New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Dienstag kräftige Zugewinne verzeichnen und sich so von den Vortagesverlusten klar erholen. Dabei stützte unter anderem der überzeugende Quartalsausweis von IBM. Für Enttäuschung sorgte allerdings gleichzeitig Goldman Sachs. Auf der anderen Seite fielen aber die Zahlen vom US-Immobilienmarkt wieder positiv aus. Der Dow Jones verbesserte sich um 1,63 Prozent auf 12.587,42 Punkte, während der NASDAQ Composite um 2,22 Prozent auf 2.826,52 Punkte zulegte. Der S&P 500 gewann 1,63 Prozent auf 1.326,73 Punkte.
Die US-Wohnbaubeginne wiesen im Juni 2011 einen saisonbereinigten Zuwachs gegenüber dem vorangegangenen Monat aus. So belief sich die Zahl auf 0,629 Millionen Baubeginne. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,549 (vorläufig: 0,560) Millionen um 14,6 Prozent und der entsprechende Vorjahreswert von 0,539 Millionen um 16,7 Prozent übertroffen. Volkswirte waren von einer Zahl von 0,570 Millionen Baubeginnen ausgegangen. Ferner verzeichneten die Baugenehmigungen in den USA im Juni 2011 einen saisonbereinigten Zuwachs. So wurden auf annualisierter Basis insgesamt 0,624 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,609 (vorläufig: 0,612) Millionen um 2,5 Prozent und der entsprechende Vorjahresstand von 0,585 Millionen um 6,7 Prozent übertroffen. Volkswirte hatten hingegen eine Zahl von 0,609 Millionen Genehmigungen geschätzt.
Bereits gestern nach Börsenschluss konnte IBM mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2011 überzeugen. Dabei wurden aufgrund der starken Hardware-Nachfrage Umsatz und Gewinn stärker als erwartet gesteigert. Zudem wurde die Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht angehoben. So belief sich der Nettogewinn auf 3,66 Mrd. US-Dollar bzw. 3,00 US-Dollar je Aktie, nach 3,39 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte operative EPS wurde mit 3,09 US-Dollar angegeben. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 26,7 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,03 US-Dollar und einem Umsatz von 25,35 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Daneben erhöhte der Konzern seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2011. So erwartet IBM für das laufende Jahr nun ein Ergebnis von mindestens 13,25 US-Dollar je Aktie. Zuvor hatte IBM 13,15 US-Dollar je Aktie prognostiziert. Analysten erwarten derzeit ein EPS in Höhe von 13,22 US-Dollar. Die Aktie legte um 5,6 Prozent zu. Stanley Black & Decker (Stanley BlackDecker) verbilligten sich daneben um 1,1 Prozent, nachdem der Werkzeughersteller im zweiten Quartal 2011 die Erwartungen auf bereinigter Basis übertreffen konnte. Zudem wurde der Ausblick erhöht.
Coca-Cola (Coca-Cola) konnte heute mit seinen Quartalsbericht überzeugen. Der größte Softdrink-Hersteller der Welt steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal auf 12,74 Mrd. US-Dollar, nach 8,67 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter erhöhte sich von 2,37 Mrd. US-Dollar auf nunmehr 2,80 Mrd. US-Dollar bzw. 1,20 US-Dollar je Aktie. Auf vergleichbarer Basis lag der Gewinn je Aktie bei 1,17 US-Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,16 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 12,40 Mrd. US-Dollar erwartet. Das Papier verbessert sich um 3,3 Prozent.
Im Blick stand heute ferner der Zahlenausweis der Bank of America . Die größte US-Bankgesellschaft hat im zweiten Quartal trotz deutlich gesunkener Rückstellungen für Kreditausfälle und Erlösen aus Asset-Verkäufen einen milliardenschweren Verlust erwirtschaftet. Zurückzuführen war dies auf hohe Belastungen durch einen Vergleich in einem Rechtsstreit. Auf bereinigter Basis wurden aber die Erwartungen übertroffen. Der Nettoverlust belief sich demnach auf 8,83 Mrd. US-Dollar bzw. 90 Cents pro Aktie, nach einem Gewinn von 3,12 Mrd. US-Dollar bzw. 27 Cents pro Aktie im Vorjahr. Dabei wurde das jüngste Ergebnis durch einen Ende Juni vereinbarten außergerichtlichen Vergleich zur Zahlung von 8,5 Mrd. US-Dollar belastet. Vor Einmaleffekten lag das jüngste Ergebnis bei 33 Cents pro Aktie. Der Umsatz verringerte sich von 29,15 Mrd. US-Dollar auf 13,24 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 90 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 12,34 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Der Titel gab um 1,4 Prozent nach. Mit einem Abschlag von 0,5 Prozent standen gleichzeitig Goldman Sachs deutlich unter Druck. Die Bank konnte ihren Gewinn im zweiten Quartal zwar mehr als verdoppeln. Die Erwartungen wurden jedoch deutlich verfehlt, was vor allem auf stark rückläufige Erträge im Anleihenhandel zurückzuführen ist. Indes legten Wells Fargo (Wells FargoCo) um 5,9 Prozent zu, nachdem das Kreditinstitut im zweiten Quartal 2011 dank einer freundlichen Geschäftsentwicklung ein Rekordergebnis erzielen und die Erwartungen schlagen konnte. Bank of New York Mellon verbesserten sich daneben um 0,3 Prozent. Das Institut hat seinen Gewinn im zweiten Quartal gesteigert, nachdem es keine Rückstellungen für Kreditausfälle bilden musste. Die Erwartungen wurden damit geschlagen.
Omnicom (Omnicom Group) konnte im zweiten Quartal vor allem angesichts deutlich gestiegener internationaler Umsätze einen höheren Gewinn erzielen. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Die Aktie des Werbekonzerns verteuerte sich um 1,9 Prozent.
Für Aufsehen sorgte heute auch UnitedHealth (UnitedHealth Group). Der Krankenversicherer konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal verbessern. Dabei profitierte man von einem anhaltend starken Wachstum bei UnitedHealthcare und Optum. Die Erwartungen wurden klar übertroffen. Zudem wurde die Jahresergebnisprognose angehoben. Das Papier gab dennoch um 0,9 Prozent nach. Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) verschlechterten sich daneben um 0,6 Prozent. Der Mischkonzern musste zwar im zweiten Quartal 2011 einen geringeren Gewinn ausweisen, konnte auf bereinigter Basis aber die Analystenerwartungen schlagen.
Harley-Davidson (Harley-Davidson) fuhren um fast 9 Prozent vor. Der Motorradhersteller konnte im zweiten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten und die Erwartungen der Analysten übertreffen. Zudem wurde die Absatzprognose für das Gesamtjahr erhöht. (19.07.2011/ac/n/m)