New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Mittwoch mit deutlichen Zugewinnen aus dem Handel gehen. Dabei litten die Märkte lange Zeit unter den Sorgen hinsichtlich der Schuldensituation in der Eurozone, der Unsicherheit in Zusammenhang mit der Entwicklung im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sowie den Unruhen im Mittleren Osten und in Nordafrika. Der Dow Jones stieg am Ende um 0,56 Prozent auf 12.086,02 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,54 Prozent auf 2.698,30 Punkte zulegte. Der S&P 500 verbesserte sich um 0,29 Prozent auf 1.297,54 Punkte.
Auf der Konjunkturseite ermittelte die Mortgage Bankers Association of America (MBA) für die Woche zum 18. März 2011 einen saisonbereinigten Anstieg bei der Zahl der Hypothekenanträge. So erhöhte sich der entsprechende Index um 2,7 Prozent. In der Vorwoche war hingegen ein Minus von 0,7 Prozent ausgewiesen worden. Im Einzelnen stieg der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 2,7 Prozent, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 2,7 Prozent anzog. Den weiteren Angaben der MBA zufolge belief sich der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken auf 4,80 Prozent, was einer Zunahme um 0,01 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche entspricht. Die saisonbereinigte Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser hat sich im Februar 2011 deutlich reduziert. Demnach lag die Zahl im Berichtszeitraum bei 250.000 Häusern, während Volkswirte einen Wert von 288.000 erwartet hatten. Für den Vormonat war eine Zahl von revidiert 301.000 (vorläufig: 284.000) Häusern ausgewiesen worden.
Bereits gestern nach Börsenschluss meldete Jabil Circuit seine jüngsten Quartalszahlen. Der Auftragshersteller von Elektronikkomponenten hat seinen Gewinn im zweiten Quartal angesichts einer deutlich stärkeren Nachfrage um 86 Prozent gesteigert. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Zudem wurde ein starker Ausblick auf das laufende Quartal gegeben. Ebenfalls gestern nachbörslich gab der Software-Konzern Adobe Systems seine Zahlen zum ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2010/2011 bekannt. Dabei konnten die Erwartungen angesichts einer starken Umsatzentwicklung geschlagen werden. Jedoch präsentierte man für das zweite Quartal einen Umsatz- und Ergebnisausblick unterhalb der Marktschätzungen. Während Jabil Circuit um fast 11 Prozent zulegen konnten, gaben Papiere von Adobe Systems um 3,7 Prozent nach.
General Motors (GM) (General Motors) verteuerten sich um 1,4 Prozent. Der Automobilhersteller teilte gestern nachbörslich mit, dass er Vorzugsaktien des Autofinanzierers Ally Financial Inc. im Wert von insgesamt 1,0 Mrd. US-Dollar verkauft hat. Den Angaben zufolge hat der Verkauf der Papiere für GM einen Buchgewinn in Höhe von 300 Mio. US-Dollar im ersten Quartal 2011 zur Folge. Nach der Transaktion hält GM noch 9,9 Prozent der Stammaktien von Ally Financial (ehemals GMAC).
Heute gab der Lebensmittelkonzern General Mills seine Ergebnisse zum abgelaufenen Vierteljahr bekannt. Demnach konnte der weltweit zweitgrößte Hersteller von Frühstückscerealien seinen Gewinn im dritten Quartal steigern und die Erwartungen der Analysten auf bereinigter Basis erfüllen. Zudem wurde die Jahresprognose bestätigt. Jedoch werden für das nächste Geschäftsjahr auch höhere Rohstoffkosten erwartet. Anteilsscheine von General Mills mussten vor diesem Hintergrund um 1,8 Prozent abgeben.
Titel von ConocoPhillips tendierten indes knapp 1,7 Prozent fester. Der drittgrößte US-Ölkonzern will den Unternehmenswert für die Aktionäre weiter steigern und kündigte heute weitere Verkäufe von Randbereichen an. Demnach werde sich der Konzern in den kommenden beiden Jahren von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten im Gesamtwert von 5 bis 10 Mrd. US-Dollar trennen. Der Hauptteil der Erlöse aus den nun angekündigten Asset-Verkäufen werde man zur Finanzierung des erst kürzlich angekündigten Aktienrückkaufprogramms in Höhe von 10 Mrd. US-Dollar verwenden, hieß es.
Daneben gibt es Neuigkeiten bei Colgate-Palmolive . Der Konsumgüterhersteller gab heute einen Zukauf bekannt. Demnach wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der Personal-Care Sparte Sanex des britisch-niederländische Konsumgüterkonzerns Unilever getroffen. Durch die Übernahme will der Konzern seine Marktposition in Europa bei Premium-Produkten im Bereich Hautpflege weiter verstärken. Insgesamt lässt sich Colgate-Palmolive die Akquisition 672 Mio. Euro (rund 940 Mio. US-Dollar) kosten. Sanex erzielte 2010 einen Umsatz von 187 Mio. Euro (rund 260 Mio. US-Dollar) und generiert den Großteil seiner Umsatzerlöse mit Deodorants und Körperpflegeprodukten in Westeuropa. Die Aktie von Colgate gab marginal um 0,2 Prozent nach.
Deutliche Kursabschläge von 12,5 Prozent musste die Aktie des US-Technologiekonzerns Cree hinnehmen. Zuvor hatte der LED-Spezialist für das laufende dritte Quartal einen enttäuschenden Ausblick gegeben und die Umsatzprognose nach unten revidiert. Demnach erwartet der Technologiekonzern für das laufende Quartal einen Umsatz von nunmehr 215 bis 220 Mio. US-Dollar. Cree verwies dabei auf einen zu erwartenden Umsatzrückgang bei LED-Chips und anderen LED-Komponenten. (23.03.2011/ac/n/m)