New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem die amerikanischen Börsen gestern mit kräftigen Verlusten geschlossen hatten, weisen sie zu Handelsbeginn am Mittwoch vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Lösung für die drei großen US-Autohersteller grüne Vorzeichen auf. Der
Dow Jones Industrial Average gewinnt - nach äußerst positiven Vorgaben aus Tokio - kurz nach Handelsstart 1,10 Prozent auf 8.786,83 Zähler. Der S&P 500 steigt um 0,99 Prozent auf 897,46 Zähler. Der
Nasdaq Composite wiederum legt um 0,49 Prozent auf 1.554,94 Punkte zu.
Auf der Unternehmensseite steht heute vor allem das Rettungspaket für die krisengeschüttelten US-Autobauer im Fokus. Demnach haben General Motors (GM), Ford und Chrysler offenbar eine vorläufige Einigung erreicht und erhalten voraussichtlich ein 15 Mrd. Dollar schweres Rettungspaket. Angesichts dieser Lösung gewinnen GM derzeit 5 Prozent, während Ford um 5,5 Prozent zulegen können. Bereits gestern nach Börsenschluss kamen jedoch zwei unerfreuliche Nachrichten von Electronic Arts (-14 Prozent) und Praxair (+2 Prozent). Während der Computerspiele-Hersteller die selbstgesteckten Umsatz- und Ergebnisziele im Gesamtjahr voraussichtlich verfehlen wird, hat der Chemie- und Industriegasekonzern seine Prognose für das laufende Quartal nach unten revidiert und einen Stellenabbau angekündigt. Daneben hat am heutigen Tage der Fotokonzern Eastman Kodak seinen Ausblick für die zweite Jahreshälfte sowie das Gesamtjahr 2008 zurückgezogen. Folglich verliert die Aktie im frühen Handel knapp 6 Prozent. Ansonsten meldete ADC Telecommunications gestern nachbörslich Quartalszahlen. Dabei hat man den Verlust zwar vergrößert, die Erwartungen jedoch geschlagen. Schließlich hat Office Depot (+5 Prozent) heute angekündigt, 112 Geschäfte zu schließen und in 2009 weniger Neueröffnungen vorzunehmen, um Kosten einzusparen.
Auf der Konjunkturseite ermittelte die Mortgage Bankers Association of America (MBA) für die Woche zum 5. Dezember 2008 einen saisonbereinigten Rückgang bei der Zahl der Hypothekenanträge. So verringerte sich der entsprechende Index um 7,1 Prozent von 857,7 Zählern in der Vorwoche auf nun 796,8 Punkte. In der Vorwoche war hingegen ein Plus von 112,1 Prozent gemeldet worden. Im Einzelnen fiel der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 0,9 Prozent auf 3.767,3 Zähler, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 17,4 Prozent auf 298,1 Zähler abgab. Der Ölpreis kann sich aktuell erholen und gewinnt 2 Dollar hinzu. Damit notiert er etwas über der Marke von 44 Dollar pro Barrel. Für weitere Impulse könnten die in Kürze zur Veröffentlichung anstehenden Großhandelslagerbestände und später der Staatshaushalt sorgen.
Unternehmensmeldungen:
Die angeschlagenen US-Autobauer General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000), Ford Motor Co. und Chrysler LLC haben eine vorläufige Einigung erreicht und erhalten voraussichtlich ein 15 Mrd. Dollar schweres Rettungspaket. Dies berichtet das "Handelsblatt" am Mittwoch.
Der amerikanische Computerspiele-Hersteller Electronic Arts Inc. (ISIN US2855121099/ WKN 878372) kündigte am späten Dienstag an, dass er im Gesamtjahr die selbstgesteckten Umsatz- und Ergebnisziele verfehlen wird.
Der amerikanische Chemie- und Industriegasekonzern Praxair Inc. (ISIN US74005P1049/ WKN 884364) hat am Dienstagabend seine Prognose für das laufende Quartal nach unten revidiert und ein groß angelegtes Stellenabbauprogramm angekündigt.
Die amerikanische ADC Telecommunications Inc. (ISIN US0008863096/ WKN A0EAXZ) meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss, dass sich ihr Verlust im vierten Quartal aufgrund von Sonderbelastungen deutlich vergrößert hat. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch geschlagen.
Der US-Fotokonzern Eastman Kodak Co. (ISIN US2774611097/ WKN 850937) hat am Mittwoch infolge der Konjunkturschwäche und des starken Dollars seinen Ausblick für die zweite Jahreshälfte sowie das Gesamtjahr 2008 zurückgezogen.
Der US-Energieversorger Dynegy Inc. (ISIN US26816Q1013/ WKN 934302) präzisierte am Mittwoch die Ergebnisprognosen für das Fiskaljahr 2009.
Die UAL Corp. (ISIN US9025498075/ WKN A0JC6V), die Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluglinie United Air Lines, hat sich im Rahmen einer Sale- and Lease- back-Transaktion zusätzliche Liquidität beschafft.
Die Office Depot Inc. (ISIN US6762201068/ WKN 877247), der zweitgrößte Bürohändler in den USA, gab am Mittwoch bekannt, dass sie in den nächsten drei Monaten insgesamt 112 Geschäfte schließen und in 2009 weniger Neueröffnungen vornehmen wird, um Kosten einzusparen. (10.12.2008/ac/n/m)