New York (aktiencheck.de AG) - Der Hypothekenfinanzierer Freddie Mac hat am Vorabend mit der Vorlage eines milliardenschweren Quartalsverlusts neue Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems aufgeworfen. Die Wall Street ist heute daraufhin mit Abschlägen in den Tag gestartet. Der
Dow Jones gibt aktuell 0,39 Prozent ab auf 6.903,32 Indexpunkte. Gleichzeitig büßt der
Nasdaq Composite 0,45 Prozent ein auf 1.365,50 Zähler. Der S&P 500 fällt um 0,42 Prozent zurück auf 718,34 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Vorwoche verschlechtert. Wie das Arbeitsministerium bekannt gab, stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 9.000 auf 654.000, während Volkswirte im Vorfeld lediglich eine Zahl von 644.000 prognostiziert hatten. Dagegen ist der Einzelhandelsumsatz in den USA im Februar lediglich um 0,1 Prozent gesunken. Volkswirte hatten im Vorfeld einen stärkeren Rückgang von 0,5 Prozent prognostiziert. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche kletterten die Umsätze gegenüber dem Vormonat sogar um 0,7 Prozent. Experten waren hingegen von einer Abnahme um 0,1 Prozent ausgegangen.
Das Übernahmekarussell im Pharmasektor dreht sich weiter. So gab der Schweizer Pharmakonzern Roche bekannt, dass er die restlichen Anteile an dem Biotechnologiekonzern Genentech für rund 46,8 Mrd. Dollar übernehmen wird. Für die verbleibenden 44 Prozent der Anteile zahlt Roche 95 Dollar je Aktie in bar. Das Genentech-Papier reagiert mit einem Plus von gut 2 Prozent.
Der angeschlagene Hypothekenfinanzierer Freddie Mac hat im Schlussquartal einen herben Verlust von fast 24 Mrd. Dollar eingefahren. Im Gesamtjahr 2008 verbuchte der Konzern einen Nettoverlust von über 50 Mrd. Dollar. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass man weitere 30,8 Mrd. Dollar aus dem Rettungspaket der US-Regierung benötigt. Der Wert verliert in der Folge knapp 4 Prozent. Daneben tendieren auch Bankenwerte wie Citigroup (-2 Prozent) oder Bank of America (-0,6 Prozent) leichter.
Gegen den Trend zieht die eBay-Aktie um 1,5 Prozent an. Das Internet-Auktionshaus hat am Vorabend seine strategischen Zielsetzungen für die kommenden drei Jahre konkretisiert. Demnach soll der Konzernumsatz bis 2011 deutlich auf 10 bis 11 Mrd. Dollar gesteigert werden. Das Papier des Lkw-Herstellers Navistar, der im vergangenen Quartal wieder einen Gewinn erwirtschaftet hat, rückt um über 3 Prozent vor. Kräftig abwärts geht es indes für Steel Dynamics (-29 Prozent). Der Stahlkonzern hat seine Ergebnisprognose für das erste Quartal aufgrund der schwierigen Nachfragesituation bei Stahlprodukten nach unten revidiert. Statt eines Gewinns erwartet das Unternehmen nun einen Verlust.
Unternehmensmeldungen:
Der schweizerische Pharmakonzern Roche Holding AG gab heute bekannt, dass er die restlichen Anteile an dem US-Biotechnologiekonzern Genentech Inc. (ISIN US3687104063/ WKN 924632) für rund 46,8 Mrd. Dollar übernehmen wird. Den Angaben zufolge zahlt der Roche-Konzern, der bereits 56 Prozent an Genentech hält, für die verbleibenden 44 Prozent der Anteile 95 Dollar je Aktie in bar.
Der angeschlagene Hypothekenfinanzierer Federal Home Loan Mortgage Corp. (Freddie Mac) (ISIN US3134003017/ WKN 876872) meldete am späten Mittwoch, dass er im vierten Quartal einen Verlust von fast 24 Mrd. Dollar ausweisen musste, was auf milliardenschwere Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Das jüngste Ergebnis hatte dabei unter einem Verlust von 13,3 Mrd. Dollar im Derivategeschäft, Einbußen von 7,2 Mrd. Dollar im Geschäft mit Darlehen sowie Abschreibungen von 7,5 Mrd. Dollar bei Wertpapieren zu leiden. Im Gesamtjahr 2008 verbuchte der Konzern einen Nettoverlust von rund 50 Mrd. Dollar. Wie der Hypothekenfinanzierer weiter mitteilte, benötigt er weitere 30,8 Mrd. Dollar aus dem Rettungspaket der US-Regierung. Bereits im November hatte Freddie Mac vom Staat 13,8 Mrd. Dollar erhalten.
Das US-Internetauktionshaus eBay Inc. (ISIN US2786421030/ WKN 916529) hat am Mittwochabend nach Börsenschluss seine strategischen Zielsetzungen für die kommenden drei Jahre konkretisiert. Demnach peilt man von 2009 bis zum Fiskaljahr 2011 einen Anstieg beim Gewinn je Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Der Konzernumsatz soll bis 2011 auf 10 bis 11 Mrd. Dollar gesteigert werden, nach 8,5 Mrd. Dollar im Fiskaljahr 2008.
Die amerikanische Navistar International Corp. (ISIN US63934E1082/ WKN 886965) gab am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Fiskalquartal bekannt. Der Lkw-Hersteller verbuchte dabei wieder einen Gewinn. Das bereinigte EPS verfehlte die Erwartungen dabei aber deutlich. Beim Gesamtumsatz wurde ein leichter Anstieg ausgewiesen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Navistar ein EPS von 5,10 bis 5,60 Dollar, während Marktbeobachter von einem EPS von 5,23 Dollar ausgehen.
Der Stahlkonzern Steel Dynamics Inc. (ISIN US8581191009/ WKN 903772) hat am Mittwochabend seine Ergebnisprognose für das erste Quartal nach unten revidiert. Demnach erwartet der Konzern nunmehr für das Auftaktquartal einen Verlust im Bereich von 40 bis 45 Cents je Aktie, nachdem man zuvor einen Gewinn in Aussicht gestellt hatte. Die aktuelle Prognose beinhaltet dabei negative Einmaleffekte in Höhe von 25 Cents je Aktie aus Wertberichtigungen auf Lagerbestände. Für das laufende Quartal gehen Analysten von einem Gewinn aus. Begründet wurde der schwache Ergebnisausblick mit der anhaltend schwierigen Nachfragesituation bei Stahlprodukten. Für das Gesamtjahr geht der Konzern von einer anhaltend schwierigen Gesamtsituation aus, nachdem sich die Nachfrageentwicklung im Februar weiter abgeschwächt habe.
Der amerikanische Fleischproduzent Smithfield Foods Inc. (ISIN US8322481081/ WKN 876812) musste im dritten Quartal einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, verzeichnete man im Berichtszeitraum beim Nettoergebnis einen Verlust. Ohne die Berücksichtigung von hohen Einmalbelastungen in Zusammenhang mit Restrukturierungen wurden die Erwartungen übertroffen. Insgesamt erwartet der Konzern für das laufende vierte Quartal eine weiterhin schwierige operative Entwicklung und geht erst ab 2010 von einer deutlicheren Aufhellung der Geschäftslage aus. (12.03.2009/ac/n/m)