New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Leitbörsen mussten am Mittwoch deutliche Abschläge hinnehmen. Der Dow Jones verlor 1,10 Prozent auf 11.823,48 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,55 Prozent auf 2.539,31 Zähler abgeben musste. Der S&P 500 verlor 1,13 Prozent auf 1.211,82 Punkte. Am Vorabend hatten die US-Leitindizes nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank bereits Federn lassen müssen. Dabei belastete vor allem der negative Ausblick der US-Währungshüter auf die US-Konjunktur die Gemüter der Anlegerschar. Zudem wirkten sich auch negative Konjunkturprognosen in Europa belastend aus.
Die US-Außenhandelspreise haben sich im November 2011 erhöht. Dies teilte das US-Arbeitsministerium am Mittwoch mit. Demnach stiegen die Ausfuhrpreise um 0,1 Prozent, gegenüber einem Minus von 2,1 Prozent im Oktober. Bereinigt um Agrargüter lagen die Exportpreise um 0,1 Prozent unter dem Vormonatsniveau, während sie im vorangegangenen Monat um 1,5 Prozent nachgegeben hatten. Die Einfuhrpreise verzeichneten einen Anstieg um 0,7 Prozent, nach einem Preisrückgang um 0,5 Prozent im September. Ferner schrumpften die um Ölimporte bereinigten Importpreise gegenüber dem Vormonat erneut um 0,2 Prozent, nachdem im Oktober ein Minus von 0,2 Prozent gemeldet worden war.
Im Fokus standen bei den Einzelwerten zu Handelsbeginn vor allem Anteilsscheine von Broadcom : Der Technologiekonzern hatte vor Handelsbeginn einen starken Ausblick für das vierte Quartal abgegeben. Demnach erwartet der auf Chiplösungen für die Mobilfunkindustrie spezialisierte Konzern für das vierte Quartal einen Umsatz am oberen Ende der zuletzt veröffentlichten konzerneigenen Prognose von 1,7 bis 1,8 Mrd. US-Dollar. Auch bei der Bruttomarge erwartet Broadcom einen Wert am oberen Ende der zuletzt im Rahmen der Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlichten Prognose: Hier hatte der Konzern bei der bereinigten Bruttomarge für das vierte Quartal einen Wert in Aussicht gestellt, der auf dem Niveau des dritten Quartals oder knapp darunter liegt. Am Ende konnte der Wert 0,9 Prozent anziehen.
Deutliche Abschläge waren hingegen bei der Aktie des Solartechnikkonzerns First Solar auszumachen, nachdem der Konzern seine Prognosen für das laufende Fiskaljahr nach unten korrigiert hatte. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, geht der Konzern für das laufende Fiskaljahr nunmehr von einem Umsatz im Bereich von 2,8 bis 2,9 Mrd. US-Dollar aus, nachdem man bisher Umsatzerlöse in Höhe von 30 bis 3,3 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Der Gewinn je Aktie dürfte nach Einschätzung des führenden US-Solartechnikkonzerns im laufenden Fiskaljahr bei 5,75 bis 6,00 US-Dollar liegen, wobei hier negative Einmaleffekte in Höhe von rund 85 Cents je Aktie nicht berücksichtigt werden. Zuletzt hatte First Solar einen Gewinn von 6,50 bis 7,50 US-Dollar je Aktie für das laufende Fiskaljahr in Aussicht gestellt. Unter anderem machte der Konzern Verzögerungen bei einigen Großprojekten sowie die schwierigen Wetterbedingungen für die Revision der Ergebnisprognose verantwortlich. Analysten gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 6,88 US-Dollar und einem Umsatz von 3,20 Mrd. US-Dollar aus. Die Aktie brach um 21,4 Prozent ein.
Delta Air Lines geht für das laufende Jahr von einem Ergebnis unterhalb des Vorjahresniveaus aus. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, rechnet sie für 2011 mit einem um Sondereffekte bereinigten Gewinn in Höhe von 1,1 Mrd. US-Dollar aus. Damit würde das Vorjahresergebnis von 1,44 Mrd. US-Dollar zwar verfehlt, die Analystenprognose von 977 Mio. US-Dollar aber geschlagen. Für das kommende Jahr 2012 geht der Konzern weiteren Angaben zufolge dank Kapazitätskürzungen von einem soliden Gewinn aus. Die Aktie von Delta Air Lines gewann 2 Prozent.
Quartalszahlen wurden bei Joy Global veröffentlicht. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,34 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 1,05 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 172,3 Mio. US-Dollar bzw. 1,61 US-Dollar je Aktie, nach einem Nettogewinn von 146,3 Mio. US-Dollar bzw. 1,39 US-Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn je Aktie aus dem fortgeführten Geschäft lag im Berichtszeitraum bei 1,90 US-Dollar je Aktie. Unter anderem habe man von der unerwartet starken Nachfrage im Bereich Minen- und Bergbau-Equipment profitieren können, so der Konzern. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,86 US-Dollar sowie einen Umsatz von 1,35 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Aktie verlor 10,8 Prozent.
Der Kosmetikkonzern Avon Products kündigte an, künftig die Ämter von Chairman und CEO zu trennen. Seit 1999 führt Andrea Jung das Unternehmen in Doppelfunktion. Ab 2012 soll Jung nur noch den Posten des Chairman innehaben. Für den Posten des CEO wird nun ein externer Nachfolger gesucht. Die Aktie von Avon Products gewann 5,1 Prozent. (14.12.2011/ac/n/m)