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29.06.2012 22:19

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Wall Street Schluss: Kursfeuerwerk zum Wochenschluss, EU-Gipfel beflügelt

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New York (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes haben den letzten Handelstag der Woche mit deutlichen Aufschlägen beendet. Die Tatsache, dass sich die Regierungsvertreter der Euroländer in Brüssel nach langen Verhandlungen auf ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Situation in der Eurozone einigen konnten, sorgte unter den Anlegern für Kauflaune, die auch mehrheitlich schwächere Konjunkturdaten nicht trüben können. Der Dow Jones gewann 2,20 Prozent auf 12.880,09 Punkte. Der NASDAQ Composite verbesserte sich um 3,00 Prozent auf 2.935,05 Zähler, während der S&P 500 einen Aufschlag von 2,49 Prozent auf 1.362,16 Punkte verzeichnete.

Wie das US-Handelsministerium mitteilte, sind die saisonbereinigten persönlichen Einkommen im Mai 2012 erneut angewachsen. So erhöhten sich die persönlichen Einkommen um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonatsniveau, während im Vormonat ebenfalls schon ein Plus von 0,2 Prozent verbucht worden war. Ferner gingen die persönlichen Konsumausgaben um weniger als 0,1 Prozent zurück, wogegen sie im Vormonat um revidiert 0,1 (vorläufig: 0,3) Prozent geklettert waren. Volkswirte hatten im Vorfeld Zuwächse von jeweils 0,1 Prozent bei den Einkommen und bei den Konsumausgaben prognostiziert.

Daneben ermittelte die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager für Juni 2012 einen Zuwachs beim saisonbereinigten Konjunktur-Index. So lag der Einkaufsmanager-Index bei 52,9 Punkten, nach 52,7 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Wert von 53,0 Punkten prognostiziert. Knapp unter den Erwartungen lag auch die Verbraucherstimmung der Uni Michigan. Demnach hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im Juni 2012 gegenüber dem Vormonat verschlechtert. Laut einer Untersuchung der Universität Michigan, fiel der Gesamtindex auf revidiert 73,2 Punkte (vorläufig: 74,1 Punkte), nachdem im Vormonat noch ein Stand von 79,3 Punkten ausgewiesen worden war. Volkswirte waren zuvor von einem Wert von 74,1 Punkten ausgegangen.

Bereits gestern nach Börsenschluss gab Nike die Zahlen zum vierten Fiskalquartal 2011/12 bekannt. Trotz deutlich gestiegener Umsätze musste der weltgrößte Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung angesichts von Kostensteigerungen einen Gewinnrückgang ausweisen. Die Erwartungen wurden so verfehlt. Titel von Nike büßten 9,5 Prozent ein.

Ebenfalls nachbörslich meldete der kanadische BlackBerry-Hersteller Research In Motion einen Umsatzeinbruch sowie einen Verlust für das erste Fiskalquartal 2012/13. Damit verfehlte der Konzern klar die Erwartungen. Zudem wurden der Abbau von 5.000 Arbeitsplätzen und Verzögerungen beim Betriebssystem BlackBerry 10 angekündigt. Schließlich meldete der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture nach Börsenschluss, dass sich sein Gewinn im dritten Quartal um 9 Prozent erhöht hat, was auf ein starkes Umsatzwachstum im Bereich Outsourcing zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Während Research In Motion um 19,1 Prozent einbrachen, zogen Accenture um 6,1 Prozent an.

Aktien von TIBCO Software verbesserten sich um 11,5 Prozent. Der Softwarekonzern hat im zweiten Geschäftsquartal 2011/12 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. So stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 247,3 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich um 26 Prozent auf 26,6 Mio. US-Dollar oder 16 Cents je Aktie. Auf bereinigter Basis belief sich der Nettogewinn auf 26 Cents je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld einen Umsatz von 244,3 Mio. US-Dollar und ein EPS von 23 Cents prognostiziert.

Heute meldete der Baukonzern KB Home , dass sich sein Verlust im zweiten Quartal mehr als halbiert hat, was auf geringere Sonderbelastungen und gestiegene Verkaufspreise zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Anteilsscheine von KB Home sprangen vor diesem Hintergrund um 12,5 Prozent nach oben.

Papiere von Constellation Brands (Constellation Brand a) explodierten um 24,3 Prozent. Der Wein- und Spirituosenkonzern präsentierte die Geschäftszahlen für das erste Quartal. Demnach ging der Gewinn zwar leicht zurück, jedoch konnten die Marktschätzungen auf bereinigter Ebene übertroffen werden. Profitiert habe man dabei von einer weiterhin starken Nachfrage in allen Geschäftsbereichen. Zudem kauft Constellation Brands die 50-Prozent-Beteiligung der Grupo Modelo an dem Joint Venture Crown Imports LLC für 1,85 Mrd. US-Dollar. Crown Imports vertreibt die Grupo Modelo-Marken in die USA. Die Transaktion steht in Zusammenhang mit der heute angekündigten Komplettübernahme des mexikanischen Brauers durch den weltgrößten Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev für 20,1 Mrd. US-Dollar.

Der weltweit größte Aluminiumhersteller Alcoa trennt sich von seiner Wasserkraftsparte Tapoco Project. Das 351-Megawatt-Kraftwerk an der Grenze zwischen Tennessee und North Carolina wird für 600 Mio. US-Dollar an den kanadischen Energiekonzern Brookfield Renewable Energy Partner L.P. (Brookfield Renewable Energy Partners LP Partnership Units) veräußert. Die Transaktion soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Das Wasserkraftwerk in Tapoco hatte der US-Konzern betrieben, um seine Aluminiumproduktion in Tennessee mit Strom zu versorgen. Im Zuge von deutlichen Produktionskürzungen soll das Schmelzwerk in Tennessee jedoch geschlossen werden. Um künftig wieder profitabler zu arbeiten, will der Aluminiumkonzern seine Schmelzkapazitäten um 12 Prozent verringern. Die Alcoa-Aktie gewann 2,6 Prozent.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat ihre Bonitätseinstufung für den amerikanischen Stahlkocher AK Steel Holding gesenkt. Das Kreditrating wurde um eine Stufe von BB- auf B+ gesenkt. Damit wird das Unternehmen inzwischen schon vier Stufen unter Investment Grade eingestuft. Der Ausblick wurde als stabil angegeben. Als Gründe für die Rating-Abstufung nannte Standard & Poor's das schwierige Umfeld mit einer ungleichmäßigen Nachfrage, eines sich ausweitenden Angebots, fallenden Preisen und relativ hohen Kosten für Rohmaterialien. Für das kommende Jahr 2013 erwartet die Ratingagentur eine Verbesserung des Geschäfts, was in einem stabilen Ausblick resultiert. Papiere von AK Steel verloren gegen den Trend 3,9 Prozent.

Zu guter Letzt erklärte der Internet-Anbieter AOL , dass er seinen bisherigen CFO Artie Minson Jr. zum COO bestellt hat. Den Angaben zufolge wird Minson die Pläne von AOL überwachen, die eine Einteilung des Unternehmens in die drei operativen Geschäftsbereiche AOL Membership Group, Content Brands Group und Advertising.com Group vorsehen. Mit der neuen Position und der neuen Struktur ist AOL in der Lage, sich stärker auf seine Profitabilität zu konzentrieren. AOL gewannen 2,2 Prozent hinzu. (29.06.2012/ac/n/m)

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