New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte sich am Dienstag nach einem sehr volatilen Handel mit kräftigen Zugewinnen aus dem Handel verabschieden. Hauptgrund für den Kurssprung in der letzten Handelsstunde war der Zinsentscheid der US-Notenbank. Wie erwartet, haben die Notenbanker die Leitzinsen bei 0,0 bis 0,25 Prozent belassen. Allerdings sollen die Zinsen mindestens bis Mitte 2013 auf einem niedrigen Niveau belassen werden. Offenbar wurden im Offenmarktausschuss auch weitere Instrumente diskutiert, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zu beschließen. Der Dow Jones verbesserte sich am Ende um 3,98 Prozent auf 11.239,77 Punkte, während der NASDAQ Composite um 5,29 Prozent auf 2.482,52 Punkte zulegte. Der S&P 500 gewann 4,74 Prozent auf 1.172,53 Punkte.
Die US-Produktivität hat sich im zweiten Quartal 2011 verringert. So schrumpfte die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten im Vorfeld sogar einen Rückgang um 0,6 Prozent prognostiziert, nachdem im ersten Quartal 2011 ein Minus von revidiert 0,6 (vorläufig: +1,8) Prozent ermittelt worden war. Die Lohnstückkosten stiegen im Vorquartalsvergleich um 2,2 Prozent, gegenüber einem Zuwachs um revidiert 4,8 (vorläufig: 0,7) Prozent im ersten Quartal.
Bereits gestern nach Börsenschluss sorgte der Computerspiele-Produzent Take-Two Interactive Software mit seinen Zahlen zum ersten Quartal 2011/2012 für lange Gesichter. So hat man die Schätzungen der Analysten deutlich verfehlt. Das Papier gewann am Ende 4,9 Prozent an Wert.
Im Vorfeld der heute nachbörslich mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Walt Disney stand vor allem der Ausweis von AOL im Blick. Der Internet-Anbieter musste im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen, konnte den Verlust jedoch aufgrund hoher Einmalbelastungen in der Vorjahresperiode deutlich verringern. So lag der Umsatz mit 542,2 Mio. US-Dollar unter dem Vorjahreswert von 592,2 Mio. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 11,8 Mio. US-Dollar bzw. 11 Cents je Aktie ausgewiesen, nach zuvor 1,06 Mrd. US-Dollar. Im Berichtszeitraum wurden negative Einmaleffekte in Höhe von 15 Cents je Aktie verzeichnet. Im Vorjahreszeitraum hatten Goodwill-Abschreibungen und Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 1,11 Mrd. US-Dollar bzw. 10,41 US-Dollar je Aktie das Ergebnis belastet. Analysten waren zuvor von einem Gewinn von 4 Cents je Aktie sowie einem Umsatz von 530,4 Mio. US-Dollar ausgegangen. Die Aktie brach um 25,8 Prozent ein.
Für eine Enttäuschung sorgte heute ferner DISH Network (Dish Network). Der zweitgrößte Satellitenfernsehanbieter in den USA konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal angesichts eines soliden Umsatzwachstums um 30 Prozent verbessern, obwohl man Kunden verloren hat. Die Erwartungen wurden allerdings verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 335 Mio. US-Dollar bzw. 75 Cents pro Aktie, nach 257 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 13,3 Prozent auf 3,59 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 79 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 3,41 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Der Titel verschlechterte sich um 0,3 Prozent. Daneben ging es für Cablevision Systems um 12,8 Prozent nach unten. Der Kabelnetzbetreiber hat seinen Gewinn im zweiten Quartal deutlich gesteigert. Dabei profitierte man von einem soliden Wachstum als Folge von mehr Internet- und Telefonkunden. Die Erwartungen der Analysten wurden aber verfehlt.
Mit einem Abschlag von 12,5 Prozent kamen heute die Aktien von Fossil aus dem Takt. Der Uhrenhersteller verlautbarte, dass sein Gewinn im zweiten Quartal trotz eines starken Umsatzwachstums gesunken ist, was auf Einmalerträge im Vorjahr zurückzuführen ist. Die Erwartungen konnten jedoch geschlagen werden. Indes wurde ein schwacher Ausblick auf das laufende Quartal gegeben. Zudem wurde die Jahresprognose nach unten korrigiert.
Indes gaben Beazer Homes USA um 5,7 Prozent nach. Der Baukonzern für Eigenheime meldete für das dritte Quartal einen niedrigeren Umsatz sowie einen höheren Nettoverlust. Die Erwartungen der Analysten wurden verfehlt.
Schließlich verbesserten sich Sara Lee um 4,4 Prozent. Der Nahrungsmittelkonzern wird seinen Geschäftsbereich North American Refrigerated Dough für 545 Mio. US-Dollar an die Ralcorp Frozen Bakery Products Inc., eine Sparte des US-Lebensmittelherstellers Ralcorp Holdings , verkaufen. Ralcorp-Aktie wiederum gewannen 1,0 Prozent. (09.08.2011/ac/n/m)