New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen gingen am Donnerstag mit kräftigen Zugewinnen aus dem Handel. Im Fokus standen dabei vor allem einige Konjunkturdaten sowie erneut die große Zahl an Quartalszahlen, allen voran Cisco und die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard. Zudem sorgte der Einzelhandel mit den Januar-Umsatzzahlen für gute Laune.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 31. Januar 2009 deutlich verschlechtert. So kletterte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 35.000 auf 626.000, wogegen Volkswirte im Vorfeld eine Abnahme auf 580.000 prognostiziert hatten. Hierbei handelt es sich um den höchsten Stand seit Oktober 1982. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 588.000 auf 591.000 nach oben korrigiert.
Die US-Produktivität hat sich im vierten Quartal 2008 stärker als noch im Vorquartal erhöht. Demnach wuchs die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,2 Prozent an. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Anstieg um 1,5 Prozent erwartet, nachdem im dritten Quartal 2008 ein Plus von 1,5 Prozent ausgewiesen worden war.
Der Auftragseingang langlebiger Güter ist im Dezember 2008 weiter geschrumpft. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um revidiert 3,0 Prozent (vorläufig: -2,6 Prozent) unter dem Vormonatsniveau, während Volkswirte eine Abnahme um 3,1 Prozent prognostiziert hatten. Im November war ein Minus von 4,0 Prozent verzeichnet worden.
Der Dow Jones gewann am Ende 1,34 Prozent auf 8.063,07 Punkte, der S&P 500 legte 1,64 Prozent auf 845,85 Zähler zu. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete wiederum ein Plus von 2,06 Prozent auf 1.546,24 Punkte.
Der Technologiekonzern Cisco Systems hat am Vorabend einen Blick in seine Bilanzen gewährt. Dabei konnte der größte Netzwerkausrüster in den USA trotz eines Gewinnrückgangs im abgelaufenen Quartal die Erwartungen übertreffen. Die Umsatzerlöse verringerten ebenfalls, lagen aber minimal über den Erwartungen der Analysten. Trotz des schwachen Ausblicks gewann die Aktie über 3 Prozent.
Deutlich grüne Vorzeichen prägten das Bild indes bei MasterCard (+14 Prozent). Der Kreditkartenanbieter gab zuvor bekannt, dass sein Gewinn im vierten Quartal angesichts eines Einmalertrags im Vorjahr um 21 Prozent gesunken ist. Die Erwartungen konnten jedoch geschlagen werden. Der Mitbewerber Visa hat bereits gestern Abend Ergebnisse für das vergangene Vierteljahr auf den Tisch gelegt. Dabei konnte der Konzern den Umsatz deutlich ausweiten und die Erwartungen übertreffen. Das bereinigte Ergebnis lag ebenfalls über den Schätzungen des Marktes. Der Wert gewann über 9 Prozent.
Die Aktie des Krankenversicherers CIGNA, der im vierten Quartal angesichts der schwachen Entwicklung an den internationalen Kapitalmärkten einen deutlichen Verlust ausweisen musste, auf bereinigter Basis aber unerwartet gut verdient hat, legte fast 19 Prozent zu.
Im Einzelhandelssektor glänzten Wal-Mart mit einem Aufschlag von mehr als 4,5 Prozent. Der Konzern gab zuvor bekannt, dass seine vergleichbaren US-Umsätze im Januar um 2,1 Prozent gestiegen sind, womit die Analystenerwartungen übertroffen wurden. Papiere des Discount-Händlers Target verteuerten sich sogar um mehr als 3 Prozent. Das Unternehmen hat im Januar einen schwächer als befürchteten Rückgang der vergleichbaren Umsätze hinnehmen müssen.
Daneben sind auch die Ergebnisse von Kellogg einen Blick wert. Der Frühstücksflockenanbieter konnte im Schlussquartal dank Kosteneinsparungen und einer höheren Zahl von Verkaufstagen bei Umsatz und Ergebnis zulegen. Ohne die Berücksichtigung von Sondereffekten wurden die Gewinnerwartungen übertroffen. Der Titel gewinnt ein halbes Prozent.
Nach Zahlen gaben Anteilsscheine der Schnellrestaurantkette Burger King über 6 Prozent ab. Das Unternehmen musste im zweiten Quartal bei gestiegenen Umsatzerlösen einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen.
Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble arbeitet der "Financial Times" zufolge derzeit mit Goldman Sachs zusammen, um potenzielle Käufer für die pharmazeutischen Marken von Procter & Gamble auszumachen oder andere Wege für einen Ausstieg aus diesem Geschäft zu finden. Die Aktie von Procter & Gamble gewann 1,5 Prozent, bei Goldman ging es 5,5 Prozent nach oben. (05.02.2009/ac/n/m)