Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen mussten am Freitag mit kräftigen Abschlägen aus dem Handel gehen. Als Belastung erwiesen sich dabei die enttäuschenden Ergebnisse des Versicherungskonzerns AIG sowie die neuen Rekordstände beim Ölpreis.
Das Handelsbilanzdefizit lag aufgrund deutlich rückläufiger Exporte und Importe im März 2008 bei 58,2 Mrd. Dollar, nachdem für Februar ein revidiertes Handelsbilanzdefizit von 61,7 Mrd. Dollar (vorläufig: 62,3 Mrd. Dollar) ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem Handelsbilanzdefizit von 61,3 Mrd. Dollar gerechnet.
Am Ende schloss der Dow Jones Industrial Average mit einem Minus von 0,94 Prozent bei 12.745,88 Zählern. Der S&P 500 schloss bei 1.388,28 Zähler und damit 0,67 Prozent leichter. Der Nasdaq Composite wiederum ging 0,23 Prozent leichter bei 2.445,52 Punkten aus dem Handel.
Der weltgrößte Versicherungskonzern AIG hat im ersten Quartal aufgrund hoher Sonderbelastungen im Zusammenhang mit der Kreditmarktkrise einen Verlust von rund 7,8 Mrd. Dollar angehäuft und die Erwartungen der Analysten drastisch verfehlt. Außerdem kündigte AIG eine Kapitalerhöhung in Höhe von 7,5 Mrd. Dollar an. Die Anleger straften den Wert daraufhin mit einem satten Minus von knapp 9 Prozent ab.
Die Aktie der Citigroup gab angesichts des schwachen Umfeld knapp 3 Prozent nach. Zur Steigerung der Effizienz beabsichtigt der Konzern, rund 400 Mrd. Dollar an Vermögenswerten zu verkaufen. Ferner wird ein jährliches Umsatzwachstum von 10 Prozent aus den Kerngeschäftsbereichen angestrebt.
Im Technologiesegment stachen Anteilsscheine von RealNetworks mit einem Plus von mehr als 13 Prozent ins Auge. Der Software-Hersteller musste im abgelaufenen Quartal trotz eines Umsatzanstiegs einen Gewinnrückgang ausweisen. Analysten hatten im Vorfeld allerdings ein negatives Ergebnis erwartet.
Trotz enttäuschender Zahlen gewannen Titel des Grafikchip-Herstellers NVIDIA rund 2,5 Prozent. Die Anleger folgen damit einer Kaufempfehlung der Investmentbank Stifel Nicolaus.
Clear Channel Communications, ein US-Betreiber von Radiostationen, konnte ihren Gewinn im ersten Quartal drastisch steigern, was auf höhere Outdoor-Werbeeinnahmen und einen Einmalertrag zurückzuführen ist. Am Ende gewann die Aktie ein halbes Prozent.
Der Chemiekonzern Huntsman musste im ersten Quartal einen deutlichen Ergebniseinbruch hinnehmen. Dagegen stieg der Gesamtumsatz um 13 Prozent. Die Erwartungen der Analysten wurden verfehlt. Die Aktie verlor 2,5 Prozent.
Das Auktionshaus Sotheby's hat im ersten Quartal einen Verlust erwirtschaftet, was vor allem auf geringere Provisionseinnahmen sowie planmäßig höhere Ausgaben zurückzuführen ist. Der Umsatz nahm um 12 Prozent ab. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn ausgegangen. In der Folge brach die Aktie um 9 Prozent ein. (09.05.2008/ac/n/m)