New York (aktiencheck.de AG) - Die Lage an der Wall Street scheint sich etwas zu entspannen. Der
Dow Jones legt nach den kräftigen Vortagesverlusten und einem schwachen Auftakt inzwischen 1,35 Prozent zu auf 9.575,02 Indexpunkte. Der S&P 500 liegt aktuell mit 0,68 Prozent im Plus bei 1.002,99 Zählern. Gleichzeitig fährt der
Nasdaq Composite einen Aufschlag von 1,43 Prozent auf 1.780,06 Punkte ein.
Die Fed hat heute überraschend eine Senkung der Leitzinsen beschlossen. Man habe sich in Zusammenhang mit den Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten dazu entschlossen, die Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte auf 1,50 Prozent abzusenken. Neben der Fed haben zeitgleich die Europäische Zentralbank, die Swiss National Bank, die Bank of England und die japanische Notenbank ihre Leitzinsen um jeweils 0,5 Prozentpunkte abgesenkt.
Der Aluminiumhersteller Alcoa hat am Vorabend traditionell die Berichtssaison in den USA eingeläutet. Das vorgelegte Zahlenwerk bot allerdings kaum Anlass zur Freude. Während der Umsatz im Rahmen der Erwartungen ausfiel, sank das Ergebnis überraschend stark. Die Aktie bricht aktuell um rund 11 Prozent ein. Papiere des Agrarkonzerns Monsanto geben 5,5 Prozent ab. Die heute auf den Tisch gelegten Ergebnisse konnten zwar überzeugen, allerdings schaut man recht verhalten in die Zukunft.
Im Finanzsektor geht es für MetLife um fast 13 Prozent nach unten. Wie der größte Lebensversicherer in den USA zuvor meldete, dürften seine Ergebnisse im dritten Quartal durch die Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten beeinträchtigt werden. Titel der Großbank Citigroup, die einem Pressebericht zufolge auf der Suche nach potenziellen Partnern im Zusammenhang mit ihrem Übernahmeangebot für Wachovia ist, um damit den Nebenbuhler Wells Fargo (-1,4 Prozent) auszustechen, gewinnen 1,3 Prozent.
Der weltgrößte Einzelhandelskonzern Wal-Mart gab heute bekannt, dass seine vergleichbaren US-Umsätze im September um 2,4 Prozent gestiegen sind. Analysten hatten allerdings einen Tick mehr erwartet. Die Aktie reagiert dennoch mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent auf die Meldung. Anteilsscheine des Großhändlers Costco, der im vierten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisanstieg verbuchen konnte, geben unterdessen 1,5 Prozent ab. Belastet von schwachen Umsatzzahlen und einem enttäuschenden Ausblick verlieren Papiere des Einzelhandelskonzerns JCPenney ein knappes Prozent. Titel des Discount-Händlers Target gewinnen trotz eines verhaltenen Ausblicks 2,6 Prozent.
Außerdem hat die Schnellrestaurantkette YUM! Brands einen Blick in ihre Bücher gewährt. Die Muttergesellschaft der Fast-Food-Ketten Pizza Hut, Tacco Bell und KFC konnte ihren Gewinn im abgelaufenen Quartal nicht so stark wie von Analysten erwartet steigern. Der Wert gewinnt dennoch 0,7 Prozent.
Unternehmensmeldungen:
Die Alcoa Inc. , der weltweit größte Aluminiumhersteller, veröffentlichte am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal 2008. Damit gab der Konzern zugleich als erstes im Dow Jones gelistetes Unternehmen außerhalb des Finanzsektors den Startschuss für die neue Berichtssaison. Alcoa erzielte dabei einen Gewinneinbruch, während der Umsatz im Rahmen der Erwartungen ausfiel. Besonders sinkende Aluminiumpreise bei steigenden Einkaufspreisen belasten neben sinkender Nachfrage die Ergebnisse. Das Nettoergebnis sank demnach um rund 52 Prozent. Die Erwartungen der Analysten wurden damit deutlich verfehlt.
Der US-Agrarkonzern Monsanto Co. (ISIN US61166W1018/ WKN 578919) legte heute die Geschäftszahlen für das vierte Quartal vor. Demnach stieg der Umsatz im Berichtszeitraum unerwartet deutlich um 35 Prozent. Der Nettoverlust konnte zurückgefahren werden. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten verringerte sich der Verlust stärker als erwartet. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Monsanto ein EPS von 4,20 bis 4,40 Dollar. Marktbeobachter gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 4,62 Dollar aus.
Die MetLife Inc. (ISIN US59156R1086/ WKN 934623), der größte Lebensversicherer in den USA, meldete am Dienstag, dass ihre Ergebnisse im dritten Quartal durch die Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten beeinträchtigt sein werden. Demnach geht der Konzern von einem Gewinn aus dem laufenden Geschäft von 1,38 bis 1,58 Dollar pro Aktie aus. Analysten sehen hier ein EPS-Ergebnis von 1,44 Dollar.
Presseangaben zufolge ist die Citigroup Inc. (ISIN US1729671016/ WKN 871904) derzeit auf der Suche nach potenziellen Partnern im Zusammenhang mit ihrem Übernahmeangebot für die Wachovia Corp. (ISIN US9299031024/ WKN 868326), um damit die ebenfalls interessierte Wells Fargo & Co. (ISIN US9497461015/ WKN 857949) auszustechen. Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, hat sich die größte US-Bankgesellschaft zum Ziel gesetzt, den größeren Teil der Einlagen der angeschlagenen Wachovia zu gewinnen. Man wolle indes nicht das gesamte Unternehmen übernehmen. Laut der Zeitung hat die Citigroup am Dienstag versucht, andere Unternehmen, darunter auch Nicht-Banken, als Partner für ihre Offerte zu finden. Es sei jedoch unklar, wen das Kreditinstitut kontaktiert habe bzw. wie eine solche Allianz strukturiert sein könnte. Citigroup und Wells Fargo befinden sich derzeit in einer intensiven Auseinandersetzung.
Die amerikanische Wal-Mart Stores Inc. (ISIN US9311421039/ WKN 860853), der größte Einzelhändler der Welt, gab heute bekannt, dass seine vergleichbaren US-Umsätze im September um 2,4 Prozent gestiegen sind. Analysten waren im Vorfeld von einem Anstieg der so genannten Same-Store Sales von 2,5 Prozent ausgegangen. Wal-Mart selbst hatte zuvor ein Plus von 2 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt. Für die Oktober-Periode rechnet der Konzern mit einem Wachstum bei den Same-Store Sales von 1 bis 2 Prozent. Wie der Konzern weiter mitteilte, geht er für das dritte Quartal weiterhin von einem Gewinn aus dem laufenden Geschäft von 73 bis 76 Cents pro Aktie aus. Analysten sehen hier ein EPS-Ergebnis von 76 Cents.
Der US-Großhändler Costco Wholesale Corp. (ISIN US22160K1051/ WKN 888351) verbuchte im vierten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, verbesserten sich die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 13 Prozent. Ohne negative Einmaleffekte konnten die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen werden.
Der amerikanische Einzelhandelskonzern J. C. Penney Co. Inc. (JCPenney) (ISIN US7081601061/ WKN 851991) verbuchte im September einen Umsatzrückgang und revidierte im Anschluss seine Prognosen nach unten. Wie der Konzern heute erklärte, verzeichnete man bei den vergleichbaren Filialumsätzen im Berichtszeitraum einen Rückgang von 12,4 Prozent. Für das dritte Quartal erwartet der Konzern nunmehr ein EPS von 50 bis 60 Cents, nachdem man zuvor ein EPS von 70 bis 75 Cents in Aussicht gestellt hatte. Analysten gehen für das laufende Quartal von einem EPS von 70 Cents aus.
Die Target Corp. (ISIN US87612E1064/ WKN 856243), der zweitgrößte Discount-Händler in den USA, legte heute die Umsatzzahlen für den Monat September vor. Demnach verbuchte man bei den vergleichbaren Umsatzerlösen bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, einen Rückgang um 3,0 Prozent. Angesichts der weiterhin schwachen Verbraucherstimmung könnte der Gewinn je Aktie im dritten Quartal möglicherweise unter der durchschnittlichen Analystenprognose von 52 Cents je Aktie liegen, erklärte der Konzern weiter. Für das Gesamtjahr erwartet Target jedoch ein Ergebnis, das auf oder über dem Vorjahreswert von 3,33 Dollar je Aktie liegen werde. Analysten gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 3,42 Dollar sowie einem Umsatz von 66,95 Mrd. Dollar aus.
Die amerikanische Schnellrestaurantkette YUM! Brands Inc. (ISIN US9884981013/ WKN 909190), die Muttergesellschaft der Fast-Food-Ketten Pizza Hut, Tacco Bell und KFC, meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 4,4 Prozent und damit unerwartet schwach gestiegen ist. Die Jahresplanung wurde gesenkt. Der Umsatz erhöhte sich um 11 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr 2008 hat der Konzern seine EPS-Prognose um 3 Cents auf 1,89 Dollar gesenkt. Analysten sehen hier ein Ergebnis pro Aktie von 1,90 Dollar.
Die zum amerikanischen Automobilkonzern Ford Motor Co. (ISIN US3453708600/ WKN 502391) gehörende Volvo Car Corp. gab heute bekannt, dass sie beabsichtigt, aufgrund einer rückläufigen Nachfrage in der weltweiten Automobilindustrie mehr als 3.000 Stellen abzubauen. Den Angaben zufolge sind von den Kürzungen rund 2.000 Arbeiter sowie 700 Angestellte in Schweden betroffen. Außerhalb des Heimatmarktes werden weitere 600 Arbeitsplätze gestrichen, während daneben rund 700 Verträge mit Beratern aufgelöst werden. (08.10.2008/ac/n/m)