New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street zeigte sich am Dienstag freundlich. Dabei profitierten die Märkte von positiven, bereits vorbörslich gemeldeten Quartalszahlen einiger Schwergewichte, darunter Goldman Sachs und Johnson & Johnson. Mit Spannung richtet sich auch der Blick auf die nachbörslich zur Veröffentlichung anstehenden Quartalszahlen von Intel, IBM und Yahoo! Der Dow Jones gewann am Ende 0,53 Prozent auf 12.266,75 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,35 Prozent auf 2.744,97 Zähler zulegte. Der S&P 500 stieg um 0,57 Prozent auf 1.312,62 Punkte.
Auf der Konjunkturseite gab es heute Daten vom Immobilienmarkt. Dabei verzeichneten die Baugenehmigungen in den USA im März 2011 einen saisonbereinigten Zuwachs. So wurden auf annualisierter Basis insgesamt 0,594 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,534 (vorläufig: 0,517) Millionen um 11,2 Prozent übertroffen und der entsprechende Vorjahresstand von 0,685 Millionen um 13,3 Prozent verfehlt. Volkswirte hatten lediglich eine Abnahme auf 0, 540 Millionen Genehmigungen geschätzt. Daneben wiesen die US-Wohnbaubeginne im März 2011 einen saisonbereinigten Zuwachs gegenüber dem vorangegangenen Monat aus. So belief sich die Zahl auf 0,549 Millionen Baubeginne. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,512 (vorläufig: 0,479) Millionen um 7,2 Prozent übertroffen und der entsprechende Vorjahreswert von 0,634 Millionen um 13,4 Prozent verfehlt. Volkswirte waren von einer Zahl von 0,520 Millionen Baubeginnen ausgegangen.
Auf der Unternehmensseite veröffentlichte bereits gestern nach Börsenschluss Texas Instruments seine jüngsten Quartalszahlen. Dabei konnte der Halbleiterhersteller zwar Gewinn und Umsatz steigern, jedoch wurden die Erwartungen ergebnisseitig verfehlt. Wie in diesem Zusammenhang mitgeteilt wurde, habe sich die Katastrophe in Japan im März auf die dortige Nachfrage ausgewirkt. Zudem wurde die Arbeit von zwei Fabriken in dieser Region beeinträchtigt. Darüber hinaus stellte der Konzern für das laufende Quartal einen Gewinn unterhalb der Marktschätzungen in Aussicht. Vor diesem Hintergrund musste das Papier von Texas Instruments am Ende 0,7 Prozent abgeben.
Heute stehen u.a. Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) und Goldman Sachs im Fokus. Dabei wurde hier zwar jeweils ein Ergebnisrückgang verbucht, allerdings konnten die Erwartungen der Analysten sowohl beim Gesundheitskonzern als auch bei der Bankgesellschaft übertroffen werden. Während Johnson & Johnson mit Sonderbelastungen u.a. aus Rückrufaktionen zu kämpfen hatte und im Vorjahr zudem Steuervorteile angefallen waren, wurde das Ergebnis von Goldman Sachs durch einen Aktienrückkauf belastet. Bis zum Abend zogen Anteilsscheine von Johnson & Johnson um 3,7 Prozent an, während Goldman Sachs um rund 1,2 Prozent nachgaben.
Auch aus dem breiteren Bankensektor gibt es zahlreiche Ergebnisse. So meldete die U.S. Bancorp (US Bancorp), eine der größten Bankgesellschaften in den USA, dass ihr Gewinn im ersten Quartal um gut 56 Prozent gestiegen ist, was auf geringere Rückstellungen für Kreditausfälle und einen Einmalertrag in Zusammenhang mit der Übernahme der First Community Bank zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Die Aktie büßte 1,2 Prozent ein. Daneben erklärte die Bank of New York Mellon , dass ihr Gewinn im ersten Quartal gestiegen ist, nachdem sie keine Rückstellungen für Kreditausfälle bilden musste. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Der Titel gab 2,9 Prozent ab. Ansonsten mussten sowohl der Finanzdienstleister State Street als auch Northern Trust einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Während State Street jedoch die Erwartungen übertreffen konnte, wurden die durchschnittliche Marktschätzung bei Northern Trust nicht erreicht. So gewannen State Street 2,3 Prozent, Northern Trust verbilligten sich um 5,3 Prozent. Kräftige Zugewinne von 3,9 Prozent verzeichnete die Aktie von Zions Bancorporation . Gestern Abend nach Börsenschluss war für das erste Quartal überraschend ein Gewinn vermeldet worden.
Für Aufsehen sorgte auch Seagate (Seagate Technology). Der Technologiekonzern gab heute bekannt, dass sein Gewinn im dritten Quartal drastisch gesunken ist. Zudem wurde mit Samsung Electronics eine Vereinbarung geschlossen, nach der Seagate das Festplatten-Geschäft des südkoreanischen Elektronikkonzerns übernimmt. Im Rahmen der Transaktion zahlt Seagate insgesamt rund 1,38 Mrd. US-Dollar an Samsung, wobei jeweils die Hälfte in Bargeld und Aktien gezahlt wird. Papiere von Seagate gewannen 0,5 Prozent.
Aktien der Omnicom Group tendierten trotz guter Zahlen 3 Prozent leichter. Der größte Werbekonzern der Welt gab heute bekannt, dass man im ersten Quartal vor allem angesichts deutlich gestiegener internationaler Umsätze einen höheren Gewinn erzielt hat. Die Erwartungen wurden damit klar geschlagen.
Ferner erzielte der Lkw-Hersteller PACCAR (Paccar) im ersten Quartal 2011 dank einer starken Nachfrage in Europa und Nordamerika einen Anstieg bei Umsatz und Gewinn. Dabei konnte der Konzern auch die Erwartungen der Analysten in den Schatten stellen. Entsprechend verteuerten sich Anteilsscheine von PACCAR um 3,7 Prozent.
Aktien der Bekleidungskette Gap gaben 0,3 Prozent nach. Zuvor hatte der Konzern einen weitreichenden Umbau seines internationalen Geschäfts angekündigt. Demnach soll das internationale Geschäft in einer Einheit zusammengeführt und von aus London geleitet werden. Zudem soll die Marke Old Navy ihre Expansion verstärkt fortsetzen. (19.04.2011/ac/n/m)