New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street musste am Mittwoch nach einem lange Zeit ruhigen Handel mit Abschlägen aus dem Handel gehen. Obwohl die Zinsentscheidung der Fed wie erwartet ausfiel, sorgten die gesenkten Konjunkturprognosen für schlechte Stimmung. Der Dow Jones verlor 0,66 Prozent auf 12.109,67 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,67 Prozent auf 2.669,19 Punkte nachgab. Der S&P 500 fiel um 0,65 Prozent auf 1.287,14 Punkte.
Der Offenmarktausschuss FOMC der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 0,0 bis 0,25 Prozent belassen. Der Offenmarktausschuss bekräftigte erneut den Zeitplan für das 2. Programm der Quantitativen Lockerung (Quantitative Easing 2, QE2). Es soll, wie bereits mehrfach kommuniziert, zum 30. Juni 2011 auslaufen. Die Fed erwartet für 2011 nun ein BIP-Wachstum von 2,7 bis 2,9 Prozent, nachdem im April ein Wachstum von 3,1 bis 3,3 Prozent erwartet worden war. Für 2012 wird die Prognose von 3,5 bis 4,2 Prozent auf 3,3 bis 3,7 Prozent gesenkt.
Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte für die Woche zum 17. Juni 2011 einen saisonbereinigten Rückgang bei der Zahl der Hypothekenanträge. So verringerte sich der entsprechende Index um 5,9 Prozent. In der Vorwoche war hingegen ein Plus von 13,0 Prozent gemeldet worden. Im Einzelnen fiel der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 7,2 Prozent, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 2,8 Prozent nachgab. Der US-Immobilienmarkt hat sich im April 2011 erhitzt. Demnach kletterte der FHFA-House-Price-Index auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent. Hierbei handelt es sich um den ersten Anstieg seit Mai 2010. Für März wurde der Rückgang von vorläufig 0,3 auf 0,4 Prozent revidiert.
Bereits gestern gab es nach Börsenschluss noch einige Quartalsausweise, die heute die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Adobe Systems konnte im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2010/11 dank gestiegener Software-Umsätze den Gewinn um 54 Prozent steigern und die Erwartungen schlagen. Der Umsatz des Software-Konzerns erhöhte sich um rund 9 Prozent auf 1,02 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn wurde auf 229 Mio. US-Dollar bzw. 45 Cents je Aktie beziffert. Das bereinigte EPS wurde mit 55 Cents angegeben. Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 51 Cents sowie einen Umsatz in Höhe von 995 Mio. US-Dollar prognostiziert. Der Titel gab um 6,3Prozent nach. Daneben sorgte auch Jabil Circuit für positive Schlagzeilen. Der Auftragshersteller von Elektronikkomponenten verdoppelte seinen Gewinn im dritten Quartal 2010/11. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Zudem kündigte man einen Aktienrückkauf im Umfang von 200 Mio. US-Dollar an. Die Aktie verteuerte sich daraufhin um 3,2 Prozent.
Heute wurden vorbörslich noch weitere interessante Quartalsausweise veröffentlicht. FedEx konnte sein Ergebnis im vierten Geschäftsquartal dank der stärkeren Wirtschaft deutlich ausweiten. Während sich die Umsatzerlöse um 12 Prozent auf 10,55 Mrd. Dollar erhöhten, verbesserte sich der Nettogewinn überproportional um 33 Prozent auf 558 Mio. Dollar bzw. 1,75 Dollar pro Aktie. Analysten hatten durchschnittlich 1,72 Dollar beim EPS und 10,42 Mrd. Dollar beim Umsatz prognostiziert. Der Anteilsschein des Logistikkonzerns verbesserte sich um 2,6 Prozent. CarMax legten schließlich um 7 Prozent zu. Der Gebrauchtwagenhändler verbesserte im ersten Quartal Umsatz und Gewinn und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten.
JPMorgan Chase (JPMorgan ChaseCo) verloren 0,5 Prozent an Wert. Die Bank verlautbarte bereits gestern, dass man im Rahmen eines Vergleichs eine Strafe in Höhe von 153,6 Mio. US-Dollar an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC zahlen wird. Darüber hinaus hat sich das Institut bereit erklärt, freiwillig rund 56 Mio. US-Dollar an bestimmte Investoren in Zusammenhang mit dem CDO "Tahoma I" zu zahlen.
Daneben hat Boeing einen weiteren Auftrag an Land gezogen. So wurde im Rahmen der Flugzeugmesse im französischen Le Bourget mit der russischen Fluggesellschaft UTair Aviation eine Vereinbarung zum Kauf von 40 Maschinen vom Typ Boeing 737 getroffen. Dabei handelt es sich um insgesamt sieben Modelle vom Typ 737-900 und 33 Maschinen vom Typ 737-800. Allerdings muss die Vereinbarung noch finalisiert werden. Die Aktie flog mit einem Abschlag von 2,5 Prozent hinterher. (22.06.2011/ac/n/m)