New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen mussten am Dienstag angesichts von Sorgen um eine Verschärfung des Korea-Konflikts sowie angesichts von Befürchtungen hinsichtlich des europäischen Bankensektors lange tiefrote Vorzeichen hinnehmen. Im späten Handelsverlauf konnten die Märkte jedoch in einer Aufholjagd die Abschläge weitgehend reduzieren. Auslöser hierfür waren Berichte über eine deutlich abgeschwächte Finanzmarktregulierung. Der Dow Jones Industrial Average verlor am Ende 0,23 Prozent auf 10.043,75 Zähler. Der S&P 500 stieg um 0,04 Prozent auf 1.074,03 Zähler. Der Nasdaq Composite wiederum gab um 0,12 Prozent auf 2.210,95 Punkte ab.
Auf der Konjunkturseite wurde bekannt, dass die Immobilienpreise in den USA im März gegenüber dem Vormonat gefallen sind. Wie aus dem heute veröffentlichten S&P Case/Shiller Häuserpreis-Index hervorgeht, verringerten sich die Häuserpreise im Berichtsmonat in den wichtigsten 20 Städten gegenüber Februar 2010 um 0,5 Prozent. Dabei sei das Preisniveau in 13 der 20 Städte im Vormonatsvergleich gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde im Berichtszeitraum jedoch ein Anstieg der Häuserpreise um 2,3 Prozent ausgewiesen. Das US-Verbrauchervertrauen ist laut Conference Board im Mai 2010 gestiegen. Demnach lag der entsprechende Index bei 63,3 Punkten, nach revidiert 57,7 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten zuvor einen Wert von 58,3 Punkten erwartet.
In Europa war am Wochenende überraschend die spanische Sparkasse Caja Sur verstaatlicht worden. Vier weitere spanische Banken kündigten eine Fusion an. Vor diesem Hintergrund wächst die Besorgnis über die Stabilität des europäischen Finanzsektors. Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte Spanien zu schnellen und weitreichenden Reformen auf, wobei in erster Linie Reformen auf dem Arbeitsmarkt und eine Konsolidierung des Bankensektors angegangen werden sollen.
Auf der Unternehmensseite stehen Anteilsscheine von Medtronic im Blickpunkt des Interesses. Der Medizintechnikkonzern gab heute die Geschäftszahlen für das vierte Quartal bekannt. Dabei wurde der Gewinn drastisch gesteigert, während das bereinigte Ergebnis die Erwartungen der Analysten schlagen konnte. Demnach lag der Umsatz mit 4,20 Mrd. Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 3,83 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn kletterte deutlich auf 954 Mio. Dollar bzw. 86 Cents je Aktie, nach 103 Mio. Dollar bzw. 9 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Gewinn je Aktie im Berichtszeitraum bei 89 Cents. Analysten hatten ein EPS von 88 Cents bei Umsatzerlösen von 4,19 Mrd. Dollar erwartet. Die Aktie musste trotzdem 1,7 Prozent abgeben.
Daneben meldete AutoZone für das dritte Quartal einen Ergebnisanstieg. Wie aus einer Pressemitteilung des Autoteilehändlers hervorgeht, lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,82 Mrd. Dollar um 10 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 202,7 Mio. Dollar bzw. 4,12 Dollar je Aktie, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Nettogewinn von 173,7 Mio. Dollar bzw. 3,13 Dollar je Anteilsschein erzielt hatte. Unter anderem habe man von einer Margenverbesserung profitieren können, während die Kostenbasis reduziert werden konnte, erklärte der Konzern. Analysten hatten zuvor ein EPS von 3,58 Dollar sowie einen Umsatz von 1,71 Mrd. Dollar erwartet. Der Anteilsschein gewann 5,6 Prozent.
Ansonsten könnte dem Software-Konzern Microsoft Presseangaben zufolge ein Management-Umbau in seiner Sparte für Videospiele, Mobiltelefone und andere Consumer-Geräte ins Haus stehen. Wie das "Wall Street Journal" gestern berichtete, könnte der Konzern die personellen Veränderungen in der Entertainment and Devices Division bereits in dieser Woche ankündigen. Dabei wird davon ausgegangen, dass J. Allard, Chief Experience Officer und Chief Technology Officer der Sparte, zurücktreten wird, nachdem der Konzern zuletzt entschieden hatte, das Tablet Computer-Projekt "Courier", für das Allard verantwortlich zeichnete, einzustellen. Das Papier des weltgrößten Software-Herstellers büßte knapp 0,8 Prozent ein.
Schließlich gab es noch Neuigkeiten von Yahoo! . Der Internet-Medienkonzern hat mit Nokia eine weltweite strategische Allianz geschlossen, damit beide Unternehmen noch mehr Nutzern ihre Online-Dienste zur Verfügung stellen können. Wie der finnische Mobiltelefonhersteller gestern bekannt gab, werden die Unternehmen auf Basis ihrer bereits seit mehr als fünf Jahren bestehenden, erfolgreichen Kooperation ihre jeweiligen Stärken in den Bereichen E-Mail, Instant Messaging, Karten und Navigation einbringen und hochwertige Services für PCs und mobile Geräte bereit stellen. Titel von Yahoo verbilligten sich um 1,5 Prozent.
Der Software-Hersteller McAfee hat die Übernahme von Trust Digital angekündigt. Trust Digital ist nicht börsennotiert und bietet Mobilitätsmanagement- und Sicherheitssoftware an. McAfee will durch den Zukauf besonders im Mobilsektor neue Kompetenzen erlangen. Die Transaktion soll bis zum 30. Juni abgeschlossen werden. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Die McAfee-Aktie gewann 1 Prozent.
Der Biotechnologiekonzern Genzyme gab heute bekannt, dass die US-Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) für das Medikament Lumizyme eine Zulassung (Marketing Approval) für die Stoffwechselkrankheit Morbus Pompe erteilt hat. Die Genzyme-Aktie legte in der Folge 5,5 Prozent zu. (25.05.2010/ac/n/m)