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22.08.2008 22:27

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Wall Street-Schluss: Kräftige Zugewinne nach Bernanke-Rede

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New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen konnten am Freitag mit kräftigen Zugewinnen aus dem Handel gehen. Neben dem rückläufigen Ölpreis sorgte besonders eine Rede von Fed-Chef Bernanke für gute Laune.

Bernanke hat sich trotz der nach wie vor vorhandenen Risiken in Zusammenhang mit der Finanzkrise optimistisch bezüglich der Gesamtsituation geäußert. In einer Rede betonte er, dass sich das weltweite Finanzsystem trotz der weiteren Verschärfung der Krise in den vergangenen Wochen als sehr stabil erwiesen habe. In Zusammenhang mit den nach wie vor existierenden Inflationsgefahren verwies der US-Notenbankchef auf die zuletzt rückläufigen Öl- und Rohstoffnotierungen, welche im Rahmen der Prognosen der US-Notenbank gelegen hätten. Dabei werde man auch weiterhin im Hinblick auf die schwachen konjunkturellen Rahmenbedingungen an dem derzeit niedrigen Leitzinsniveau festhalten, um das Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden. Als positiv sei auch die zuletzt gesehene Stabilisierung der US-Leitwährung zu werten.

Der Dow Jones gewann am Ende 1,73 Prozent auf 11.628,06 Punkte, der S&P 500 legte 1,13 Prozent auf 1.292,19 Zähler zu. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete wiederum ein Plus von 1,44 Prozent auf 2.414,71 Punkte.

Im Fokus stand vor allem der Finanzsektor. Übernahmespekulationen führten bei der Aktie von Lehman Brothers zu einem satten Kursplus von rund 5 Prozent. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge hat die angeschlagene Investmentbank vergeblich versucht, einen südkoreanischen oder chinesischen Investor als strategischen Großaktionär zu gewinnen. Einem Analystenkommentar zufolge ist der Konzern allerdings ein mögliches Übernahmeziel.

Anteilsscheine von Aon zogen um 2,6 Prozent an. Wie der weltweit zweitgrößte Versicherungs-Broker heute erklärte, übernimmt er den britischen Rückversicherer Benfield für insgesamt 935 Mio. Britische Pfund.

Boeing waren ebenfalls einen Blick wert. Der Flugzeughersteller will einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge möglicherweise kein Gebot für einen milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der US-Streitkräfte abgeben, sollte das Pentagon die Angebotsfrist für den Konzern nicht verlängern. Am Markt wurde der Bericht offensichtlich gelassen aufgenommen, der Wert gewann 3 Prozent.

Nach einer Übernahmeofferte durch den Konkurrenten King Pharmaceuticals in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar sprangen Anteilsscheine von Alpharma um 43,5 Prozent. King Pharmaceuticals gewannen 8,5 Prozent.

Die angeschlagenen amerikanischen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sind weiterhin auf der Suche nach neuen Finanzmitteln, um sich gegen die Auswirkungen der Finanzkrise zu wappnen. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" habe Freddie Mac in diesem Zusammenhang bei zahlreichen Finanzinvestoren nachgefragt und für eine weitere Kapitalerhöhung geworben. Während es bei Fannie Mae um 3 Prozent aufwärts ging, verloren Freddie Mac mehr als 11 Prozent.

Intuit gewannen fast 4 Prozent. Der Anbieter von Steuer- und Finanz-Software musste im vierten Fiskalquartal trotz eines Umsatzanstiegs seinen Verlust ausweiten. Vor Einmaleffekten traf der Verlust exakt die Erwartungen. (22.08.2008/ac/n/m)

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