New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Freitag mit kräftigen Zugewinnen aus dem Handel gehen. Neben dem erfreulichen Quartalsausweis von Google wurde die Stimmung am Markt auch von besser als erwarteten Einzelhandelsdaten beflügelt. Der Dow Jones verbesserte sich um 1,45 Prozent auf 11.644,49 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,82 Prozent auf 2.667,85 Zähler anstieg. Der S&P 500 legte um 1,74 Prozent auf 1.224,58 Punkte zu.
Der Einzelhandelsumsatz in den USA ist im September 2011 nach Angaben des US-Handelsministeriums angestiegen. Auf Monatssicht erhöhten sich die Umsatzerlöse um 1,1 Prozent, während sie im August revidiert um 0,3 Prozent gestiegen waren. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Anstieg um 0,6 Prozent prognostiziert. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche zogen die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent an. Experten waren von einem Plus von 0,3 Prozent ausgegangen, nach einer Zunahme um revidiert 0,5 Prozent im Vormonat. Unterdessen haben sich die US-Importpreise im September nach Angaben des US-Arbeitsministeriums erhöht. So verzeichneten die Einfuhrpreise einen Anstieg um 0,3 Prozent, gegenüber einem Minus von revidiert 0,2 Prozent im August. Ferner kletterten die um Ölimporte bereinigten Importpreise gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent, nachdem im August ein Plus von 0,2 Prozent ausgewiesen worden war. Die Ausfuhrpreise stiegen um 0,4 Prozent, nach einem Anstieg um 0,5 Prozent im August. Bereinigt um Agrargüter lagen die Exportpreise um 0,3 Prozent über dem Vormonatsniveau, während sie im vorangegangenen Monat bereits um 0,3 Prozent zugelegt hatten. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Oktober 2011 laut Universität Michigan gegenüber dem Vormonat verschlechtert. So fiel der Gesamtindex auf 57,5, Punkte, nachdem im Vormonat ein Stand von 59,4 Punkten ausgewiesen worden war. Volkswirte waren von einem Wert von 60,0 Punkten ausgegangen. Die Lagerbestände in den US-amerikanischen Industrie- und Handelsunternehmen wiesen im August 2011 einen saisonbereinigten Anstieg gegenüber dem Vormonat aus. So lagen die Lagerbestände um 0,5 Prozent über dem Vormonatsniveau. Volkswirte hatten zuvor ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Im Vormonat war bei den Lagerbeständen ein Plus von revidiert 0,5 Prozent (vorläufig: +0,4 Prozent) ausgewiesen worden. Der Umsatz bei den Industrie- und Handelsunternehmen hat gegenüber dem Vormonat ein Plus von 0,3 Prozent verzeichnet. Im Vormonat wurde ein Zuwachs von 0,7 Prozent beim Umsatz der Industrie- und Handelsunternehmen ausgewiesen.
Auf der Unternehmensseite richtete sich der Fokus der Investoren auf die Aktie von Google . Der Internet-Konzern hat gestern nach Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal 2011 veröffentlicht. Dabei konnte man Umsatz und Gewinn überraschend deutlich steigern. CEO Larry Page bezeichnete die vergangenen drei Monate als großartiges Quartal. Der Social Media-Dienst Google+ überstieg dabei die Marke von 40 Millionen Nutzern, obwohl der Dienst erst kurzzeitig für jedermann geöffnet ist. Das Nettoergebnis belief sich auf 2,73 Mrd. US-Dollar bzw. 8,33 US-Dollar je Aktie, nach 2,2 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das um Einmaleffekte bereinigte EPS belief sich auf 9,72 US-Dollar. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 8,74 US-Dollar erwartet. Die Umsatzerlöse stiegen von 7,29 Mrd. US-Dollar auf 9,72 Mrd. US-Dollar. Die um Zahlungen an Partner bereinigten Umsatzzahlen beliefen sich auf 7,51 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten zuvor Umsätze von 7,21 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Die Aktie rückte um 5,9 Prozent vor.
Für eine negative Überraschung sorgte unterdessen ebenfalls bereits gestern Abend Microchip Technology . Der Halbleiterhersteller hat seine Umsatz- und Gewinnprognose nach unten revidiert. So lag der Umsatz im zweiten Quartal nach vorläufigen Berechnungen bei 340,6 Mio. US-Dollar, was gegenüber dem ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres einem Minus von knapp 9,1 Prozent entspricht. Zuletzt hatte der Konzern für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 352,0 bis 370,8 Mio. US-Dollar in Aussicht gestellt. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn je Aktie liegt im Berichtszeitraum nach vorläufigen Berechnungen in der Spanne von 45 bis 47 Cents. Zuletzt hatte der Konzern hier ein bereinigtes EPS von 50 bis 54 Cents prognostiziert. Das Papier gab um 5,3 Prozent nach.
Mattel (Mattel) verschlechterten sich um 1 Prozent. Der größte Spielwarenhersteller in den USA hat im dritten Quartal einen höheren Gewinn erzielt hat, was vor allem mit einem soliden Umsatzwachstum zusammenhängt. Dabei profitierte man von einer starken Nachfrage nach Barbie-Produkten und Spielzeug zum Disney-Film "Cars 2". Die Ergebniserwartungen wurden damit erfüllt. Der Nettogewinn belief sich auf 300,8 Mio. US-Dollar bzw. 86 Cents pro Aktie, nach 283,3 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 9 Prozent auf knapp 2 Mrd. US-Dollar zu. Die Markterwartungen hatten zuvor bei einem Gewinn von 86 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 1,97 Mrd. US-Dollar gelegen. Darüber hinaus kündigte der Konzern an, das zuletzt angekündigte Aktienrückkaufprogramm um 500 Mio. US-Dollar aufzustocken. Zudem wurde für das vierte Quartal eine Bardividende in Höhe von 23 Cents pro Aktie beschlossen. Damit liegt die Jahresdividende bei 92 Cents pro Aktie (+11 Prozent).
Der bekannte US-Milliardär Carl Icahn hat sich an dem Nutzfahrzeughersteller Navistar International beteiligt. So hat sich Icahn über verschiedene seiner Beteiligungsgesellschaften insgesamt 9,80 Prozent der ausstehenden Aktien von Navistar gesichert. Das Papier schoss daraufhin um 7,3 Prozent nach oben.
Pier 1 Imports (Pier 1 Imports) verlautbarte schließlich heute, dass sein Board of Directors ein neues Aktienrückkaufprogramm beschlossen hat. Dieses hat ein Volumen von bis zu 100 Mio. US-Dollar und tritt umgehend in Kraft. Demnach kann das Management ab sofort eigene Aktien über die Börse oder über private Transaktionen zurückkaufen. Die Anteilsscheine des Möbelhändlers legten um 4,6 Prozent zu. (14.10.2011/ac/n/m)