bei der Bildungssparte Kaplan. So belief sich der Nettoverlust auf 6,2 Mio. US-Dollar bzw. 82 Cents je Aktie aus, nach einem Gewinn von 60,9 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag das jüngste Ergebnis bei 4,95 US-Dollar pro Aktie. Der Konzernumsatz lag mit 1,03 Mrd. US-Dollar um 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 3,85 US-Dollar je Aktie sowie einen Umsatz von 1,00 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Aktie verschlechtert sich um 2,4 Prozent.
Abseits der Quartalsbilanzen haben der Finanzinformationsdienstleister McGraw-Hill (McGraw-Hill Companies), zu dem u.a. die S&P Indices gehören, und die CME Group (CME Grou a), der Betreiber der Derivatebörsen Chicago Mercantile Exchange und Chicago Board of Trade (CBOT) und Mehrheitsanteilseigner des Joint Ventures CME Group/Dow Jones, ein Abkommen zur Gründung eines neuen Joint Ventures im schnell wachsenden Index-Geschäft geschlossen. McGraw-Hill wird im Rahmen des Abkommens, dem bereits die Boards beider Unternehmen zugestimmt haben, sein S&P Indices-Geschäft einbringen, während das Joint Venture CME Group/Dow Jones die Dow Jones Indexes-Aktivitäten beisteuern wird. Dadurch entsteht das Gemeinschaftsunternehmen S&P/Dow Jones Indices, ein weltweit führender Index-Dienstleister mit jährlichen Umsätzen von mehr als 400 Mio. US-Dollar. Während McGraw-Hill 0,2 Prozent an Wert gewinnen, geht es für CME um 0,4 Prozent nach unten. (04.11.2011/ac/n/m)