New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen mussten am Donnerstag mit kräftigen Abschlägen aus dem Handel gehen. Neben dem ansteigenden
Ölpreis sorgten auch Konjunkturdaten und die schwachen Einzelhandelsumsätze im Juli für Zurückhaltung.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Vorwoche unerwartet verschlechtert. So kletterte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 7.000 auf 455.000, wogegen Volkswirte im Vorfeld eine Abnahme auf 420.000 prognostiziert hatten.
Die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA ist nach Angaben der National Association of Realtors im Juni 2008 unerwartet angezogen. So erhöhte sich der entsprechende Index gegenüber dem Vormonat um 5,3 Prozent, wogegen Volkswirte ein Minus von 1,0 Prozent prognostiziert hatten. Für Mai wurde der Rückgang von vorläufig 4,7 auf nun 4,9 Prozent revidiert.
Der Dow Jones verlor am Ende 1,93 Prozent auf 11.431,43 Punkte, der S&P 500 gab 1,79 Prozent auf 1.266,06 Zähler nach. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete wiederum ein Minus von 0,95 Prozent auf 2.355,73 Punkte.
Die Aktie von Wal-Mart verlor am Ende mehr als 6 Prozent. Der weltgrößte Einzelhandelskonzern hat seine vergleichbaren Umsätze im Juli um 3 Prozent gesteigert, die Erwartungen der Analysten damit jedoch verfehlt. Auch andere Einzelhändler enttäuschten hier und mussten ebenfalls deutliche Kursverluste hinnehmen.
Für Titel von AIG ging es daneben um rund 18 Prozent nach unten. Wie der weltgrößte Versicherungskonzern am Vorabend bekannt gab, hat er im zweiten Quartal einen Milliardenverlust erwirtschaftet. Auf bereinigter Basis wurde ebenfalls ein Verlust verzeichnet. Der Konzern ist damit deutlich an den Schätzungen vorbeigeschrammt.
Für Cardinal Health ging es daneben um 1,6 Prozent nach unten. Der Pharmagroßhändler hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinneinbruch verbucht. Die Erwartungen auf bereinigter Basis wurden allerdings übertroffen. Ferner könnte der Konzern einen Spin-Off der Sparten für klinische und medizinische Produkte vornehmen.
Papiere von Sunoco lagen 1,6 Prozent schwächer im Markt. Der Raffineriekonzern meldete am Vorabend, dass er im zweiten Quartal einen drastischen Gewinneinbruch ausweisen musste. Vor Einmaleffekten wurden die Prognosen allerdings geschlagen.
Papiere der Plattenfirma Warner Music Group, die ihren Verlust im dritten Quartal deutlich verringert und die Erwartungen übertroffen hat, notierten am Ende 2 Prozent leichter.
Daneben gaben Blockbuster nach enttäuschenden Zahlen für das zweite Quartal fast 10 Prozent ab. Die größte US-Filmverleihkette konnte zwar einen Umsatzanstieg erzeitlen, beim Nettoergebnis wurde jedoch ein höherer Verlust als im Vorjahreszeitraum ausgewiesen. (07.08.2008/ac/n/m)