New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Börsen schlossen am Donnerstag uneinheitlich. Im Fokus der Investoren standen dabei vor allem die Zahlen von JP Morgan Chase, die heute als erste große Bank ihre Bücher öffneten. Zwar war der Gewinn höher als erwartet, andererseits drücken aber die hohen Sonderbelastungen ein wenig auf die Stimmung der Investoren. Gleichzeitig fielen die veröffentlichten Konjunkturdaten etwas besser als erwartet aus. Der Dow Jones verschlechterte sich um 0,35 Prozent auf 11.478,13 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,60 Prozent auf 2.620,24 Zähler zulegte. Der S&P 500 gab um 0,30 Prozent nach auf 1.203,66 Punkte.
Das US-Handelsbilanzdefizit blieb nach Angaben des US-Handelsministeriums im August 2011 stabil. So verharrte das Handelsbilanzdefizit bei 45,6 Mrd. US-Dollar, während Volkswirte zuvor ein Defizit von 46,1 Mrd. US-Dollar prognostiziert hatten. Im Juli wurde ebenfalls ein Passivsaldo von revidiert 45,6 (vorläufig: 44,8) Mrd. US-Dollar verbucht. Hierbei beliefen sich die Exporte auf 177,6 Mrd. US-Dollar. Die Importe stellten sich auf 223,2 Mrd. US-Dollar. Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich derweil in der Woche zum 8. Oktober 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums leicht verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 1.000 auf 404.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 406.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 401.000 auf 405.000 nach oben korrigiert.
Im Mittelpunkt des Interesses der Investoren steht heute der Drittquartalsausweis von JPMorgan Chase (JPMorgan ChaseCo). Der Umsatz der Bankgesellschaft lag im Berichtszeitraum mit 24,37 Mrd. US-Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals von 24,34 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn betrug indes 4,26 Mrd. US-Dollar bzw. 1,02 US-Dollar je Aktie, nach 4,42 Mrd. US-Dollar Vorjahreszeitraum. Im Berichtszeitraum hatte der Finanzkonzern zahlreiche negative Einmaleffekte zu verzeichnen gehabt, darunter einen Vorsteuerverlust von 542 Mio. US-Dollar im Private Equity-Segment, ein Minus von 1,00 Mrd. US-Dollar vor Steuern in Zusammenhang mit einem Gerichtsvergleich sowie einen negativen Bewertungseffekt in Höhe von 691 Mio. US-Dollar vor Steuern aus Wertberichtigungen bei Kreditderivaten. Dem stand ein positiver Steuereffekt von 1,9 Mrd. US-Dollar (vor Steuern) gegenüber. Analysten hatten zuvor einen Umsatz von 23,53 Mrd. US-Dollar sowie einen Gewinn von 93 Cents je Aktie erwartet. Der Titel gab um 4,9 Prozent nach.
Safeway (Safeway) verloren 0,2 Prozent. Der drittgrößte Lebensmittelhändler in den USA konnte im dritten Quartal Umsatz und Gewinn steigern. Die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen. Dabei profitierte der Konzern von einem soliden Umsatzwachstum und Kostensenkungen. Der Ausblick wurde indes bestätigt.
Fastenal (Fastenal) verschlechterten sich derweil um 2,7 Prozent. Der Baustoffhändler meldete für das dritte Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg, was auf ein starkes Umsatzwachstum zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden damit erfüllt. Der Nettogewinn belief sich auf 96,8 Mio. US-Dollar bzw. 33 Cents pro Aktie, nach 75 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz nahm gleichzeitig um 20,4 Prozent auf 726,7 Mio. US-Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 33 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 721,8 Mio. US-Dollar ausgegangen.
Für Fairchild Semiconductor International ging es um 10,3 Prozent nach oben. Der Halbleiterhersteller hat heute die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt. So fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 3 Prozent auf 403,2 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn lag mit 35,8 Mio. US-Dollar bzw. 28 Cents je Aktie exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie mit 34 Cents unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 42 Cents je Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 32 Cents bei Umsatzerlösen von 404,3 Mio. US-Dollar erwartet.
Winnebago Industries (Winnebago Industries) fuhren um 2 Prozent hinterher, nachdem der größte amerikanische Hersteller von Wohnmobilen im vierten Quartal trotz eines soliden Umsatzanstiegs einen Gewinnrückgang ausweisen musste. Zurückzuführen war dies vor allem auf negative Sondereffekte. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Der Nettogewinn belief sich auf 3,5 Mio. US-Dollar bzw. 12 Cents pro Aktie, nach 4,9 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 6 Prozent auf 130,5 Mio. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 4 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 116,8 Mio. US-Dollar ausgegangen. Nach Handelsschluss wird zudem mit Spannung der Quartalsausweis von Google erwartet.
Für eine positive Überraschung sorgte heute PetSmart (PETsMART). Die Zoohandelskette hat ihre Ergebnisprognosen für das dritte Quartal und das Gesamtjahr nach oben korrigiert hat, was mit einer stärker als erwarteten Entwicklung bei den vergleichbaren Umsätzen zusammenhängt. So rechnet der Konzern für das dritte Quartal nun mit einem Gewinn pro Aktie von 46 bis 48 Cents (bisher: 41 bis 45 Cents), während für das gesamte Geschäftsjahr inzwischen ein Ergebnis pro Aktie von 2,46 bis 2,52 US-Dollar (bisher: 2,40 bis 2,48 US-Dollar) erwartet wird. Analysten stellen hier ein EPS-Ergebnis von 45 Cents bzw. 2,46 US-Dollar in Aussicht. Bei den vergleichbaren Umsätzen, den so genannten Same-Store Sales, geht PetSmart für das dritte Quartal nun von einem Wachstum von 5,5 bis 6,0 Prozent aus, nach einem bisher erwarteten Plus von 3 bis 4 Prozent. Die Aktie legte um 1,9 Prozent zu.
Die US-Bekleidungskette Gap hält wiederum weiterhin an ihrem Ziel fest, den Gesamtumsatz außerhalb Nordamerikas und im Online-Bereich bis Ende des Geschäftsjahres 2013 auf rund 30 Prozent zu steigern. Schließlich hielt der Konzern an seiner Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2011 fest. Demnach geht man weiterhin von einem Gewinn von 1,40 bis 1,50 US-Dollar pro Aktie aus. Analysten sehen hier ein EPS-Ergebnis von 1,46 US-Dollar. Die Aktie von Gap gewann 0,4 Prozent. (13.10.2011/ac/n/m)