New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Aktienindizes verbuchten am heutigen Montag Zuwächse. Für gute Stimmung bei den Marktteilnehmern sorgten das am Wochenende beschlossene Hilfspaket für Griechenland und die Fusion zwischen United Airlines und Continental Airlines. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 1,30 Prozent auf 11.151,68 Punkte. Der S&P 500 kletterte um 1,31 Prozent auf 1.202,24 Zähler und der Nasdaq Composite legte um 1,53 Prozent auf 2.498,74 Punkte zu.
Die Finanzminister der Mitglieder der Europäischen Währungsunion haben sich am Wochenende auf ein umfassendes Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland geeinigt. Demnach werde Griechenland in den kommenden drei Jahren von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Währungsunion und dem IWF Finanzhilfen im Gesamtwert von 110 Mrd. Euro erhalten, um den Staatshaushalt wieder zu stabilisieren. Die EU-Mitglieder tragen dabei insgesamt 80 Mrd. Euro bei, während der IWF 30 Mrd. Euro zugesagt hat. Allein im laufenden Jahr werden die EU-Staaten 30 Mrd. Euro an Finanzhilfen für Griechenland auszahlen. Im Gegenzug für die Finanzhilfen, die einen Staatsbankrott Griechenlands abwenden sollen, hat sich das Land zu einschneidenden Reformen verpflichtet, um die Stabilität des hoch verschuldeten EU-Mitglieds langfristig zu gewährleisten. Heute haben sich die Mitglieder der EZB darauf verständigt, bis auf weiteres griechische Staatsanleihen uneingeschränkt als Sicherheiten zu akzeptieren. Dabei sei es unabhängig, welche Bonität diese Papiere auf dem Kapitalmarkt hätten, so die Europäische Zentralbank. Die griechischen Staatsanleihen hatten im Zuge von Abstufungen der Bonität Griechenlands durch internationale Rating-Agenturen in der Vergangenheit teilweise massiv an Wert verloren.
Wie das US-Handelsministerium heute bekannt gab, wiesen die saisonbereinigten persönlichen Einkommen und Ausgaben im März 2010 stärkere Zuwächse aus. So erhöhten sich die persönlichen Einkommen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, während im Vormonat ein Plus von revidiert 0,1 (vorläufig: 0,0) Prozent verbucht worden war. Ferner stiegen die persönlichen Konsumausgaben um 0,6 Prozent, nachdem sie im Vormonat um revidiert 0,5 (vorläufig: 0,3) Prozent gewachsen waren. Volkswirte hatten im Vorfeld Zuwächse von 0,3 Prozent bei den Einkommen und 0,6 Prozent bei den Konsumausgaben prognostiziert. In Kürze dürfte die Veröffentlichung der Bauausgaben und des ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe für weitere Impulse sorgen.
Im Fokus der Anleger standen heute UAL , die Muttergesellschaft der Fluglinie United Air Lines, sowie die Fluggesellschaft Continental Airlines . Die Unternehmen gaben - wie in Zeitungsberichten bereits im Vorfeld angekündigt - heute ihre Fusion bekannt. Im Rahmen des Zusammenschlusses zur weltgrößten Airline erhalten Continental-Aktionäre 1,05 United-Aktien für jeden ihrer Anteilsscheine. United-Aktionäre werden rund 55 Prozent der Anteile am fusionierten Unternehmen halten, während Continental-Aktionäre im Besitz der restlichen 45 Prozent der Anteile sein werden. Die neue Holding-Gesellschaft wird unter United Continental Holdings Inc. firmieren, wobei die Fluglinie selbst unter United Airlines operieren wird. Auf Pro-Forma-Basis erwirtschaftet der neue Konzern einen Jahresumsatz von rund 29 Mrd. Dollar. Den Angaben zufolge bedienen Continental und United gemeinsam mehr als 144 Millionen Passagiere pro Jahr und fliegen zu 370 Destinationen in 59 Ländern. Die Transaktion wird voraussichtlich zu jährlichen Synergien in Höhe von 1,0 bis 1,2 Mrd. Dollar bis 2013 führen. Die Einmalbelastungen in Zusammenhang mit der Fusion werden über den Drei-Jahres-Zeitraum auf rund 1,2 Mrd. Dollar geschätzt. Der Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften, die beide Mitglieder in der Star Alliance sind, soll im vierten Quartal 2010 abgeschlossen werden, hieß es. Die Papiere von UAL legten um 2,2 Prozent zu und die Aktien von Continental Airlines verbuchten einen Kurszuwachs von rund 2,4 Prozent.
Der Mischkonzern Loews gab heute bekannt, dass er im ersten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erwirtschaftet hat, was auf Investment-Gewinne bei der Tochter CNA Financial zurückzuführen ist. Zudem hatte das Vorjahresergebnis unter Sonderbelastungen zu leiden. Der Anteilsschein von Loews verteuerte sich um rund 0,4 Prozent, während CNA Financial um 3 Prozent zulegen konnten.
Clorox , ein Hersteller von Reinigungsmitteln für verschiedenste Bereiche, meldete heute, dass ihr Gewinn im dritten Quartal zugelegt hat, was das Ergebnis einer erhöhten Nachfrage nach Desinfektionsmitteln ist. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Zudem wurde die Jahresplanung für 2010 aktualisiert, während für 2011 erstmals ein Ausblick gegeben wurde. Die Aktie von Clorox gab heute um rund 1 Prozent nach.
Bereits am Samstag teilte Berkshire Hathaway (Berkshire Hathawa a), das Konglomerat des Milliardärs Warren Buffett, im Rahmen der Jahreshauptversammlung mit, dass es im ersten Quartal einen Gewinn verbuchen konnte, was mit einem verbesserten operativen Ergebnis angesichts einer sich erholenden Wirtschaft zusammenhängt. Demnach lag der Nettogewinn nach vorläufigen Zahlen bei 3,63 Mrd. Dollar, im Vergleich zu einem Nettoverlust von 1,53 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn belief sich auf 2,22 Mrd. Dollar, gegenüber 1,71 Mrd. Dollar im Vorjahr. Die Aktie von Berkshire legte um 1,8 Prozent zu.
Dow Jones: 11.151,68 (+1,30 Prozent) S&P 500: 1.202,24 (+1,31 Prozent) NASDAQ Composite: 2.498,74 (+1,53 Prozent) (03.05.2010/ac/n/m)