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22.08.2008 16:00

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Wall Street: Im Plus, Lehman Brothers legen zweistellig zu

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New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street ist mit deutlichen Gewinnen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Dow Jones Industrial Average legt aktuell 1,06 Prozent zu auf 11.551,37 Indexpunkte. Der S&P 500 rückt daneben um 0,85 Prozent vor auf 1.288,64 Zähler. Für den Nasdaq Composite geht es um 0,85 Prozent nach oben auf 2.400,64 Punkte. Für Rückenwind sorgt unter anderem der zuletzt wieder gesunkene Ölpreis.

Ferner trägt der Finanzsektor maßgeblich zu der positiven Entwicklung bei. Übernahmespekulationen führen bei der Aktie von Lehman Brothers zu einem satten Kursplus von rund 11 Prozent. Einem Pressebericht zufolge hat die angeschlagene Investmentbank vergeblich versucht, einen südkoreanischen oder chinesischen Investor als strategischen Großaktionär zu gewinnen. Einem Analystenkommentar zufolge ist der Konzern allerdings ein mögliches Übernahmeziel.

Weitere Gewinner sind mitunter Goldman Sachs mit +2 Prozent, Merrill Lynch mit +2,3 Prozent und Citigroup mit +2,9 Prozent. Anteilsscheine von Aon ziehen um 1,6 Prozent an. Wie der weltweit zweitgrößte Versicherungs-Broker heute erklärte, übernimmt er den britischen Rückversicherer Benfield für insgesamt 935 Mio. Britische Pfund.

Boeing sind ebenfalls einen Blick wert. Der Flugzeughersteller will einem Pressebericht zufolge möglicherweise kein Gebot für einen milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der US-Streitkräfte abgeben, sollte das Pentagon die Angebotsfrist für den Konzern nicht verlängern. Am Markt wird der Bericht offensichtlich gelassen aufgenommen, der Wert gewinnt 0,4 Prozent.

Nach einer Übernahmeofferte durch den Konkurrenten King Pharmaceuticals in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar springen Anteilsscheine von Alpharma um 44 Prozent. King Pharmaceuticals gewinnen mehr als 4 Prozent.

Unternehmensmeldungen:

Die US-Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. hat einem Pressebericht zufolge vergeblich versucht, einen südkoreanischen oder chinesischen Investor als strategischen Großaktionär zu gewinnen. Laut einem Bericht der "Financial Times" von heute, die sich bei ihren Angaben auf gut informierte Kreise beruft, wurden Verhandlungen über eine Beteiligung südkoreanischer oder chinesischer Investorengruppen an der Investmentbank in letzter Minute erfolglos abgebrochen. Dabei dürfte Lehman Brothers bei der im kommenden Monat anstehenden Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal erneut eine böse Überraschung ins Haus stehen.

Die angeschlagenen amerikanischen Hypothekenfinanzierer Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) (ISIN US3135861090/ WKN 856099) und Federal Home Loan Mortgage Corp. (Freddie Mac) (ISIN US3134003017/ WKN 876872) sind weiterhin auf der Suche nach neuen Finanzmitteln, um sich gegen die Auswirkungen der Finanzkrise zu wappnen. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" habe Freddie Mac in diesem Zusammenhang bei zahlreichen Finanzinvestoren nachgefragt und für eine weitere Kapitalerhöhung geworben. Diese zeigten sich laut dem Bericht jedoch sehr zurückhaltend, da man aufgrund einer möglichen staatlichen Rettungsaktion für Freddie Mac und den Rivalen Fannie Mae schwere finanzielle Einbußen für die Altaktionäre der beiden Hypothekenanbieter fürchtet.

Die amerikanische Aon Corp. (ISIN US0373891037/ WKN 865852) übernimmt den britischen Rückversicherer Benfield Group Ltd. Wie der weltweit zweitgrößte Versicherungs-Broker heute erklärte, haben sich die Boards beider Unternehmen auf einen Übernahmepreis von 350 Pence in bar je Benfield-Anteilsschein geeinigt. Dies entspricht einer Prämie von 29 Prozent im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs der Benfield-Aktie in London. Inklusive der Übernahme von Verbindlichkeiten in Höhe von 91 Mio. Britischen Pfund (GBP) beläuft sich die Transaktionshöhe auf 935 Mio. GBP.

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) will einem Pressebericht zufolge möglicherweise kein Gebot für einen milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der US-Streitkräfte abgeben, sollte das Pentagon die Angebotsfrist für den US-Konzern nicht um sechs Monate verlängern. Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, habe der Chef der Verteidigungssparte, Jim Albaugh, in einem Interview erklärt, dass Boeing möglicherweise kein Angebot für den insgesamt 40 Mrd. Dollar schweren Auftrag abgeben werde, sollte die Angebotsfrist nicht um sechs Monate verlängert werden. Wie das "WSJ" weiter berichtet, ist das Pentagon bereit, Boeing und seinem US-Rivalen Northrop Grumman Corp. (ISIN US6668071029/ WKN 851915) lediglich eine Fristverlängerung um weitere 15 Tage auf insgesamt 60 Tage einzuräumen. Boeing begründete sein Begehren auf eine Fristverlängerung damit, dass man in Zusammenhang mit dem Tankerauftrag ein neues Flugzeugmodell mit einem höheren Treibstoffvolumen für die Ausschreibung ins Rennen schicken wolle. Um die Machbarkeit eines derartigen Vorhabens zu Überprüfen, benötige Boeing die Fristverlängerung.

Die amerikanische King Pharmaceuticals Inc. (ISIN US4955821081/ WKN 911091) hat ein Übernahmeangebot für seinen US-Konkurrenten Alpharma Inc. (ISIN US0208131013/ WKN 868745) unterbreitet. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde dem Board of Directors von Alpharma ein Übernahmeangebot in Höhe von 33,00 Dollar je Aktie in bar vorgelegt. Die Offerte bewertet Alpharma mit 1,4 Mrd. Dollar.

Die amerikanische Intuit Inc. (ISIN US4612021034/ WKN 886053) gab am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Fiskalquartal bekannt. Dabei musste der Anbieter von Steuer- und Finanz-Software trotz eines Umsatzanstiegs seinen Verlust ausweiten. Vor Einmaleffekten traf der Verlust exakt die Erwartungen. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 11 Prozent. Intuit erwartet für das Gesamtjahr 2008/09 einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 1,86 bis 1,90 Dollar bei Umsätzen von 3,35 bis 3,43 Mrd. Dollar. Die Markterwartungen liegen hier bei einem EPS von 1,60 Dollar sowie Umsätzen von 3,06 Mrd. Dollar. (22.08.2008/ac/n/m)

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