New York (aktiencheck.de AG) - Nach besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten schlossen die US-Indizes am Donnerstag mit deutlichen Aufschlägen. Auch gute Umsatzzahlen aus dem Einzelhandelssektor sorgten für Kauflaune. Der Dow Jones verbesserte sich um 0,74 Prozent auf 12.719,49 Punkte. Der S&P 500 gewann 1,05 Prozent auf 1.353,22 Zähler. Der NASDAQ Composite legte um 1,36 Prozent auf 2.872,66 Punkte zu.
Im Blickpunkt standen vor allem die aktuellen Daten vom Arbeitsmarkt, die überraschend positiv ausfielen. So hat sich die US-Beschäftigung nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP) im Juni 2011 weiter erhöht. Die Beschäftigtenzahl im Privatsektor stieg gegenüber dem Vormonat um 157.000. Hierbei wuchs die Zahl um 27.000 im Produzierenden Gewerbe und kletterte um 130.000 im Dienstleistungsbereich. Für Mai war ein revidierter Anstieg um 36.000 (vorläufig: 38.000) verbucht worden.
Derweil hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 02. Juli 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 14.000 auf 418.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 425.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 428.000 auf 432.000 nach oben korrigiert.
Im Fokus der Anleger standen daneben zahlreiche Umsatzzahlen aus dem Einzelhandelssektor, die allerdings überwiegend positiv ausfielen. Mit einem Aufschlag von 7,1 Prozent waren Aktien von Kohl`s besonders gefragt. Der Einzelhändler erhöhte im Juni den konsolidierten Umsatz auf Konzernebene um 9,2 Prozent auf 1,75 Mrd. US-Dollar. Bei den vergleichbaren Umsatzerlösen wurde ein Anstieg um 7,5 Prozent ausgewiesen.
Positiv aufgenommen wurden auch die Zahlen von Target . Der Discount-Händler konnte im Juni 2011 bei den vergleichbaren Umsätzen einen Zuwachs um 4,5 Prozent ausweisen. Analysten waren im Vorfeld von einer Zunahme bei den so genannten Same-Store Sales um 3,2 Prozent ausgegangen. Das Papier gewann 6,7 Prozent.
Auch der Großhändler Costco Wholesale . So konnte dieser im Juni mit einem Umsatzplus aufwarten. Der kumulierte Gesamtumsatz lag auf Konzernebene im Berichtszeitraum mit 8,69 Mrd. US-Dollar um 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Ohne die Berücksichtigung von kalendarischen Effekten und den Umsatzerlösen des Joint Ventures in Mexiko wurde im Vorjahresvergleich ein Umsatzplus von 15 Prozent ausgewiesen. Bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, wurde ein Plus von 14 Prozent bei den vergleichbaren Umsatzerlösen verzeichnet. Die Aktie verlor 0,7 Prozent.
Die Anteilsscheine von Macy`s (Macys) legten um 5,5 Prozent zu. Die Kaufhauskette konnte den konsolidierten Konzernumsatz im Juni um 7,5 Prozent auf 2,39 Mrd. US-Dollar erhöhen. Bei den vergleichbaren Filialumsätzen wurde ein Anstieg von 6,7 Prozent ausgewiesen. Angesichts der besser als erwarteten Umsatzentwicklung hob der Konzern seine Prognose bei den so genannten Same Store Sales für das zweite Quartal an. Hier geht man nunmehr von einem Plus von 6 Prozent aus, nachdem man hier zuvor einen Anstieg von 4 Prozent in Aussicht gestellt hatte.
Überzeugen konnte ferner Limited Brands . Der Umsatz auf Konzernebene stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahr von 965,4 Mio. US-Dollar auf 1,08 Mrd. US-Dollar. Bei den vergleichbaren Filialumsätzen bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, wurde ein Umsatzplus von 12 Prozent verzeichnet. Für die Titel des Einzelhandelskonzerns ging es um 2,7 Prozent nach oben.
Die Bekleidungskette TJX Cos. (TJX Cos) verzeichnete im Juni ebenfalls einen deutlichen Umsatzanstieg und hob zudem die Prognose für das zweite Quartal 2011 an. Der Titel verteuerte sich um 2,2 Prozent.
Für eine Enttäuschung sorgte allerdings JCPenney (J C Penney Company). Zwar steigerte man im Juni 2011 die vergleichbaren Umsätze um 2,0 Prozent. Analysten waren im Vorfeld aber von einer Zunahme der so genannten Same-Store Sales um 2,3 Prozent ausgegangen. Infolge eines schwachen Marktumselds erwartet das Unternehmen für das zweite Quartal nur noch ein Ergebnis je Aktie auf Vorjahresniveau von 6 Cents, während die Analystenprognose auf 22 Cents lautet. Das Papier verlor 1,4 Prozent an Wert.
Die Aktie von JPMorgan Chase & Co. (JPMorgan ChaseCo) gewann 1,9 Prozent. Die US-Bankgesellschaft muss Zahlungen leisten, um zwielichtige Geschäfte mit kommunalen Anleihen aus der Welt zu schaffen. Wie das US-Justizministerium am Donnerstag mitteilte, bezahlt der Finanzkonzern insgesamt 228 Mio. US-Dollar an Strafen und Wiedergutmachung. Hintergrund der Strafzahlungen ist die Tatsache, dass Mitarbeiter der US-Bank das Bieterverfahren manipuliert hatten, mit dem Kommunen oder andere öffentliche Einrichtungen die beste Geldanlage finden sollten. Wegen ähnlicher Vorgänge hatte bereits die Bank of America 137 Mio. US-Dollar bezahlt, die Schweizer Großbank UBS 160 Mio. US-Dollar.
International Speedway (International Speedway) wies im zweiten Quartal trotz rückläufiger Umsatzerlöse einen Gewinnanstieg aus. Allerdings wurden gewinnseitig die Analystenerwartungen verfehlt. Die Aktie des Rennstreckenbetreibers verbesserte sich dennoch um 2,9 Prozent.
Pfizer (Pfizer) zieht im Rahmen der weiteren Fokussierung auf das Kerngeschäft einen Verkauf seiner beiden Konzernsparten Animal Health und Nutrition in Betracht. Die Anleger honorierten die Pläne nicht: Die Titel des Pharmakonzerns verloren 2,7 Prozent an Wert.
Die Aktie von Lumber Liquidators Holdings Inc. brach nach einer Gewinnwarnung um 28,6 Prozent ein. Die Einzelhandelskette, die Bodenbeläge verkauft, hat ihre Gewinnprognose für zweite Quartal und für das Gesamtjahr gesenkt. Demnach rechnet das Unternehmen für das zweite Quartal nur noch mit einem Gewinn zwischen 18 und 20 Cents je Aktie. Analysten prognostizieren derzeit ein EPS in Höhe von 31 Cents. Für das Gesamtjahr 2011 erwartet das Unternehmen nur noch einen Gewinn von 1,00 bis 1,15 US-Dollar je Aktie, nachdem man bislang ein EPS zwischen 1,13 und 1,28 US-Dollar in Aussicht gestellt. Hier prognostizieren Analysten im Schnitt bislang ein Ergebnis in Höhe von 1,20 US-Dollar.
Wie bereits gestern nach Börsenschluss bekannt gegeben wurde, konnte AMR , die Muttergesellschaft der Fluggesellschaft American Airlines, im Juni 2011 die Passagierzahlen verbessern. So erhöhte sich die Zahl der verkauften Sitzmeilen um 1,3 Prozent auf 11,39 Milliarden. Die Zahl der angebotenen Sitzmeilen stieg um 1,8 Prozent auf 13,20 Milliarden. Der Sitzladefaktor ging um 0,4 Prozentpunkte auf nun 86,3 Prozent zurück. Die Zahl der beförderten Passagiere stieg um 0,8 Prozent auf 7,71 Millionen. Der Titel verbesserte sich um 1,7 Prozent. (07.07.2011/ac/n/m)