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09.07.2012 22:13

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Wall Street Schluss: Leichte Verluste, Übernahmen im Fokus

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New York (www.aktiencheck.de) - Nachdem sich die US-Leitindizes am Freitag mit klaren Abschlägen ins Wochenende verabschiedet hatten, setzten sie am ersten Handelstag der neuen Woche ihre schwache Tendenz fort. Die Blicke der Anleger richten sich vor allem auf die anstehende Berichtssaison, die Alcoa nach Börsenschluss eröffnete. Immerhin konnten die US-Indizes ihre Verluste im Handelsverlauf reduzieren. Der Dow Jones verlor letztlich 0,28 Prozent auf 12.736,29 Punkte. Der NASDAQ Composite gab um 0,19 Prozent auf 2.931,77 Zähler nach, während der S&P 500 einen Abschlag von 0,16 Prozent auf 1.352,46 Punkte zeigte.

Von Konjunkturseite standen heute lediglich die Verbraucherkredite zur Veröffentlichung an. Das Volumen der US-Verbraucherkredite ist im Mai 2012 mit einer Jahresrate von 8,0 Prozent angestiegen. Wie die US-Notenbank Fed mitteilte, stieg das Gesamtvolumen der ausstehenden Verbraucherkredite im Vergleich zum Vormonat um 17,1 Mrd. US-Dollar auf 2,573 Bio. US-Dollar. Damit legten die Verbraucherkredite im neunten Monat hintereinander zu. Volkswirte hatten im Vorfeld nur mit einem Anstieg um 8,0 Mrd. US-Dollar gerechnet. Im April 2012 stiegen die Verbraucherkredite revidiert um 10,0 Mrd. US-Dollar, nachdem zunächst nur ein Anstieg um 6,5 Mrd. US-Dollar veröffentlicht worden war. Der Umfang der kurzfristigen Schulden, wie etwa Kreditkartenschulden, legte im Dezember 8,0 Mrd. US-Dollar zu, nach einem Rückgang um 3,5 Mrd. US-Dollar im April. Das Volumen langfristiger Kredite, wie zum Beispiel für Autokäufe oder Studienkredite, erhöhte sich um 9,1 Mrd. US-Dollar, nach einem Anstieg um 13,4 Mrd. US-Dollar im Vormonat.

Interessante Nachrichten kamen heute vor allem von der Akquisitionsfront. So hat WellPoint , der nach Mitgliederzahlen größte Krankenversicherer in den USA, eine milliardenschwere Übernahme angekündigt. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des Konkurrenten Amerigroup (AMERIGROUP) geschlossen. Im Zuge der Vereinbarung sollen Amerigroup-Aktionäre 92,00 US-Dollar je Aktie in bar erhalten, was einem Gesamtvolumen von rund 4,9 Mrd. US-Dollar entspricht. Die Akquisition, die u.a. noch der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden bedarf, soll im ersten Quartal 2013 abgeschlossen werden. Während WellPoint um 3,4 Prozent zulegten, schossen Amerigroup um 38 Prozent in die Höhe.

Daneben gab der Informations-Dienstleister Thomson Reuters einen Zukauf bekannt. Demnach wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des US-Anbieters FX Alliance geschlossen. Im Zuge der Vereinbarung sollen die Aktionäre von FX Alliance 22 US-Dollar je Aktie in bar erhalten. FX Alliance ist auf Lösungen für professionelle Asset-Manager und Unternehmen im Bereich Devisenhandel spezialisiert. Thomson Reuters gaben 0,1 Prozent ab.

Schließlich erweitert der Nahrungsmittelkonzern Campbell Soup durch eine Übernahme seine Produktpalette um verpackte frische Nahrungsmittel. Wie der größte Suppenhersteller in den USA erklärte, übernimmt er Bolthouse Farms, die dann als eigenständige Geschäftseinheit weitergeführt werden soll. Zu den Produkten von Bolthouse zählen frische Karotten, Premium-Spirituosen und Tiefkühl-Salatdressing. Im Gegenzug zahlt man 1,55 Mrd. US-Dollar in bar an die Private Equity-Gesellschaft Madison Dearborn Partners. Campbell geht davon aus, die Transaktion gegen Ende dieses Jahres abschließen zu können. Campbell Soup verloren 0,9 Prozent.

Der US-Softwarekonzern Microsoft Corp. wird sein neues Betriebssystem Windows 8 wie geplant im Herbst auf den Markt bringen. Die Auslieferung der neuen Software an die Computerhersteller soll Anfang August beginnen. Ende Oktober sollen die ersten PCs mit Windows 8 im Handel erhältlich sein. Die neue Windows-Version soll in 109 Sprachen in 231 Länder ausgeliefert werden. Mit dem neuen Betriebssystem will Microsoft auch das Geschäft im boomenden Markt für Tablet-Computer vorantreiben. Der Softwarekonzern kündigte erst Mitte Juni an, mit dem "Surface" einen eigenen Tablet-PC auf den Markt zu bringen. Die Aktie von Microsoft gab um 0,6 Prozent nach.

Der US-Industriekonzern Dover hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt. Demnach rechnet man für das laufende Geschäftsjahr aktuell nur noch mit einem Gewinn von 4,70 bis 4,85 US-Dollar je Aktie, nachdem man bislang ein EPS zwischen 4,80 und 5,00 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Analysten prognostizieren für das Gesamtjahr 2012 derzeit im Schnitt ein EPS von 4,89 US-Dollar bei Umsätzen in Höhe von 8,81 Mrd. US-Dollar. Als Gründe für den schwächeren Ausblick nannte Dover die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Europa, negative Währungsveränderungen sowie eine höhere Steuerquote. Für das zweite Halbjahr 2012 rechnet der Industriekonzern wieder mit einer stärken Geschäftsentwicklung. Die Aktie von Dover verlor 0,2 Prozent.

Unter Druck standen die Aktien der großen US-Kreditkartenanbieter nach einer negativen Analysteneinschätzung. Die Analysten der UBS haben die Aktie von MasterCard Inc. heute von "neutral" auf "sell" zurückgestuft. Das Kursziel wurde deutlich von bislang 457,00 US-Dollar auf nunmehr 403,00 US-Dollar gesenkt. Daneben stuften die Analysten der UBS auch die Aktie des Konkurrenten Visa Inc. von "neutral" auf "sell" ab. Hier wurde das Kursziel von 127,00 US-Dollar auf 113,00 US-Dollar reduziert. Die Analysten begründeten ihre Verkaufsempfehlung mit dem sich abschwächendem Wachstum und der hohen Bewertung der Aktien. Während die Visa-Aktie 1,3 Prozent verlor, büßten Papiere von MasterCard 2,2 Prozent ein.

Indes zogen Papiere von Boeing um 0,5 Prozent an. Der Flugzeughersteller gab bekannt, dass er von Air Lease (Air Lease a) einen Auftrag über 75 Flugzeuge erhalten hat. Den Angaben zufolge hat die Flugzeug-Leasinggesellschaft Air Lease demnach 60 Maschinen vom Typ 737 MAX 8 sowie 15 Maschinen vom Typ 737 MAX 9 bestellt, mit der Option zum Erwerb 25 weiterer 737 MAX Flugzeuge. Nach Listenpreisen hat die Order ein Volumen von 7,2 Mrd. US-Dollar.

Sirius XM Radio (Sirius XM Radio), ein Anbieter von Satellitenradio-Services, teilte mit, dass er im zweiten Quartal einen starken Neukundenzuwachs verzeichnen konnte. Zudem wurde die Kunden- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Anteilsscheine des Unternehmens rückten vor diesem Hintergrund um 1,5 Prozent vor.

Zu guter Letzt konnte der Automobilhersteller Ford (Ford Motor) im Juni beim Absatz in China einen deutlich Anstieg verzeichnen. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wurden im Berichtszeitraum insgesamt 52.440 Fahrzeuge im Reich der Mitte verkauft, was zum Vorjahresmonat einem Plus von 18 Prozent entspricht. Dabei profitierte der Konzern vor allem von einer starken Nachfrage nach dem neuen Ford Focus. Titel von Ford büßten dennoch 0,6 Prozent ein. (09.07.2012/ac/n/m)

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