28.06.2012 22:07
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Wall Street-Schluss: Abschläge reduziert, News Corp. im Fokus

New York (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes gingen am Donnerstag angesichts gemischter Konjunkturdaten und eine Erholung in der letzten Handelsstunde mit leichten Abschlägen aus dem Handel. Der Dow Jones verlor 0,20 Prozent auf 12.602,03 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentierte sich mit einem Minus von 0,90 Prozent bei 2.849,49 Zählern, während der S&P 500 einen Abschlag von 0,21 Prozent auf 1.329,01 Punkte zeigte.

Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im ersten Quartal 2012 mit vermindertem Tempo angewachsen. In der dritten und damit endgültigen Schätzung des US-Handelsministeriums, welche heute veröffentlicht wurde, wurden die vorläufigen Angaben bestätigt. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,9 Prozent, während vorläufig bereits ein Zuwachs in dieser Größenordnung gemeldet worden war. Volkswirte hatten ebenfalls einen BIP-Anstieg um 1,9 Prozent prognostiziert. Im Vorquartal hatte sich das BIP der weltweit stärksten Volkswirtschaft noch um 3,0 Prozent erhöht. Wie das US-Arbeitsministerium daneben mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 23. Juni 2012 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der Vorwoche um 6.000 auf 386.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 385.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 387.000 auf 392.000 nach oben korrigiert.

Bereits gestern nach Börsenschluss hat Paychex , ein auf Gehaltsabrechnungen spezialisierter Dienstleister, die Zahlen zum vierten Fiskalquartal 2011/12 vorgelegt. Während der Umsatzanstieg dank neuer Rekordwerte beim Service-Umsatz die Erwartungen übertraf, fiel der Gewinnanstieg wie von Analysten erwartet aus. Anteilsscheine von Paychex verbilligten sich um 3 Prozent.

Für Aufsehen sorgt heute die News Corp. , nachdem der Medienkonzern erklärte, dass er sich in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen aufspalten will. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, habe das Board das Konzernmanagement nach seiner gestrigen Sitzung zur Umsetzung dieser Pläne autorisiert. Nach Abschluss der Transaktion sollen die Zeitungs- und Verlagsgeschäfte des Konzerns von den Entertainment-Aktivitäten, welche die Film- und Fernsehgeschäfte der News Corp. umfassen, abgetrennt werden. Die Aktionäre der News Corp. sollen nach Abschluss der Aufspaltung für jeweils eine News Corp.-Aktie einen Anteilsschein an jeder der beiden neu entstehenden börsennotierten Gesellschaften erhalten. Durch die Konzernaufspaltung erhofft man sich vor allem eine verbesserte operative Entwicklung in den beiden Kerngeschäftsfeldern. Die Aufspaltung soll voraussichtlich in den kommenden zwölf Monaten umgesetzt werden. Die Aktie der News Corp. verlor 1,4 Prozent.

Papiere von Progress Energy Resources schossen in Toronto um rund 74 Prozent in die Höhe. Der kanadische Erdgaskonzern gab bekannt, dass er der Übernahme durch den staatlichen malaysischen Öl- und Gaskonzern PETRONAS zugestimmt hat. Demnach wird die PETRONAS Carigali Canada Ltd. (PETRONAS Canada) demnach für jede Aktie von Progress Energy Resources 20,45 Kanadische Dollar (CAD) in bar bezahlen. Dies beinhaltet eine Prämie von 77 Prozent auf den gestrigen Schlusskurs der Aktie von Progress Energy Resources. Einschließlich zu übernehmender Verbindlichkeiten beläuft sich das Gesamtvolumen der Transaktion auf 5,5 Mrd. CAD. Das Board of Directors von Progress Energy hat der Akquisition bereits zugestimmt.

Ebenfalls im Fokus standen heute JPMorgan (JPMorgan ChaseCo). Die größte US-Bankgesellschaft könnte sich Presseangaben zufolge im Zusammenhang mit den zuletzt bekannt gewordenen Fehlspekulationen im Eigenhandel mit deutlich größeren Verlusten konfrontiert sehen als bislang angenommen. Laut einem Zeitungsbericht könnte sich der im vergangenen Monat ans Licht gekommene Verlust ("London Whale"), dessen Größenordnung zunächst auf 2 Mrd. US-Dollar beziffert wurde, nun auf bis zu 9 Mrd. US-Dollar belaufen. Indes sei JPMorgan bereits zu mehr als der Hälfte aus der belasteten Position ausgestiegen, wobei die Position bis Anfang 2013 komplett abgestoßen werden soll, so die Zeitung. Titel von JPMorgan büßten 2,5 Prozent ein.

Die Einzelhandelskette Family Dollar Stores meldete, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 12 Prozent gestiegen ist, was mit einer stärkeren Frequentierung ihrer Geschäfte seitens einkommensschwächerer Kunden zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch knapp verfehlt. Family Dollar Stores gaben 2,8 Prozent ab. Zudem hat Schnitzer Steel (Schnitzer Steel Industries) die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Dabei wurde ein Gewinn- und Umsatzrückgang verbucht. Unter anderem hatte der Konzern unter dem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld zu leiden, was gegenüber dem Vorjahresquartal zu einem deutlichen Gewinnrückgang geführt habe. Im Vergleich zum zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres habe man das Ergebnis jedoch verbessern können. Zu dem sequenziellen Ergebnisanstieg beigetragen habe vor allem die starke Entwicklung Autoteile-Segment und eine Stabilisierung im Stahl- und Recycling-Geschäft, so der Konzern weiter. Schnitzer Steel zogen vor diesem Hintergrund um 5,8 Prozent an.

Schließlich gab es Neuigkeiten bei QUALCOMM . Der Spezialist für Mobilfunktechnologie plant eine Umstrukturierung und gründet dazu die Tochtergesellschaft Qualcomm Technologies Inc. (QTI), in welche die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) sowie das Produkt- und Servicegeschäft (einschließlich Halbleitergeschäft QCT) eingebracht werden sollen. Konzernangaben zufolge soll die neue Struktur bis zum ersten Quartal 2013 abgeschlossen sein. Von dieser Maßnahme verspricht man sich einen besseren Schutz seiner Patente. QUALCOMM verlor 1,1 Prozent. (28.06.2012/ac/n/m)

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