New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen beendeten den Handelstag mit deutlichen Abschlägen. Dabei lasteten vor allem die unerwartet schwachen Quartalszahlen von Alcoa auf der Stimmung. Der Dow Jones verlor zuletzt 0,34 Prozent auf 10.627,26 Punkte. Der Nasdaq Composite gab unterdessen 1,30 Prozent auf 2.282,31 Zähler nach, und der S&P 500 knickte um 0,94 Prozent auf 1.136,22 Punkte ein.
Laut US-Handelsministerium hat sich das Defizit beim Handel mit Waren und Dienstleistungen im November 2009 ausgeweitet. So hat sich das Handelsbilanzdefizit um 9,7 Prozent auf 36,4 Mrd. Dollar erhöht, während Volkswirte nur einen Zuwachs auf 34,6 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Für Oktober war ein Passivsaldo von revidiert 33,2 Mrd. Dollar ausgewiesen worden. Im Einzelnen kletterten die Exporte binnen Monatsfrist um 0,9 Prozent, während die Importe um 2,6 Prozent anzogen.
Die Aktie von Alcoa knickte um 11 Prozent ein. Der Aluminiumkonzern hatte gestern nach Börsenschluss für das vierte Quartal 2009 einen Nettoverlust von 277 Mio. Dollar bzw. 28 Cents je Aktie ausgewiesen. Im Vorjahreszeitraum musste der Konzern noch einen Nettoverlust von 1,2 Mrd. Dollar bzw. 1,49 Dollar je Aktie hinnehmen. Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 5,43 Mrd. Dollar. Auf bereinigter Basis erzielte Alcoa im vierten Quartal 2009 einen Gewinn von 1 Cent je Aktie. Damit wurden die durchschnittlichen Analystenschätzungen, die bei einem Gewinn von 6 Cents je Aktie gelegen hatten, deutlich verfehlt.
Das Papier von Electronic Arts gab um fast 8 Prozent nach. Der Computerspieleproduzent hat am Montagabend die Investoren mit einer Gewinnwarnung geschockt. Demnach wird für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2010 mit einem bereinigten EPS in einem Bereich von 29 Cents bis 33 Cents kalkuliert. Der Quartalsumsatz wird von Unternehmensseite bei 1,33 Mrd. Dollar bis 1,35 Mrd. Dollar gesehen. Analysten gehen für das dritte Quartal von einem EPS von 56 Cents sowie einem Umsatz von 1,42 Mrd. Dollar aus. Für das gesamte Geschäftsjahr 2010 kalkuliert der Konzern nun mit einem bereinigten EPS zwischen 40 Cents und 55 Cents (bisher: 70 Cents bis 1,00 Dollar) bei einem Umsatz von 4,125 Mrd. Dollar bis 4,2 Mrd. Dollar (bisher: 4,2 Mrd. Dollar bis 4,4 Mrd. Dollar).
Der Ölkonzern Chevron geht für das vierte Quartal von einem sequenziellen Gewinnrückgang aus. Wie der Konzern am Montagabend erklärte, erwartet man im Schlussquartal für den Upstream-Bereich ein Ergebnis auf dem Niveau des vorhergehenden Quartals. Nach Einschätzung von Chevron dürfte das Ergebnis im Downstream-Geschäft jedoch deutlich unter dem des Vorquartals liegen. In diesem Zusammenhang wurde vor allem auf die deutlich gefallenen Raffineriemargen verwiesen. Der Anteilschein von Chevron bewegte sich infolge der Meldung mit 0,6 Prozent im Minus.
Der Lebensmittelhersteller H.J. Heinz (HJ Heinz) hat seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr bestätigt. So erwartet man für das Fiskaljahr beim Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft weiterhin einen Gewinn je Aktie im Bereich von 2,72 bis 2,82 Dollar. Dabei beinhalte diese Prognose auch die Auswirkungen einer Abwertung der Leitwährung in Venezuela, teilte der Konzern weiter mit. Der Anteilschein von H.J. Heinz gewann heute moderate 0,1 Prozent hinzu.
Die Supermarktkette Great Atlantic & Pacific Tea (A&P) (Great AtlanticPacific Tea) teilte mit, dass sich ihr Verlust im dritten Quartal deutlich vergrößert hat, was mit hohen Sonderbelastungen und rückläufigen Umsätzen zusammenhängt. Der Nettoverlust belief sich auf 559,6 Mio. Dollar bzw. 14,35 Dollar pro Aktie, nach einem Minus von 14,4 Mio. Dollar bzw. 1,90 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Der Verlust aus dem laufenden Geschäft lag bei 12,85 Dollar pro Aktie. Der Umsatz verringerte sich von 2,12 Mrd. Dollar auf 1,96 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 72 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 2,07 Mrd. Dollar ausgegangen. Die A&P-Aktie brach nach Zahlen um 20 Prozent ein.
Das Papier von Tiffany & Co (TiffanyCo) gab ein halbes Prozent ab. Die Juwelierkette hat heute nach starken Umsatzzahlen ihre Prognosen angehoben. Demnach verzeichnete der Konzern in den zwei Monaten bis zum 31. Dezember 2009 einen Umsatzanstieg von 17 Prozent auf 799,1 Mio. Dollar. Bei den vergleichbaren Umsatzerlösen wurde bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, ein Umsatzplus von 8 Prozent verzeichnet. Tiffany erwartet nun für das Gesamtjahr einen Umsatz von 2,7 Mrd. Dollar, wobei der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft bei 2,07 bis 2,12 Dollar je Aktie liegen soll. Zuvor hatte der Konzern hier ein EPS von 1,88 bis 1,98 Dollar in Aussicht gestellt.
Am morgigen Mittwoch werden unter anderem die Zahlen zum US-amerikanischen Staatshaushalt für Dezember 2009 bekannt gegeben. Ferner steht die Veröffentlichung des Beige Book der Federal Reserve Bank auf dem Programm.
(12.01.2010/ac/n/m)