New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Dienstag kräftige Zugewinne verzeichnen. Der Dow Jones Industrial Average legte am Ende 1,01 Prozent zu auf 10.405,85 Zähler. Der S&P 500 gewann daneben 1,22 Prozent auf 1.092,54 Stellen. Der NASDAQ Composite konnte um 1,26 Prozent vorrücken auf 2.209,44 Punkte.
Die US-Industrieproduktion ist im Juli stärker als erwartet angewachsen. So lag der Produktionsausstoß um 1,0 Prozent über seinem Vormonatsniveau. Volkswirte hatten nur einen um 0,6 Prozent höheren Output prognostiziert. Zudem erhöhte sich die Kapazitätsauslastung der Industrie auf 74,8 Prozent, während die Prognose auf 74,5 Prozent gelautet hatte. Gleichzeitig sind die US-Erzeugerpreise im Juli gestiegen. Binnen Monatsfrist erhöhten sich die Preise um 0,2 Prozent. In der Kernrate stiegen die Preise um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten Preissteigerungen von 0,2 bzw. 0,1 Prozent prognostiziert. Wie ferner bekannt wurde, haben die Baugenehmigungen in den USA im Juli einen Rückgang verzeichnet. So wurden insgesamt 0,565 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurde das Vormonatsniveau um 3,1 Prozent verfehlt. Volkswirte hatten lediglich eine Abnahme auf 0,573 Millionen Genehmigungen geschätzt. Dagegen haben die Wohnbaubeginne einen Zuwachs ausgewiesen. So belief sich die Zahl auf 0,546 Millionen Baubeginne. Damit wurde das Vormonatsniveau um 1,7 Prozent übertroffen. Volkswirte waren von einer Zahl von 0,555 Millionen Baubeginnen ausgegangen.
Der weltweit führende Einzelhandelskonzern Wal-Mart (Wal-Mart Stores) hat die Geschäftszahlen für das zweite Quartal bekannt gegeben. Demnach lag der Umsatz mit 103,8 Mrd. Dollar über dem Vorjahreswert von 100,88 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter lag bei 3,60 Mrd. Dollar bzw. 97 Cents je Aktie, nach einem Überschuss von 3,47 Mrd. Dollar bzw. 89 Cents je Aktie im Vorjahr. Analysten hatten ein EPS von 96 Cents sowie einen Umsatz von 105,40 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Wal-Mart inzwischen ein EPS von 3,95 bis 4,05 Dollar (zuvor: 3,90 bis 4,00 Dollar). Analysten gehen von einem EPS von 4,00 Dollar aus. Die Aktie legte 1,2 Prozent zu. Wie die weltweit größte Baumarktkette Home Depot erklärte, ist ihr Gewinn im zweiten Quartal um rund 7 Prozent gestiegen, womit die Ergebniserwartungen geschlagen wurden. Der Nettogewinn belief sich auf 1,19 Mrd. Dollar bzw. 72 Cents pro Aktie, nach 1,12 Mrd. Dollar bzw. 66 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 1,8 Prozent auf 19,41 Mrd. Dollar. Analysten waren von einem Gewinn von 71 Cents je Aktie und einem Umsatz von 19,59 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzplus von rund 2,6 Prozent (zuvor: 3,5 Prozent) und einem EPS-Ergebnis aus dem laufenden Geschäft von 1,90 Dollar (zuvor: 1,88 Dollar). Home Depot gewannen 3,4 Prozent.
Die Bekleidungskette TJX (TJX Cos) gab bekannt, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal um gut 16 Prozent gestiegen ist, was mit einem klaren Umsatzplus zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis getroffen. Zudem wurde der Ausblick angehoben. Der Wert legte am Ende 1 Prozent zu. Der Bekleidungskonzern Abercrombie & Fitch (AbercrombieFitch) hat im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 19,5 Mio. Dollar bzw. 22 Cents je Aktie erzielt, nach einem Verlust von 26,7 Mio. Dollar im Vorjahr. Dabei beinhaltet das Ergebnis im Berichtszeitraum negative Einmaleffekte in Höhe von 2 Cents je Aktie. Die Umsatzerlöse verbesserten sich auf 745,8 Mio. Dollar (Vorjahr: 637,2 Mio. Dollar). Analysten hatten zuvor ein EPS von 16 Cents bei Umsatzerlösen von 727,7 Mio. Dollar erwartet. Die Aktie sackte dennoch um fast 7 Prozent ab. Der Einzelhandelskonzern Saks meldete, dass er im zweiten Quartal einen geringeren Verlust erwirtschaftet hat, was mit einem Umsatzwachstum und höheren Margen zusammenhängt. Vor Einmaleffekten wurden die Erwartungen übertroffen. Saks verteuerten sich um 2,6 Prozent.
Die Kaffeehaus-kette Starbucks hält an ihrer Ergebnisprognose für das laufende Fiskaljahr trotz zuletzt deutlich gestiegenen Kaffeepreisen fest. Dabei erwartet der Konzern demnach für das laufende Fiskaljahr 2010 nach wie vor ein um Einmaleffekte bereinigten EPS von 1,22 bis 1,23 Dollar. Analysten sehen für das laufende Fiskaljahr ein EPS von 1,24 Dollar. Die Aktie gewann am Ende 2 Prozent.
Der Pharmakonzern Eli Lilly (Eli Lilly and) hat enttäuschende Studiendaten für ein in der klinischen Erprobungsphase befindliches Alzheimer-Medikament vorgelegt. Demnach habe das Medikament Semagacestat in zwei klinischen Phase-III-Studien keinerlei Wirkung bei der Verlangsamung des Krankheitsverlaufs gezeigt. Dabei habe das Medikament außerdem negative Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Patienten gehabt. Daher habe man sich entschieden, die Entwicklung von Semagacestat einzustellen. Eli Lilly kamen um 2,3 Prozent zurück.
Papiere des kanadischen Düngemittelherstellers Potash stachen mit einem Plus von mehr als 27 Prozent ins Auge. Zuvor hat der Konzern ein Übernahmeangebot des britisch-australischen Minenbetreibers BHP Billiton zurückgewiesen. Die von BHP Billiton gemachte Offerte in Höhe von 130 US-Dollar je Aktie sei unzureichend und spiegele weder die starke Marktposition noch die Zukunftsaussichten des Konzerns wider. Potash bezeichnete das von BHP Billiton übermittelte Übernahmeangebot außerdem als "feindlich" und als nicht im Interesse der Aktionäre.
Der Medizintechnikkonzern Medtronic kündigte heute die Übernahme von Osteotech an. Im Zuge der Transaktion sollen die Anteilseigner von Osteotech demnach 6,50 Dollar je Aktie in bar erhalten. Das Gesamtvolumen der Offerte liegt bei 123 Mio. Dollar. Bei Osteotech handelt es sich um einen der führenden Anbieter von biologischen Produkten im Bereich regenerativer Heilmethoden bei Knochenerkrankungen. Die Aktie von Medtronic schloss 1,9 Prozent fester. Die Aktie von osteotech legte daneben über 63 Prozent zu. (17.08.2010/ac/n/m)