New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Montag vor dem Hintergrund einiger starker Quartalsausweise, darunter der von Exxon Mobil, und angesichts erhöhter M&A-Aktivitäten freundliche Tendenzen aufweisen. Die guten Unternehmensnachrichten konnten dabei die jüngsten geopolitischen Unsicherheiten in Ägypten etwas in den Schatten stellen. Der Dow Jones gewann am Ende 0,58 Prozent auf 11.891,93 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,49 Prozent auf 2.700,08 Punkte zulegte. Der S&P 500 verbesserte sich um 0,77 Prozent auf 1.286,12 Punkte.
Die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager ermittelte heute für Januar 2011 einen überraschenden Zuwachs beim saisonbereinigten Konjunktur-Index. So lag der Einkaufsmanager-Index bei 68,8 Punkten, nach 66,8 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld nur einen Wert von 65,0 Punkten prognostiziert. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, sind die saisonbereinigten persönlichen Einkommen und Ausgaben im Dezember 2010 angewachsen. So erhöhten sich die persönlichen Einkommen um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonatsniveau, während im Vormonat ein Plus von revidiert 0,4 (vorläufig: 0,3) Prozent verbucht worden war. Ferner zogen die persönlichen Konsumausgaben um 0,7 Prozent an, nachdem sie im Vormonat sogar um 0,3 (vorläufig: 0,4) Prozent gestiegen waren. Volkswirte hatten im Vorfeld Zuwächse von 0,5 Prozent bei den Einkommen und 0,6 Prozent bei den Konsumausgaben prognostiziert.
Im Fokus stand allen voran Exxon Mobil . Wie der Ölgigant heute mitteilte, ist sein Gewinn im vierten Quartal um 53 Prozent gestiegen, was auf höhere Ölpreise und eine geringere Steuerlast zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der Nettogewinn belief sich auf 9,25 Mrd. Dollar bzw. 1,85 Dollar pro Aktie, gegenüber 6,05 Mrd. Dollar bzw. 1,27 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um 17 Prozent auf 105,19 Mrd. Dollar zu. Analysten waren zuvor von einem Gewinn von 1,63 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 99,11 Mrd. Dollar ausgegangen. Die Aktie von Exxon gewann 2,1 Prozent. Dagegen büßten Anteilsscheine von Gannett knapp 3 Prozent ein. Der größte US-Zeitungsverlag meldete zwar, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 30 Prozent gestiegen ist, was u.a. auf eine Kostenkontrolle und einen deutlichen Zuwachs bei den Broadcasting-Umsätzen zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Jedoch sind die Werbeumsätze klar zurückgegangen. Indes konnte der Maschinenbaukonzern Illinois Tool Works im vierten Quartal nicht das Vorjahresergebnis erreichen. Zudem wurden die Erwartungen knapp verfehlt. Papiere von Illinois Tool gaben bis zum Abend 2,2 Prozent ab.
Der US-Technologiekonzern Intel hat seine Umsatzprognosen wegen Fehler beim Chip-Design angepasst. Demnach werde der Designfehler für eine Komponente des neuen Chipsatzes 6 Serie einen Umsatzverlust von rund 300 Mio. Dollar zur Folge haben. Die Gesamtkosten der Entwicklungspanne werden auf 700 Mio. Dollar geschätzt. In der Folge erwartet Intel für das erste Quartal 2011 einen Umsatz von 11,7 Mrd. Dollar (+/- 400 Mio. Dollar). Zuvor hatte der Konzern 11,5 Mrd. Dollar (+/- 400 Mio. Dollar) in Aussicht gestellt. Die Prognose für die Bruttomarge wird für das erste Quartal 2011 um 2 Prozentpunkte auf 62 Prozent gesenkt. Die Intel-Aktie schloss nach zwischenzeitlichen Kursverlusten unverändert.
Der Erdgasproduzent Chesapeake Energy meldete am Sonntag, dass er mit der CNOOC , dem größten Offshore-Ölkonzern in China, ein Abkommen geschlossen hat, nach dem sich die CNOOC International Ltd. an einem US-Gasprojekt von Chesapeake beteiligen wird. Den Angaben zufolge erwirbt die CNOOC-Tochter im Rahmen des Abkommens eine 33,3 Prozent-Beteiligung an einem Schiefergasprojekt (800.000 Morgen) in den Denver-Julesburg (DJ) und Powder River-Becken im Nordosten von Colorado und im Südosten von Wyoming. CNOOC zahlt für die Assets 570 Mio. Dollar in bar. Darüber hinaus hat sich der chinesische Konzern bereit erklärt, 66,7 Prozent der Projektkosten zu übernehmen, bis zusätzliche 697 Mio. Dollar gezahlt wurden. Dies soll laut Chesapeake bis zum Jahresende 2014 erfolgen. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2011 erwartet, hieß es. Während die Chesapeake-Aktie um über 8 Prozent anstieg, konnten CNOOC-Titel in New York ein knappes Prozent zulegen.
Indes steht der Kohleproduzent Massey Energy vor der Übernahme durch den Wettbewerber Alpha Natural Resources . Wie aus einer bereits am Samstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, haben beide Konzerne eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. Im Zuge der Übereinkunft sollen die Aktionäre von Massey Energy 1,025 Aktien von Alpha Natural Resources sowie 10,00 Dollar je Aktie in bar für jeden ihrer Anteilsscheine erhalten, was basierend auf dem letzten Schlusskurs 69,33 Dollar je Aktie von Massey Energy entspricht. Durch den Zusammenschluss entsteht einer der führenden Kohleproduzenten mit einem Jahresumsatz von rund 6,9 Mrd. Dollar (bezogen auf das Fiskaljahr 2010) sowie Kohlereserven in Höhe von insgesamt rund fünf Milliarden Tonnen. Im zweiten Jahr nach Abschluss der Transaktion werden Synergien in Höhe von 150 Mio. Dollar erwartet. Anteilsscheine von Massey zogen um knapp 10 Prozent an, Alpha Natural verbilligten sich um über 7 Prozent.
Schließlich gab der Aluminiumhersteller Alcoa eine Akquisition bekannt. Demnach wurde eine Vereinbarung zur Übernahme eines Geschäftsbereichs der TransDigm Group Inc. geschlossen. Das Geschäftsfeld ("Aerospace Fasteners") soll nach Abschluss der Transaktion in den Konzernbereich Alcoa Fastening Systems integriert werden. Der Wert der Transaktion wurde auf 240 Mio. Dollar beziffert. Alcoa geht bereits im ersten Jahr nach Abschluss der Übernahme von einem positiven Ergebnisbeitrag aus der Transaktion aus. Alcoa tendierten 2,7 Prozent fester. (31.01.2011/ac/n/m)