New York (aktiencheck.de AG) - Nach dem Kursfeuerwerk vom Vortag ging es an den US-Börsen am Donnerstag kaum vom Fleck. Der Dow Jones verlor 0,21 Prozent auf 12.020,03 Punkte, während der NASDAQ Composite 0,22 Prozent auf 2.626,20 Zähler zulegen konnte. Der S&P 500 verlor 0,19 Prozent auf 1.244,58 Punkte. Am Vortag hatte die konzertierte Aktion der führenden Notenbanken und die Lockerung der Geldpolitik in China für deutliche Zugewinne gesorgt.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 26. November 2011 verschlechtert. Dies gab das US-Arbeitsministerium am Donnerstag bekannt. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 6.000 auf 402.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 390.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 393.000 auf 396.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt stieg um 500 auf 395.750 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes in den USA haben sich im November verbessert. So hat sich der ISM-Index von 50,8 Punkten im Vormonat auf nun 52,7 Zähler erhöht. Volkswirte waren von einem Wert von 51,0 Punkten ausgegangen. Die Bauausgaben in den USA sind im Oktober 2011 gestiegen. Demnach haben sich die Bauausgaben gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent erhöht, nach einem Plus von 0,2 Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten für den Berichtsmonat einen Anstieg von 0,3 Prozent geschätzt.
Auf der Unternehmensseite stehen zu Beginn Anteilsscheine von Kroger im Fokus. Der größte Lebensmittelhändler in den USA konnte im dritten Quartal den Umsatz steigern und das Ergebnis je Aktie verbessern. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 20,49 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 18,67 Mrd. US-Dollar. Beim Nettogewinn wurde indessen ein leichter Rückgang auf 195,5 Mio. US-Dollar bzw. 33 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 202,2 Mio. US-Dollar bzw. 32 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Im Berichtszeitraum wurde eine Einmalbelastung in Höhe von 61,6 Mio. US-Dollar ausgewiesen. im Vorjahresvergleich hat sich die Zahl der ausstehenden Aktien verringert. Insgesamt zeigte sich der Konzern mit dem Verlauf im dritten Quartal sehr zufrieden und verwies dabei auf das starke Umsatzwachstum. Analysten hatten zuvor ein EPS von 32 Cents sowie einen Umsatz von 20,41 Mrd. US-Dollar erwartet. Für das laufende Fiskaljahr wurde die Gewinnprognose auf 1,95 bis 2,00 US-Dollar je Aktie angehoben, nachdem man zuvor ein EPS von 1,85 bis 1,95 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Hier gehen Analysten von einem EPS von 1,96 US-Dollar aus. Bis Handelsende verbesserte sich die Aktie um 0,8 Prozent.
Der Buchhändler Barnes & Noble (BarnesNoble) präsentierte heute enttäuschende Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Demnach lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,89 Mrd. US-Dollar unter dem Vorjahreswert von 1,90 Mrd. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 6,56 Mio. US-Dollar bzw. 17 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettoverlust von 12,57 Mio. US-Dollar bzw. 22 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um die Auszahlung einer Dividende auf Vorzugsaktien in Höhe von 6 Cents je Aktie lag der Verlust im Berichtszeitraum bei 11 Cents je Aktie. Unter anderem habe man unter rückläufigen Buchabsätzen zu leiden gehabt, die nicht durch Zuwächse beim eBook-Reader NOOK kompensiert werden konnten. Analysten waren zuvor von einem Gewinn in Höhe von 3 Cents je Aktie bei Umsatzerlösen von 1,98 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Die Aktie von Barnes & Noble verlor 16,3 Prozent.
Talbots (The Talbots), eine Einzelhandelskette mit Fokus auf Frauenbekleidung, meldete am Donnerstag die Geschäftszahlen für das dritte Quartal und kündigte im Anschluss ein tiefgreifendes Restrukturierungsprogramm an. Bei den Anlegern kam das Zahlenwerk nicht gut an und sorgte für ein Minus von 18,6 Prozent.
Im Automobilsektor standen die November-Absatzzahlen im Fokus. Branchenprimus General Motors konnte im November mit einem Absatzplus in den USA aufwarten. So wurden im Berichtszeitraum insgesamt 180.412 Modelle in Nordamerika abgesetzt, was einem Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der zweitgrößte US-Autobauer Ford (Ford Motor) steigerte den US-Absatz um 13,3 Prozent auf 166.865 Fahrzeuge. Die Verbesserung ist vor allem auf die starke Entwicklung bei SUVs zurückzuführen. Zudem hat der Konzern seine Produktionsprognose für das erste Quartal 2012 um 3 Prozent auf 675.000 Fahrzeuge erhöht. Während es bei GM um 1,6 Prozent nach unten ging, gaben Ford-Titel um 0,1 Prozent nach.
Daneben legten zahlreiche Unternehmen aus dem Einzelhandel ihre Umsatzzahlen für den Monat November vor. Rite Aid , eine der größten Drugstore-Ketten in den USA, konnte bei den vergleichbaren Umsätzen im November einen Anstieg ausweisen. Am Ende notierte die Aktie mit einem Minus von 1,6 Prozent. Der Einzelhändler Kohl´s (Kohl`s) meldete einen konsolidierten Konzernumsatz im November von 1,93 Mrd. US-Dollar, was einem Minus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 2,02 Mrd. US-Dollar entspricht. Bei den vergleichbaren Umsatzerlösen bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, wurde ein Minus von 6,2 Prozent ausgewiesen. Die Aktie von Kohl´s verlor 6,4 Prozent.
Gefragt sind im frühen Handel Anteilsscheine der Bekleidungskette Limited Brands . Diese konnte im November ein Umsatzplus vorweisen und kündigte im Anschluss eine Sonderdividende in Höhe von 2 US-Dollar je Aktie an. Derzeit legte der Wert 0,7 Prozent zu. Die Einzelhandelskette Stage Stores konnte im November mit einem Umsatzanstieg aufwarten. Anleger honorierten dies mit Zugewinnen von 1,2 Prozent.
Der US-Möbelhändler Pier 1 Imports konnte im dritten Quartal mit einem Umsatzplus aufwarten und geht für das dritte Quartal von einem höher als bisher erwarteten Gewinn je Aktie aus. Die Aktie musste dennoch 2,6 Prozent abgeben. Der Einzelhandelskonzern J. C. Penney (J C Penney Company) musste im November 2011 einen Rückgang bei den Same-Store Sales verbuchen. Hier wurden Aufschläge von 0,6 Prozent verzeichnet.
Der US-Einzelhandelskonzern Ross Stores konnte im November 2011 einen Zuwachs bei den Same-Store Sales erzielen. Am Ende tendierte die Aktie 3,6 Prozent fester. Auch der US-Großhändler Costco Wholesale konnte im November einen Umsatzanstieg ausweisen. Bis zum Abend konnte die Aktie 2,1 Prozent zulegen. (01.12.2011/ac/n/m)