Wall Street Schluss: Drastische Verluste, S&P 500 unter 900 Punkten
Laut US-Arbeitsministerium hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA im Juni 2009 weiter verschlechtert. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 9,5 Prozent und stieg damit auf das höchste Niveau seit August 1983. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs auf 9,6 Prozent gerechnet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank unterdessen in der Woche zum 27. Juni um 16.000 auf 614.000. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Rückgang in nahezu dieser Größenordnung prognostiziert. Der US-Auftragseingang langlebiger Güter ist laut US-Handelsministerium im Mai 2009 angewachsen. Der Auftragseingang der Industrie erhöhte sich um 1,2 Prozent, nachdem im Vormonat ein Plus von 0,5 Prozent ausgewiesen worden war. Wesentlichen Anteil an dem deutlichen Plus hatte der Transport-Sektor. Bereinigt um dieses Segment hatte der Auftragseingang in der Industrie nur bei 0,8 Prozent gelegen. Volkswirte hatten zuvor einen Anstieg von 0,9 Prozent erwartet.
Der Anteilschein von Xilinx kletterte moderate 0,15 Prozent. Der Halbleiterkonzern revidierte seine Prognose für das erste Quartal nach unten. Demnach geht Xilinx nun von einem sequenziellen Umsatzrückgang von 5 Prozent aus. Zuvor hatte Xilinx noch eine Umsatzentwicklung von +4 bis -4 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2008 in Aussicht gestellt. Begründet wurde der zu erwartende Umsatzrückgang mit Lieferschwierigkeiten bei einigen Produktlinien.
Die Drugstore-Kette Walgreen verbuchte im Juni einen Umsatzanstieg. Die konsolidierten Umsatzerlöse wuchsen gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,0 Prozent auf 5,24 Mrd. Dollar an. Die Umsatzerlöse bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, stiegen um 3,4 Prozent an. Die Walgreen-Aktie bewegte sich mit 2 Prozent im Minus.
Die Aktie von Boeing verlor rund 3 Prozent. Der Flugzeughersteller gab die Auslieferungszahlen für das zweite Quartal 2009 bekannt. Unternehmensangaben zufolge wurden insgesamt 125 kommerzielle Flugzeuge ausgeliefert. Im Einzelnen lieferte der Konzern 99 Maschinen des Typs 737, zwei Maschinen des Typs 747, drei Boeing 767 sowie 21 Maschinen des Typs 777 während des zweiten Quartals aus. Der Flugzeughersteller befindet sich laut "Wall Street Journal" zudem in Gesprächen über den Erwerb eines Werks von Vought Aircraft Industries, das einen Teil des Rumpfs der 787-Maschine (Dreamliner) produziert. Mit der geplanten Übernahme will Boeing mehr Kontrolle über seine Lieferkette erlangen, hieß es.
Der Tabakkonzern Philip Morris International verstärkt seine Marktposition in Südafrika durch eine Akquisition. Unternehmensangaben zufolge wurde eine Vereinbarung zur Übernahme von Swedish Match South Africa (SMSA) geschlossen. Bei SMSA handelt es sich Konzernangaben zufolge um den größten Anbieter von Pfeifen und Schnupftabak in Südafrika. Der Kaufpreis wurde auf umgerechnet 222 Mio. Dollar beziffert. Die Transaktion soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Philip Morris International geht von einem positiven Ergebnisbeitrag in Zusammenhang mit der Akquisition aus. Das Papier von Philip Morris International gab 2,7 Prozent ab.
Der Kraftwerksbetreiber Exelon hat seine Offerte für den US-Energieversorger NRG Energy erhöht. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, bietet Exelon den Aktionären von NRG Energy nunmehr 0,545 eigene Aktien je Anteilsschein. Dies entspricht gegenüber dem bisherigen Angebot von 0,485 Exelon-Anteilscheinen für eine Aktie von NRG Energy einem Aufschlag von 12,4 Prozent. Als Hauptgrund für die Erhöhung des Übernahmeangebots nannte Exelon zusätzliche Synergien in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar, die sich aus einem Zusammenschluss der beiden Unternehmen ergeben würden. Anteile von Exelon und NRG Energy knickten jeweils über 5 Prozent ein.
Am nächsten Handelstag, dem kommenden Montag, steht unter anderem die Ankündigung zur anstehenden Auktion vierwöchiger Bills an. (02.07.2009/ac/n/m)


