New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen konnten am Freitag mit Aufschlägen aus dem Handel gehen. Im Fokus standen dabei einige Konjunkturdaten und die Zukunft der US-Autohersteller nach dem Scheitern des Rettungspakets im US-Senat. Für gute Laune sorgte dabei die Meldung, dass die Autohersteller durch Mittel aus dem Bankenrettungsplan gerettet werden sollen.
Der Einzelhandelsumsatz in den USA hat sich im November weiter verringert. Auf Monatssicht schrumpften die Umsatzerlöse um 1,8 Prozent, während sie im Oktober noch um 2,9 Prozent gefallen waren. Volkswirte hatten einen Umsatzrückgang um 2,0 Prozent prognostiziert. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche sanken die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent. Experten waren von einer Abnahme um 1,8 Prozent ausgegangen, nach einem Minus von 2,4 Prozent im Oktober.
Zudem haben sich die amerikanischen Erzeugerpreise im November erneut reduziert. Binnen Monatsfrist schrumpften die Preise um 2,2 Prozent. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise legten die Preise in der Kernrate hingegen leicht um 0,1 Prozent zu. Volkswirte hatten im Vorfeld ein Minus von 2,0 bzw. ein Plus 0,1 Prozent prognostiziert.
Die Lagerbestände in den US-Industrie- und Handelsunternehmen wiesen im Oktober 2008 einen Rückgang aus. So lagen die Bestände um 0,6 Prozent unter dem Vormonatsniveau, während Volkswirte nur ein Minus von 0,2 Prozent erwartet hatten. Im September waren die Lagerbestände um 0,2 Prozent zurückgegangen.
Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich laut der Universität Michigan im Dezember 2008 überraschend verbessert. So erhöhte sich der Gesamtindex des Verbrauchervertrauens auf 59,1 Punkte. Volkswirte waren hingegen von einer Abnahme auf 55,0 Punkte ausgegangen, nach 55,3 Punkten im Vormonat.
Der Dow Jones gewann am Ende 0,75 Prozent auf 8.629,68 Punkte, der S&P 500 legte 0,70 Prozent auf 879,73 Zähler zu. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete wiederum ein Plus von 2,18 Prozent auf 1.540,72 Punkte.
Der angeschlagene US-Automobilkonzerns GM kündigte an, im ersten Quartal 2009 die Produktion um 250.000 Fahrzeuge zu kürzen. Auslöser für die Maßnahme ist weiter die Krise der US-Autoindustrie. Das Rettungspaket hatte zuvor im US-Senat keine Mehrheit gefunden. Der kurz zuvor von Demokraten und Republikaner ausgehandelte Kompromissentwurf scheiterte, weil die Republikaner Lohnkürzungen bei den Herstellern GM, Ford und Chrysler forderten, denen die Gewerkschaft jedoch ihre Zustimmung verweigerte. Das US-Repräsentantenhaus hatte bereits zuvor die Finanzhilfen in Höhe von rund 14 Mrd. Dollar für die Automobilkonzerne gebilligt. Im Handelsverlauf wurden Berichte laut, wonach Gelder aus dem Bankenrettungspaket für die Automobilindustrie eingesetzt werden sollen. Die GM-Aktie verlor mehr als 4 Prozent. Bei Ford ging es fast 5 Prozent nach oben.
Die Bank of America beabsichtigt im Zusammenhang mit der laufenden Übernahme von Merrill Lynch und dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld eine signifikante Zahl von Arbeitsplätzen abzubauen. Den Angaben zufolge sollen in den nächsten drei Jahren schätzungsweise 30.000 bis 35.000 Stellen gestrichen werden. Die Aktie der Bank of America notierte kaum verändert.
Der Mischkonzern United Technologies hat seine Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Für das Geschäftsjahr 2009 gab der Industriekonzern vor dem Hintergrund der sich verschärfenden konjunkturellen Gesamtsituation sowie negativer Wechselkurseffekte allerdings einen verhaltenen Ausblick. Am Ende ging es 3,7 Prozent nach oben.
Der Automobilzulieferer BorgWarner hat am Donnerstagabend vor dem Hintergrund der schwierigen Gesamtsituation in der Automobilindustrie seine Prognose nach unten revidiert. In der Folge verlor die Aktie knapp 5,5 Prozent.
Der US-Automobilzulieferer Lear zieht seine Prognose für das Gesamtjahr 2008 zurück, was mit der anhaltenden Schwäche der weltweiten Automobilnachfrage und den Unsicherheiten in der gesamten Industrie zusammenhängt. In der Folge gaben die Papiere 2,6 Prozent nach.
Der Halbleiterhersteller Fairchild Semiconductor beabsichtigt rund 1.100 Stellen bzw. 12 Prozent der Belegschaft abzubauen. Zudem wurde die Umsatzplanung für das vierte Quartal gesenkt. Bis zum Abend gewann der Titel knapp 13 Prozent. (12.12.2008/ac/n/m)