New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Dienstag mit kräftigen Zugewinnen an die positive Entwicklung vom Vortag anknüpfen. Dabei profitierten die US-Indizes von der Hoffnung der Investoren, dass es schließlich doch zu einer Lösung bei der Griechenland-Krise kommen wird. Der Dow Jones gewann am Ende 0,91 Prozent auf 12.190,01 Punkte, während der NASDAQ Composite um 2,19 Prozent auf 2.687,26 Punkte zulegte. Der S&P 500 stieg 1,34 Prozent auf 1.295,52 Punkte.
Konjunkturseitig gab es erneut Daten aus dem Immobiliensektor. Die saisonbereinigte Verkaufszahl bestehender Häuser ist im Mai 2011 geschrumpft. So reduzierte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um 3,8 Prozent auf 4,81 Millionen. Volkswirte hatten mit einer Zahl von 4,79 Millionen gerechnet, nachdem sich die Verkaufszahl im April auf revidiert 5,00 (vorläufig: 5,05) Millionen belaufen hatte.
Auch heute gab es bereits wieder einige Quartalsausweise, die das Interesse der Anleger auf sich zogen. Für eine klare Enttäuschung sorgte Barnes & Noble (BarnesNoble). Der größte Buchhändler der Welt musste im vierten Quartal einen deutlich größeren Verlust ausweisen musste. Zurückzuführen war dies auf die Auflösung von 200 Filialen des bankrotten Wettbewerbers Borders Group . Die Erwartungen wurden damit klar verfehlt. Der Nettoverlust belief sich auf 59,4 Mio. US-Dollar bzw. 1,04 US-Dollar je Aktie, nach einem Verlust von 32 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 4 Prozent auf 1,37 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 91 Cents pro Aktie sowie einem Umsatz von 1,39 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Der Titel verlor 5,8 Prozent.
Ferner standen die Aktien von Walgreen mit einem Abschlag von rund 4,3 Prozent im Blick. Die Drugstore-Kette konnte im dritten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten. Während sich die Umsatzerlöse auf 18,37 Mrd. US-Dollar (17,20 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum) erhöhten, verbesserte sich der Nettogewinn auf 603 Mio. US-Dollar bzw. 65 Cents je Aktie, nach zuvor 463 Mio. US-Dollar. Der Konzern profitierte vor allem von der starken Absatzentwicklung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. Analysten hatten zuvor ein EPS von 62 Cents sowie einen Umsatz von 18,33 Mrd. US-Dollar erwartet.
Carnival (Carnival) rückten um 4,2 Prozent vor. Der Kreuzfahrtkonzern musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Zurückzuführen war dies auf höhere Treibstoffkosten, Unruhen im Mittleren Osten und in Nordafrika sowie die Auswirkungen der Naturkatastrophe in Japan. Die Erwartungen wurden allerdings übertroffen. Indes wurde die Jahresprognose gesenkt. So rechnet man für das laufende Geschäftsjahr nun mit einem EPS-Ergebnis von 2,40 bis 2,50 US-Dollar (zuvor: 2,55 bis 2,65 US-Dollar). Analysten sehen das Ergebnis pro Aktie hier bei 2,55 US-Dollar.
Klar im Aufwind befanden sich mit einem Aufschlag von 2,6 Prozent die Anteilsscheine von Best Buy . Das Board des Elektronikhändlers hat ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5 Mrd. US-Dollar genehmigt. Zudem soll die Quartalsdividende um 7 Prozent auf 16 Cents pro Aktie erhöht werden. Die Aktien von Chubb konnten sich daneben mit einem Zugewinn von 0,9 Prozent klar im grünen Bereich halten. Der Versicherungskonzern erwartet in Zusammenhang mit den verheerenden Unwetterkatastrophen in den USA hohe Einmalbelastungen. So rechnet man im Zeitraum von April bis Mai dieses Jahres mit Einmalbelastungen in Höhe von 250 bis 310 Mio. US-Dollar vor Steuern. Das Ergebnis im zweiten Quartal wird damit voraussichtlich mit 55 bis 68 Cents je Aktie belastet.
Indes hat der Flugzeugbauer Boeing heute im Rahmen der Flugzeugmesse im französischen Le Bourget weitere Aufträge erhalten. So hat die Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle ASA insgesamt 15 Maschinen vom Typ Boeing 737-800 bestellt. Der Auftragswert beläuft sich nach Listenpreis auf rund 1,2 Mrd. US-Dollar. Ferner wurde Boeing von Malaysia Airlines mit der Lieferung von zehn weiteren Maschinen vom Typ 737-800 beauftragt. Schließlich hat auch die russische Fluggesellschaft Aeroflot einen Auftrag über acht Maschinen vom Typ 777-300 erteilt. Boeing flogen daraufhin um 0,8 Prozent hinterher.
Schließlich verteuerten sich Raytheon um 1,1 Prozent. Der Rüstungskonzern hat einen Großauftrag aus Saudi-Arabien erhalten. So soll man das Patriot Air and Missile Defense System des Landes auf die modernste Konfiguration-3 aufzurüsten. Der Auftrag umfasst Ground-System Hardware, ein volles Trainingspaket sowie Support Equipment Upgrades und hat ein Volumen von 1,7 Mrd. US-Dollar. (21.06.2011/ac/n/m)