New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Aktienmärkte konnten am Mittwoch mit deutlichen Zugewinnen aus dem Handel gehen. Nach einem durchwachsenen Handelsauftakt zogen die Märkte nach der Zinsentscheidung deutlich an. Die Fed hatte die Zinsen erwartungsgemäß unverändert belassen und einen positiven Ausblick gegeben.
Auf der Konjunkturseite standen zudem zahlreiche Daten im Blick. Wie das Arbeitsministerium verkündete, erhöhte sich der Arbeitskosten-Index im vierten Quartal nur um 0,8 Prozent, während Volkswirte durchschnittlich von einer Kostensteigerung um 1,0 Prozent ausgegangen waren. Daneben präsentierte das Handelsministerium eine überraschend starke Schätzung zur Wirtschaftsentwicklung für das Schlussquartal. So kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um kräftige 3,5 Prozent. Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum ein BIP-Wachstum von lediglich 3,0 Prozent erwartet. Im weiteren Handelsverlauf kamen mit einem unerwartet gesunkenem Chicago Einkaufsmanager-Index und überraschend gesunkenen Bauausgaben weitere Impulse.
Der Dow Jones Industrial Average schloss am Ende mit einem Plus von 0,79 Prozent bei 12.624,49 Zählern. Der S&P 500 legte um 0,66Prozent auf 1.438,27 Zähler zu. Der Nasdaq Composite wiederum ging mit einem Plus von 0,62 Prozent auf 2.463,93 Punkte aus dem Handel.
Aktien von Boeing befanden sich heute im Steigflug und legten mehr als 4 Prozent zu. Der Flugzeughersteller konnte im vierten Quartal aufgrund der deutlich gestiegenen Absatzentwicklung bei Passagiermaschinen einen kräftigen Ergebnisanstieg vorweisen und die Erwartungen deutlich schlagen, ferner wurden die Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr angehoben.
Der Medienkonzern Time Warner hat seinen Gewinn im vierten Quartal um 38 Prozent gesteigert, was auf einen Einmalertrag und erhöhte Werbeumsätze bei AOL zurückzuführen ist. Die Aktie gab dennoch rund 0,6 Prozent nach.
Dagegen konnten Aktien von Eli Lilly rund 2,8 Prozent zulegen. Der Pharmakonzern hatte zuvor erklärt, dass sein Gewinn im vierten Quartal drastisch gesunken ist, was mit einer Reihe von Sonderbelastungen zusammenhängt.
Daneben rückten auch der Tabakkonzern Altria und seine derzeitige Tochter Kraft Foods in den Fokus. Während Altria einen deutlichen Gewinnanstieg erzielen konnte, musste Kraft einen Gewinnrückgang hinnehmen. Ferner wurde heute bekannt, dass Altria beabsichtigt, seine Kraft-Beteiligung am 30. März 2007 abzuspalten. Im Rahmen des Spin-Offs erhalten Altria-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 0,7 Kraft-Aktien. Die Vorgängergesellschaft der Altria Group, die Philip Morris Cos. Inc., hatte Kraft Foods im Jahr 1988 erworben. Während Aktien von Altria leicht abgaben, konnten Kraft Foods Zugewinne verzeichnen.
Anteilsscheine der Hotelkette Hilton, deren Gewinn sich im vierten Quartal fast verdoppelt hat, verfestigten sich um mehr als 3 Prozent. Dabei sorgten vor allem eine höhere Zimmerauslastung, das Wachstum der Kapazitäten und die Übernahme der Hotel-Assets der Hilton Group im Februar 2006 für diese Entwicklung.
Nach der Vorlage von Ergebnissen lagen Papiere von L-3 Communications rund ein Prozent fester im Markt. Im Technologiesektor brachen Papiere von SanDisk um über 6 Prozent ein. Der Speicherchip-Hersteller musste im abgelaufenen Quartal aufgrund von Aufwendungen für die Übernahme von MSystems einen Verlust ausweisen. Sonderbelastungen ausgenommen lag der Gewinn zwar deutlich über den Prognosen des Marktes, jedoch rechnet der Konzern im laufenden Jahr mit sinkenden Margen.
Die US Airways Group hat ihr feindliches Übernahmeangebot für die bankrotte Delta Air Lines zurückgezogen. Hintergrund des Rückzugs ist die Weigerung der Kreditgeber der drittgrößten Fluglinie der USA einen Blick in die Bücher bis zum 1. Februar werfen zu lassen. Diese beabsichtigen eine alleinige Sanierung. Während Aktien von US Airways fast 5 Prozent zulegten, gaben Delta-Aktien fast 7 Prozent nach.
Die NYSE Group, der Betreiber der New York Stock Exchange, hat heute mit der Tokyo Stock Exchange, der größten Börse in Asien, eine Absichtserklärung für eine strategische Allianz unterzeichnet. Im Rahmen des Abkommens wollen beide Börsen neue Möglichkeiten in den Bereichen Handelssysteme, Investor- und Emittentenservices, Investmentprodukte sowie Governance und Regulierung entwickeln. Dabei geht es auch um gegenseitige Notierungen und die gemeinsame Entwicklung von Technologien. Mit der Schließung dieser nicht-exklusiven Vereinbarung wurde den Angaben zufolge der Grundstein für eine mögliche finanzielle Allianz gelegt. Die Aktie der NYSE Group gab am Ende 0,7 Prozent nach. (31.01.2007/ac/n/m)