New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Indizes legen auch im frühen Donnerstaghandel trotz insgesamt eher enttäuschender US-Konjunkturdaten den Vorwärtsgang ein und knüpfen damit an ihre jüngst positive Performance an. Dabei beflügelt die Hoffnung, dass die Europäer ihre Schuldenkrise doch noch in den Griff bekommen. Der Dow Jones verbessert sich um 0,82 Prozent auf 11.339,10 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,66 Prozent auf 2.589,52 Punkte zulegt. Der S&P 500 klettert um 0,83 Prozent auf 1.198,59 Punkte nach oben.
Im Blickfeld der Investoren stehen heute auch diverse Konjunkturdaten. Für eine Enttäuschung sorgten dabei die Arbeitsmarktdaten. So hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 10. September 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verschlechtert. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erhöhte sich um 11.000 auf 428.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 410.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 414.000 auf 417.000 nach oben korrigiert. Unterdessen haben sich die US-Verbraucherpreise im August erhöht. So kletterte der Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, während er im Juli um 0,5 Prozent gestiegen war. Volkswirte hatten ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert. Die um die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise bereinigte Kernrate lag um 0,2 Prozent über dem Vormonatsniveau, nachdem sie im Juli um 0,2 Prozent angezogen war. Volkswirte waren hier von einem Plus von 0,2 Prozent ausgegangen. Ferner ermittelte die Federal Reserve Bank of New York für September 2011 eine Verschlechterung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So verringerte sich der Empire State Manufacturing Index auf -8,8 Punkte, während Volkswirte mit einem Wert von -4,0 Zählern gerechnet hatten. Für August war ein Wert von -7,7 Punkten ermittelt worden. Des Weiteren wies das US-amerikanische Leistungsbilanzdefizit im zweiten Quartal 2011 nach Angaben des US-Handelsministeriums einen Rückgang aus. Demnach verringerte sich das Defizit auf 118,0 Mrd. Dollar, wogegen Volkswirte einen Zuwachs auf 121,5 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Für das erste Quartal 2011 wurde der Passivsaldo auf 119,6 Mrd. Dollar nach oben revidiert. Vorläufig war ein Minus in Höhe von 119,3 Mrd. Dollar ermittelt worden. Schließlich ist die US-Industrieproduktion im August leicht gestiegen. Dies teilte die U.S. Federal Reserve Bank heute mit. So lag der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger um 0,2 Prozent über seinem Vormonatsniveau, während er im Juli um 0,9 Prozent angezogen hatte. Volkswirte hatten einen unveränderten Output prognostiziert. Zudem kletterte die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 77,4 Prozent, während die Prognose ebenfalls auf 77,4 Prozent gelautet hatte. Im Vormonat hatte die Auslastung bei revidiert 77,3 Prozent (vorläufig: 77,5 Prozent) gelegen. In Kürze wird zudem noch der Philadelphia Fed Index für September erwartet.
YUM! Brands Inc. (YUM! Brands) hat bereits gestern nach Börsenschluss eine Dividendenerhöhung angekündigt. So hat das Board of Directors eine Anhebung der Quartalsdividende auf 28,5 Cents je Aktie beschlossen, was gegenüber der zuletzt ausgeschütteten Quartalsdividende einem Plus von 14 Prozent entspricht. Begründet wurde die Dividendenerhöhung mit den weiterhin guten operativen Aussichten und der starken Cash-Flow-Entwicklung. Der Anteilsschein der Schnellrestaurantkette verteuert sich um 0,9 Prozent.
Zahlen zum zweiten Quartal meldete heute der Möbelhändler Pier 1 Imports . Dabei lag der Umsatz mit 339,6 Mio. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 309,9 Mio. US-Dollar. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn ein Anstieg auf 16,6 Mio. US-Dollar bzw. 14 Cents je Aktie ausgewiesen, nach 14,4 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Bei den vergleichbaren Umsatzerlösen bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, wurde ein Anstieg um 10,8 Prozent ausgewiesen. Analysten hatten zuvor ein EPS von 14 Cents bei Umsatzerlösen von 332,9 Mio. US-Dollar erwartet. Der Titel gibt um 4,2 Prozent nach.
Allstate (Allstate) hat heute seine Schätzungen in Zusammenhang mit der Schadensbelastung aus Naturkatastrophen konkretisiert. Demnach erwartet der Versicherungskonzern in Zusammenhang mit Naturkatastrophen im Monat August eine Schadensbelastung in Höhe von 735 Mio. US-Dollar vor Steuern. Dabei beinhaltet dieser Zeitraum unter anderem die Auswirkungen des Hurrikans "Irene". Hier geht der Konzern allein von einer Belastung von 500 Mio. US-Dollar vor Steuern aus. Die Papiere notieren annähernd auf Vortagesniveau.
Der US-Online-Verleiher für DVDs, Netflix hat heute zwar seine Prognose für das dritte Quartal bestätigt, geht jedoch bei den Nutzerzahlen im Inlandsgeschäft von einer leicht schwächeren Entwicklung aus. Die Aktie bricht daraufhin um 12,9 Prozent ein.
Der Stahlproduzent Nucor hat schließlich heute seine Gewinnprognose für das dritte Quartal konkretisiert. Demnach erwartet man für das dritte Quartal einen Gewinn im Bereich von 45 bis 55 Cents je Aktie, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Gewinn von 7 Cents je Aktie ausgewiesen hatte. Gegenüber dem im zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres ausgewiesenen Gewinn von 94 Cents je Aktie entspricht die Schätzung für das dritte Quartal 2011 einem Rückgang um 40 bis 50 Prozent. Die aktuelle Schätzung für das dritte Quartal beinhaltet dabei Einmalbelastungen aus Lagerbestandsveränderungen in Höhe von 6 Cents je Aktie. Analysten gehen für das laufende Quartal von einem EPS von 66 Cents aus. Der Anteilsschein legt um 1,6 Prozent zu. (15.09.2011/ac/n/m)