New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Donnerstag mit kräftigen Zugewinnen aus dem Handel gehen. Neben zahlreichen Konjunkturdaten rückte dabei die bislang mehrheitlich positiv verlaufende Berichtssaison mehr und mehr in den Fokus der Investoren. Zudem brachten der Euro-Krisengipfel und das beschlossene Hilfspaket für Griechenland positive Impulse. Der Dow Jones verbesserte sich um 1,21 Prozent auf 12.724,41 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,72 Prozent auf 2.834,43 Punkte zulegte. Der S&P 500 gewann 1,35 Prozent auf 1.343,80 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 16. Juli 2011 verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 10.000 auf 418.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 411.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 405.000 auf 408.000 nach oben korrigiert. Die US-Frühindikatoren sind im Juni 2011 gestiegen. Auf Monatssicht erhöhte sich die wirtschaftliche Aktivität um 0,3 Prozent, während Volkswirte ebenfalls ein Plus von 0,3 Prozent prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Zuwachs um 0,8 Prozent ermittelt worden. Der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia hat sich im Juli 2011 deutlich verbessert. Demnach ist der Index von -7,7 Punkten im Vormonat auf nun +3,2 Punkte gestiegen. Volkswirte waren im Vorfeld von einem Anstieg auf -2,7 Punkten ausgegangen.
Im Zentrum des Interesses der Investoren standen heute Quartalszahlen, die bereits gestern nach Börsenschluss vermeldet wurden. Für eine positive Überraschung sorgte dabei Intel . So konnte der größte Chip-Hersteller der Welt im zweiten Quartal 2011 einen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen und die Erwartungen der Analysten übertreffen. Intel führte dies vor allem auf die Stärke im Firmenkundengeschäft und die Entwicklung in den Emerging Markets zurück. Das Nettoergebnis belief sich auf 2,95 Mrd. US-Dollar bzw. 54 Cents je Aktie, nach 2,89 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EPS wurde mit 59 Cents angegeben. Die Erwartungen der Analysten hatten zuvor bei lediglich 51 Cents je Aktie gelegen. Allerdings hat der Konzern auch die Prognosen für das Wachstum des PC-Marktes gesenkt. Die Aktie verschlechterte sich um 0,8 Prozent. Daneben legten eBay nach Zahlen zum zweiten Quartal 2011 um 0,8 Prozent zu. Der Internetkonzern hat zwar aufgrund deutlich verbesserter Umsätze den bereinigten Gewinn deutlich steigern und die Erwartungen schlagen können. Allerdings fiel der Ausblick gemischt aus. Für die Anteilsscheine des Kreditkartenanbieters American Express ging es indes um 0,9 Prozent nach oben. Der Konzern konnte bei Umsatz- und Gewinn die Erwartungen der Analysten übertreffen. Dabei profitierte der Kreditkartenanbieter von der stärkeren Nutzung der ausgegebenen Karten und einer besseren Zahlungsmoral.
Ebenfalls gestern nach Börsenschluss meldete sich QUALCOMM mit Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2010/2011 zu Wort. Der Spezialist für Mobilfunktechnologie steigerte vor dem Hintergrund einer starken Chip-Nachfrage seinen Gewinn. Dabei konnten die Erwartungen geschlagen werden. Der Titel gab dennoch um 0,6 Prozent nach. Schließlich verbesserten sich Xilinx um 1,6 Prozent. Der Konzern verzeichnete im ersten Fiskalquartal 2011/2012 einen Umsatzanstieg. Allerdings war der Gewinn leicht rückläufig. Die Erwartungen der Analysten wurden aber geschlagen.
Auch heute gab es bereits wieder zahlreiche interessante Quartalsausweise. Im Blick stehen dabei im frühen Handel vor allem auch die Aktien von PepsiCo . Der zweitgrößte Softdrink-Konzern der Welt verbesserte seinen Gewinn im zweiten Quartal. Dabei profitierte man von erhöhten Snack-Umsätzen und der Übernahme eines russischen Getränkeunternehmens. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis erfüllt. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn belief sich auf 1,89 Mrd. US-Dollar bzw. 1,17 US-Dollar pro Aktie, nach 1,60 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Um Einmaleffekte bereinigt lag der jüngste Gewinn bei 1,21 US-Dollar (Vorjahr: 1,10 US-Dollar) pro Aktie. Der Umsatz nahm um 14 Prozent auf 16,83 Mrd. US-Dollar zu. Für das laufende Geschäftsjahr 2011 rechnet der Konzern nun mit einem Wachstum beim um Einmaleffekte bereinigten EPS-Ergebnis im hohen einstelligen Prozentbereich (inkl. eines positiven Währungseffekts) gegenüber dem Vorjahr. Zuvor war man hier von einer Steigerung von 7 bis 8 Prozent auf Basis konstanter Währungen ausgegangen. Der Titel verlor 3,4 Prozent an Wert. Überzeugen konnte hingegen Morgan Stanley , obwohl die Bank im zweiten Quartal einen Verlust auswies. So verbesserten sich die Umsatzerlöse auf 9,28 Mrd. US-Dollar, nach 7,96 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 558 Mio. US-Dollar bzw. 38 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 1,58 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor allerdings einen Verlust von 62 Cents bei Umsatzerlösen von 8,04 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Aktie schoss um 11,4 Prozent nach oben.
Gut verbunden sind heute die Aktionäre des Telekommunikationskonzerns AT&T (AT&T). So verteuerte sich ihr Anteilsschein um 0,2 Prozent, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal 2011 ein geringeres Ergebnis auswies. Die Gewinnerwartungen der Analysten wurden aber erreicht. Philip Morris (Philip Morris International) verzeichnete daneben im zweiten Quartal einen Gewinnanstieg. Die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen. Zudem wurde die Jahresprognose nach oben revidiert. Die Anteilsscheine des Zigarettenherstellers rückten um 4,8 Prozent vor. Union Pacific konnte im zweiten Quartal 2011 dank eines starken operativen Geschäfts ein Plus bei Umsatz und Gewinn ausweisen und die Erwartungen schlagen. Die Aktie legte daraufhin um 4,6 Prozent zu.
Whirlpool (Whirlpool) musste im zweiten Quartal einen Verlust ausweisen. Zurückzuführen war dies auf hohe Sonderbelastungen, vor allem als Folge eines Vergleichs in einem Rechtsstreit. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis verfehlt. Gleichzeitig wurde der Ausblick bestätigt. Die Aktie des Haushaltsgeräteherstellers verschlechterte sich um 3,8 Prozent. Danaher gaben gleichzeitig um 1,3 Prozent nach. Der Industriekonzern verbesserte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis und konnte die Erwartungen der Analysten übertreffen.
United Continental Holdings (United Continental) flogen um 0,3 Prozent vor. Die Muttergesellschaft der beiden US-Fluglinien United Airlines und Continental Airlines verbuchte im zweiten Quartal einen geringeren Gewinn. Zurückzuführen war dies vor allem auf deutlich höhere Kerosinpreise. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch geschlagen. Die US Airways Group , eine der größten Fluggesellschaften in den USA, hatte im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch zu verkraften, was auf deutlich gestiegene Kerosinpreise zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Die Aktie der US Airways Group schloss unverändert.
Auch Eli Lilly (Eli Lilly and) gab heute die Geschäftszahlen für das zweite Quartal bekannt. Dabei konnte der Pharmakonzern in diesem Zeitraum den Umsatz um 9 Prozent steigern. Der Nettogewinn war allerdings leicht rückläufig. Die Erwartungen der Analysten wurden aber knapp geschlagen. Das Papier verbesserte sich um 3 Prozent. Der Generika-Hersteller Baxter (Baxter International) steigerte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis. Gewinnseitig wurden sowohl die unternehmenseigene Prognose als auch die Erwartungen der Analysten übertroffen. Zudem wurde auch die Prognose für das Gesamtjahr leicht angehoben. Der Titel rückte um 2,6 Prozent vor.
Schließlich wurde heute aus den USA auch eine große Übernahme gemeldet. So will der Gesundheitsdienstleister Express Scripts seinen Rivalen Medco Health Solutions übernehmen. Dabei sollen die Aktionäre von Medco Health im Rahmen der Übernahme für jede ihrer Aktien 28,80 US-Dollar in bar sowie 0,81 Anteilsscheine von Express Scripts erhalten. Auf Basis der letzten Schlusskurse wird Medco Health mit 71,36 US-Dollar je Aktie bewertet, wobei das Gesamtvolumen der Übernahme bei 29,1 Mrd. US-Dollar liegt. Während sich Express Scripts um 5,4 Prozent verteuern, schießen Medco Health Solutions um 14,4 Prozent nach oben. (21.07.2011/ac/n/m)