New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Mittwoch angesichts der Zinsentscheidung der Fed und vor dem Hintergrund überwiegend guter Quartalsausweise deutlich zulegen. Der Dow Jones gewann 0,76 Prozent auf 12.690,96 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,78 Prozent auf 2.869,88 Punkte zulegte. Der S&P 500 stieg um 0,62 Prozent auf 1.355,66 Punkte.
Der Offenmarktausschuss FOMC der US-Notenbank Fed hat über die Leitzinsen und die weitere Geldpolitik im Dollar-Raum beraten. Dabei haben die Notenbänker die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 0,0 bis 0,25 Prozent belassen. Der Offenmarktausschuss bekräftigte daneben auch den Zeitplan des 2. Programms der Quantitativen Lockerung (Quantitative Easing 2). Zudem wurden die BIP-Prognosen gesenkt und die Inflationserwartungen erhöht. Daneben ermittelte die Mortgage Bankers Association of America (MBA) für die Woche zum 22. April 2011 einen saisonbereinigten Rückgang bei der Zahl der Hypothekenanträge. So verringerte sich der entsprechende Index um 5,6 Prozent. In der Vorwoche war ein Plus von 5,3 Prozent ausgewiesen worden. Im Einzelnen fiel der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 0,6 Prozent, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 13,6 Prozent nachgab. Ferner ist Auftragseingang langlebiger Güter im März 2011 nach Angaben des US-Handelsministeriums angewachsen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um 2,5 Prozent über dem Vormonatsniveau, während Volkswirte nur eine Zunahme um 1,8 Prozent prognostiziert hatten. Für Februar war ein Plus von revidiert 0,7 (vorläufig: -0,6) Prozent ermittelt worden.
Im Blick standen heute die Aktien von Amazon.com (Amazoncom). Der Online-Einzelhändler veröffentlichte gestern nach Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2011. Dabei verfehlte man mit einem Gewinneinbruch die Erwartungen klar. Der Umsatz konnte zwar um 38 Prozent gesteigert werden und hat damit die Erwartungen übertroffen. Das Nettoergebnis fiel aber von 299 Mio. US-Dollar auf nun 201 Mio. US-Dollar bzw. 44 Cents je Aktie. Die Analysten hatten zuvor ein EPS von 61 Cents erwartet. Für das derzeit laufende zweite Quartal 2011 erwartet Amazon ein operatives Ergebnis zwischen 95 und 245 Mio. US-Dollar bei Umsätzen von 8,85 bis 9,65 Mrd. US-Dollar. Dagegen erwarten die Analysten ein EPS von 57 Cents bei Umsatzerlösen von 8,74 Mrd. US-Dollar. Die Aktie legte dennoch um 7,9 Prozent zu. Indes verbilligten sich Broadcom um 12,3 Prozent. Der Technologiekonzern konnte im ersten Quartal den Umsatz um 24 Prozent steigern. Der Gewinnanstieg konnte ebenfalls überzeugen. Allerdings enttäuschte der Ausblick. Ferner reduzierte der Fahrzeugvermieter Hertz (Hertz Global) den Verlust im ersten Quartal. Dabei profitierte man von Kostensenkungen und einem Umsatzanstieg. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Zudem wurde der Ausblick erhöht. Der Anteilsschein rückte um 0,8 Prozent vor. Schließlich konnte der Chip-Hersteller Altera im ersten Quartal dank eines Umsatz- und Gewinnanstiegs die Erwartungen schlagen. Das Papier kletterte um 4,1 Prozent nach oben.
Auch heute gab es bereits eine ganze Reihe von interessanten Quartalsausweisen. Boeing hat im ersten Quartal einen Gewinnanstieg ausgewiesen und bestätigte im Anschluss die Prognose für das laufende Fiskaljahr. Der Umsatz des Flugzeugherstellers lag mit 14,91 Mrd. US-Dollar um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim Nettogewinn wurde ein Anstieg auf 586 Mio. US-Dollar bzw. 78 Cents je Aktie ausgewiesen, nach zuvor 519 Mio. US-Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 72 Cents bei Umsatzerlösen von 15,13 Mrd. US-Dollar erwartet. Der Anteilsschein verbesserte sich um 0,8 Prozent. Corning verteuerten sich um 2,3 Prozent. Der Technologiekonzern musste im ersten Quartal zwar einen Gewinnrückgang ausweisen, konnte dabei jedoch die Analystenschätzungen übertreffen.
Whirlpool (Whirlpool), der weltgrößte Haushaltsgerätehersteller, konnte seinen Gewinn im ersten Quartal leicht gestiegen. Dabei profitierte man von geringeren Kosten und Umsatzzuwächsen in fast allen Märkten. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Indes wurde der Ausblick bestätigt. Die Aktie rückte um 0,9 Prozent vor. Derweil konnte der Verpackungs- und Papierhersteller MeadWestvaco seinen Gewinn im ersten Quartal mehr als verdoppeln. Dabei profitierte man von einer soliden Umsatzentwicklung. Auf bereinigter Basis wurden die Gewinnerwartungen klar geschlagen. Der Titel verteuerte sich um 1,8 Prozent.
WellPoint (WellPoint) kletterten um 3,5 Prozent nach oben. Der nach Mitgliederzahlen größte Krankenversicherer in den USA verbesserte im ersten Quartal den Nettogewinn und schlug die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich. Moody`s (Moodys), die Muttergesellschaft der gleichnamigen Rating-Agentur, konnte indes im ersten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten und die Schätzungen der Analysten deutlich übertreffen. Zudem wurde die Gesamtjahresprognose angehoben. Der Anteilsschein verteuerte sich um 6,7 Prozent.
Im Blick stehen heute zudem die Aktien des Ölfeld-Servicedienstleisters Baker Hughes . Die Gesellschaft konnte ihren Gewinn im ersten Quartal angesichts eines deutlichen Umsatzwachstums verdreifachen und profitierte dabei von gestiegenen Bohraktivitäten in Nordamerika, der Konsolidierung von BJ Services sowie einer anhaltenden Verbesserung der internationalen Margen. Der Titel legte um 4,4 Prozent zu. ConocoPhillips verbilligten sich um 1,7 Prozent, nachdem der Ölkonzern sein Ergebnis im ersten Quartal 2011 deutlich verbessern konnte. Hess erzielte im ersten Quartal 2011 ebenfalls ein Gewinnwachstum. Hintergrund waren die gestiegenen Preise für Rohöl. Die Aktie des Ölkonzerns verbesserte sich um 2,6 Prozent.
Der Rüstungskonzern General Dynamics wartete derweil im ersten Quartal mit einem Gewinnanstieg auf und übertraf die Gewinnerwartungen der Analysten leicht. Das Papier legte 0,1 Prozent zu. Die Aktien des Konkurrenten Northrop Grumman verteuerten sich derweil um 0,7 Prozent, nachdem der Rüstungskonzern im ersten Quartal 2011 ein höheres Ergebnis verzeichnen konnte und deshalb seinen Ausblick angehoben hat.
Exelon (Exelon) legten um 0,8 Prozent zu. Der Kraftwerksbetreiber musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang verbuchen. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch übertroffen, was mit höheren Strompreisen in den Mittelatlantik-Staaten zusammenhängt. Zudem wurde die Jahresplanung bekräftigt. Der Chemie- und Industriegasekonzern Praxair konnte indes im ersten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten und die Erwartungen der Analysten übertreffen. Die Aktie verschlechterte sich um 1,9 Prozent. Regis brachen um 5,6 Prozent ein. Der weltweit größte Betreiber von Friseursalons musste im dritten Quartal einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen. Zudem fiel der Ausblick verhalten aus.
Neuigkeiten gibt es heute auch von der Akquisitionsfront. Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) stärkt sein Medizingeschäft und hat sich mit dem Medizintechnikkonzern Synthes auf eine Übernahme geeinigt. Das Transaktionsvolumen beläuft sich auf 21,3 Mrd. US-Dollar. Die jeweiligen Boards von Johnson & Johnson und Synthes haben der Akquisition bereits zugestimmt, hieß es weiter. Johnson & Johnson legten um knapp 1 Prozent zu. (27.04.2011/ac/n/m)