New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street tendierte am Donnerstag trotz relativ enttäuschender Konjunkturdaten am Ende klar im Plus. Vor allem die Berichtssaison hielt die Anleger weiter in Atem. Der Dow Jones gewann 0,57 Prozent auf 12.763,31 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,09 Prozent auf 2.872,53 Punkte zulegte. Der S&P 500 stieg um 0,36 Prozent auf 1.360,48 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 23. April 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 25.000 auf 429.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 390.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 403.000 auf 404.000 nach oben korrigiert. Derweil ist die US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2011 mit abgebremstem Tempo angewachsen. Dies geht aus einer ersten Schätzung hervor, die das US-Handelsministerium heute vorlegte. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,8 Prozent, während Volkswirte einen Anstieg um 1,7 Prozent prognostiziert hatten. Im Vorquartal hatte sich das BIP der weltweit stärksten Volkswirtschaft noch um 3,1 Prozent erhöht. Des Weiteren ermittelte die Federal Reserve Bank of Chicago für März 2011 einen Zuwachs beim National Activity Index. So hat sich der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) auf 0,26 Punkte verbessert, nachdem für Februar ein Wert von 0,16 Punkte ausgewiesen worden war. Im Drei-Monats-Durchschnitt, der monatliche Schwankungen ausgleicht, wurde beim CFNAI ein Wert von 0,20 Punkten gemeldet, nach 0,27 Zählern im Februar. Die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA ist im März 2011 angewachsen, teilte die National Association of Realtors mit. Demnach erhöhte sich der entsprechende Index um 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Volkswirte lediglich von einer Steigerung um 1,7 Prozent ausgegangen waren. Im Februar 2010 war ein Plus von 2,1 Prozent ausgewiesen worden.
Im Blick standen unter anderem die Aktien von eBay . Der Internet-Konzern hat gestern nach Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2011 vorgelegt. Dabei konnte man aufgrund deutlich verbesserter Umsätze den Gewinn klar steigern und die Erwartungen auf bereinigter Basis übertreffen. Zudem überzeugte der Ausblick. So belief sich der Nettogewinn auf 476 Mio. US-Dollar, nach 398 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Einmaleffekte steigerte eBay den Gewinn um 12 Prozent auf 619 Mio. US-Dollar bzw. 47 Cents je Aktie. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von lediglich 46 Cents erwartet. Die Umsätze stiegen um 16 Prozent auf 2,55 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld Erlöse in Höhe von 2,48 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Die Aktie ging fast unverändert aus dem Handel. Indes gaben Starbucks nach Zahlen für das zweite Fiskalquartal 2010/2011 um 0,9 Prozent nach. Die Kaffeehauskette konnte dank gestiegener Umsätze den Gewinn im Rahmen der Erwartungen steigern. Der Ausblick enttäuschte indes. Der Nettogewinn belief sich auf 261,6 Mio. US-Dollar bzw. 34 Cents je Aktie, nach zuvor 217,3 Mio. US-Dollar. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 34 Cents je Aktie erwartet. Für das Gesamtjahr 2010/11 erhöhte Starbucks seine Gewinnprognose leicht von 1,43 bis 1,47 US-Dollar je Aktie auf nun 1,46 bis 1,48 US-Dollar je Aktie. Analysten erwarten ein EPS von 1,49 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 11,40 Mrd. Dollar. Allstate verteuerten sich um 5,7 Prozent. Der Versicherungskonzern konnte seinen Gewinn im ersten Quartal mehr als vervierfachen, was auf geringere Auszahlungen in Zusammenhang mit Schadenersatzansprüchen sowie Investment-Gewinne zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen.
Auch heute standen zahlreiche wichtige Quartalszahlen im Fokus. Exxon Mobil gaben um 0,6 Prozent nach. Der Ölgigant steigerte seinen Gewinn im ersten Quartal um 69 Prozent und profitierte dabei von höheren Ölpreisen und verbesserten Raffineriemargen. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der Nettogewinn belief sich auf 10,65 Mrd. US-Dollar bzw. 2,14 US-Dollar pro Aktie. Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um rund 26 Prozent auf 114,00 Mrd. US-Dollar zu. Dow Chemical konnte derweil im ersten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten. So lag der Umsatz des Chemiekonzerns mit 14,73 Mrd. US-Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 13,42 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 625 Mio. US-Dollar bzw. 54 Cents je Aktie, nach zuvor 466 Mio. US-Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 82 Cents, nachdem man im Vorjahreszeitraum auf vergleichbarer Basis ein EPS von 43 Cents verzeichnet hatte. Analysten hatten zuvor ein EPS von 67 Cents bei Umsatzerlösen von 14,03 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Aktie verbesserte sich um 1,6 Prozent. Indes konnte der Papier- und Forstproduktehersteller International Paper im ersten Quartal in die Gewinnzone zurückkehren, was mit soliden Ergebnissen in den Bereichen Industrial Packaging und Printing Papers sowie deutlich höheren Beiträgen im Consumer Packaging-Segment zusammenhängt. Die Erwartungen wurden übertroffen. Das Papier legte um 1,7 Prozent zu.
PepsiCo (PepsiCo) rückten um 2,6 Prozent vor. Der zweitgrößte Softdrink-Konzern der Welt musste im ersten Quartal angesichts gestiegener Kosten einen Gewinnrückgang verzeichnen. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch übertroffen. Die Umsätze konnten indes deutlich zulegen und profitierten dabei von der letztjährigen Übernahme zweier Abfüllunternehmen. Coca-Cola Enterprises verloren 0,2 Prozent an Wert, nachdem das Abfüllunternehmen im ersten Quartal den Umsatz zwar steigern konnte, beim Nettogewinn aber einen Rückgang hinnehmen musste. Die Analystenerwartungen konnten aber vor Einmaleffekten erreicht werden. Des Weiteren steigerte Colgate-Palmolive im ersten Quartal Umsatz und Nettogewinn und traf dabei die Gewinnerwartungen der Analysten. Die Aktie verteuerte sich um 2,4 Prozent. Ferner legten Procter & Gamble (ProcterGamble) um 0,8 Prozent zu. Der Konsumgüterkonzern verbesserte im dritten Quartal den Umsatz und den Nettogewinn. Dabei wurden allerdings die Schätzungen der Analysten knapp verfehlt.
Raytheon (Raytheon) verschlechterten sich um 1 Prozent. Der Rüstungskonzern steigerte im ersten Quartal seinen Umsatz leicht. Der Nettogewinn war allerdings rückläufig. Tyco International musste im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen. Der Nettogewinn konnte allerdings leicht verbessert werden. Beim bereinigten Gewinn wurden die Analystenerwartungen indes geschlagen. Die Aktie des Mischkonzerns gab daraufhin um 0,9 Prozent nach. Thomson Reuters verbilligten sich um knapp 3 Prozent. Der Informations-Dienstleister hat zwar im ersten Quartal 2011 das Vorjahresergebnis verdoppelt, dabei allerdings die Analystenerwartungen knapp verfehlt.
Sprint Nextel (Sprint Nextel) verteuerten sich um 6,3 Prozent. Der drittgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA konnte im ersten Quartal dank Erfolgen bei der Kundengewinnung den Verlust halbieren und die Erwartungen der Analysten übertreffen. Time Warner Cable verteuerten sich um 1,3 Prozent. Der zweitgrößte US-Kabelnetzbetreiber steigerte im ersten Quartal Umsatz und Gewinn. Allerdings wurden gewinnseitig die Erwartungen der Analysten verfehlt. Der transatlantische Börsenbetreiber NYSE Euronext konnte im ersten Quartal mit einem Ergebnisanstieg aufwarten und die Analystenerwartungen übertreffen. Das Papier legte um 0,9 Prozent zu.
Bristol-Myers Squibb (Bristol-Myers Squibb) konnte im ersten Quartal 2011 das Vorjahresergebnis übertreffen. Die Aktie des Pharmakonzerns legte leicht zu. Aetna verbesserten sich um 4,1 Prozent. Der drittgrößte Krankenversicherer in den USA verbesserte seinen Gewinn im ersten Quartal leicht. Dabei profitierte man von geringeren Kosten und höheren Commercial Underwriting-Margen. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis klar geschlagen. Zudem wurde die Übernahme der Prodigy Health Group für rund 600 Mio. US-Dollar gemeldet.
Schließlich tendierten Starwood Hotels (Starwood HotelsResorts Worldwide) um 1,2 Prozent fester. Der zweitgrößte US-Hotelkonzern hat im ersten Quartal einen geringeren Gewinn erwirtschaftet hat, was auf eine Sonderbelastung in Zusammenhang mit einem Hotel-Investment in Japan zurückzuführen ist. Die Erwartungen konnten auf bereinigter Basis jedoch geschlagen werden. Zudem wurde der Ausblick angehoben. (28.04.2011/ac/n/m)