New York (aktiencheck.de AG) - Spekulationen um die Gründung einer "Bad Bank" zum Aufkauf von Risikopapieren liefern der Wall Street zur Wochenmitte den nötigen Treibstoff für eine fulminante Eröffnung. Der
Dow Jones prescht kurz nach der Eröffnungsglocke um 1,71 Prozent vor und notiert bei 8.314,44 Indexpunkten. Der
Nasdaq Composite klettert um 2,19 Prozent und steht bei 1.537,86 Zählern. Gleichzeitig gewinnt der S&P 500 2,16 Prozent auf 864,00 Punkte. Im weiteren Handelsverlauf steht die Zinsentscheidung der Fed auf dem Programm. Die Anlegerschaft erhofft sich dabei weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise.
Der Telekommunikationsriese AT&T hat im abgelaufenen Quartal trotz gestiegener Erlöse infolge steigender Kosten weniger verdient. Dabei wurden die Analystenschätzungen ohne die Berücksichtigung von fusionsbedingten Einmaleffekten knapp verfehlt. Die Aktie verliert gegen den Trend ein knappes Prozent. Bei Boeing ist dagegen ein Plus von fast 2 Prozent auszumachen. Dabei ist der Flugzeughersteller im vierten Quartal infolge eines Streiks und Verzögerungen beim Großraumjumbo 747 bei einem unerwartet deutlichen Umsatzrückgang in die Verlustzone gerutscht. Außerdem konnte der Ausblick wenig überzeugen.
Im Technologiesegment richten sich die Blicke mitunter auf Sun Microsystems. Der auf die Bereiche Server und Software spezialisierte Konzern hat im abgelaufenen Vierteljahr ohne die Berücksichtigung von Sondereffekten unerwartet gut verdient. Die Anleger honorieren das Zahlenwerk mit einem Plus von über 6 Prozent. Bei Yahoo ist ebenfalls ein Aufschlag von gut 6 Prozent auszumachen. Wie der Internetkonzern am Vorabend mitgeteilt hat, musste er im abgelaufenen Quartal einen Verlust hinnehmen. Auf bereinigter Basis konnten die Erwartungen allerdings übertroffen werden.
Die Aktie des Krankenversicherers WellPoint zeigt mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent klar nach oben. Der Konzern hat im Schlussquartal einen kräftigen Gewinnrückgang verzeichnet. Ohne die Berücksichtigung eines Investment-Verlusts wurden die Erwartungen des Marktes aber nur knapp verfehlt. Unter den Großbanken ziehen in Zusammenhang mit den Spekulationen um die "Bad Bank" unter anderem die Citigroup um 17,5 Prozent, die Bank of America um gut 15 Prozent und JPMorgan um über 8 Prozent an. Anteile des Finanzkonzerns Wells Fargo, der im vierten Quartal aufgrund von Sondereffekten ein negatives Ergebnis ausweisen musste, rücken um über 17 Prozent vor.
Titel von ConocoPhillips liegen mit +1 Prozent im Markt. Der Ölkonzern hat im abgelaufenen Quartal einen Verlust von fast 32 Mrd. Dollar angehäuft. Ohne Sonderbelastungen wurde jedoch ein unerwartet hoher Nettogewinn von fast 2 Mrd. Dollar ausgewiesen. Exxon Mobil geben nach einer Abstufung der UBS leicht ab.
Unternehmensmeldungen:
Der US-Telekommunikationskonzern AT&T Inc. verbuchte im vierten Quartal infolge steigender Kosten einen rückläufigen Gewinn. Wie der Konzern heute erklärte, wuchs der Umsatz um 2,4 Prozent. Dagegen gab der Nettogewinn um 23,6 Prozent nach. Ohne die Berücksichtigung von fusionsbedingten Einmaleffekten wurden die Analystenschätzungen knapp verfehlt.
Der US-Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) ist im vierten Quartal infolge eines Streiks und Verzögerungen bei der 747-Maschine in die Verlustzone gerutscht. Unternehmensangabe von heute zufolge verringerte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal unerwartet deutlich um 27 Prozent. Für das Gesamtjahr 2009 sehen Analysten ein EPS-Ergebnis von 5,68 Dollar. Das Unternehmen selbst geht nur von einem EPS von 5,05 bis 5,35 Dollar aus.
Die Sun Microsystems Inc. (ISIN US8668102036/ WKN A0M7N9) legte am Dienstag nach US-Börsenschluss die Geschäftszahlen für das zweite Fiskalquartal vor und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten. Wie Sun mitteilte, fiel der Umsatz des auf die Bereiche Server und Software spezialisierten Konzerns um 11 Prozent. Beim Ergebnis wurde ein Verlust verbucht, nach einem Gewinn im Vorjahr. Exklusive Sondereffekte erzielte Sun einen jedoch einen überraschend hohen Gewinn.
Die Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal veröffentlicht. Dabei erzielte der US-Internetkonzern einen Verlust, konnte aber beim bereinigten Ergebnis die Erwartungen übertreffen. Die Brutto-Umsatzerlöse gingen um gut 1 Prozent zurück.
Die WellPoint Inc. (ISIN US94973V1070/ WKN A0DNLY) musste im Schlussquartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnen. Wie der nach Mitgliederzahlen größte Krankenversicherer in den USA heute bekannt gab, verringerte sich der Umsatz um 3,2 Prozent. Ferner schrumpfte der Nettogewinn um 61 Prozent. Ohne die Berücksichtigung eines Investment-Verlusts wurden die Erwartungen knapp verfehlt.
Die Wells Fargo & Co. (ISIN US9497461015/ WKN 857949) musste im vierten Quartal aufgrund von Sondereffekten ein negatives Ergebnis ausweisen. Wie der Finanzkonzern heute erklärte, lag der Nettoverlust bei rund 2,8 Mrd. Dollar. Hierin enthalten sind unter anderem Rückstellungen für Kreditausfälle in Höhe von 5,6 Mrd. Dollar.
Das Ergebnis der ConocoPhillips (ISIN US20825C1045/ WKN 575302) wurde im Schlussquartal 2008 von Sonderabschreibungen sowie einem sinkenden Rohölpreis belastet. Wie der drittgrößte US-Ölkonzern heute bekannt gab, reduzierte sich der Umsatz um 18 Prozent. Der Nettoverlust betrug 31,8 Mrd. Dollar, nach einem Vorjahresgewinn. Vor Sondereffekten wurde ein unerwartet hoher Gewinn ausgewiesen. (28.01.2009/ac/n/m)