New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen konnten am Freitag trotz enttäuschender Arbeitsmarktdaten mit leichten Zugewinnen aus dem Handel gehen. Der Dow Jones gewann am Ende 0,17 Prozent auf 11.382,09 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,47 Prozent auf 2.591,46 Punkte zulegte. Für den S&P 500 ging es indes um 0,26 Prozent nach oben auf 1.224,71 Zähler.
Die US-Arbeitsmarktsituation hat sich im November 2010 zwar verbessert, allerdings bei weitem nicht so stark wie erwartet. So stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 39.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten einen Stellenaufbau um 130.000 Beschäftigte erwartet. Bereinigt um Beschäftigte im Staatsdienst stieg die Beschäftigtenzahl um 50.000, nach einem Zuwachs von revidiert 160.000 (vorläufig: 159.000) im Vormonat. Hier hatte die Prognose auf 140.000 gelautet. Ferner stieg die Arbeitslosenquote auf 9,8 Prozent, nachdem sie im Vormonat bei 9,6 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten hier mit einem unveränderten Stand von 9,6 Prozent gerechnet. Die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors haben sich im November 2010 zum Vormonat stärker entwickelt. So kletterte der ISM-Service-Index auf 55,0 Zähler, nach 54,3 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf 54,5 Punkte prognostiziert. Der Auftragseingang für Industriegüter ist im Oktober 2010 gesunken. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um revidiert 3,4 Prozent (vorläufig: -3,3 Prozent) unter dem Vormonatsniveau. Für den Vormonat war ein Plus von 4,9 Prozent ausgewiesen worden. Beim US-Auftragseingang für Industriegüter wurde für den Berichtsmonat ein Minus von 0,9 Prozent ermittelt, während Volkswirte hier ein Minus von 1,3 Prozent erwartet hatten. Für den Vormonat wurde hier revidiert ein Plus von 3,0 Prozent (vorläufig: +2,1 Prozent) ausgewiesen.
Bereits gestern Abend gab der Software-Hersteller Novell seine Zahlen für das vierte Fiskalquartal 2009/10 bekannt. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 322,2 Mio. Dollar bzw. 91 Cents pro Aktie, nach -255,7 Mio. Dollar im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn betrug 7 Cents pro Aktie. Der Umsatz sank von 215,6 Mio. Dollar auf 206,5 Mio. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 7 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 204,1 Mio. Dollar ausgegangen. Die Aktie gab 0,3 Prozent ab. Ferner gab es gestern Nachrichten von eBay . Das Internet-Auktionshaus übernimmt den Internet-Einkaufsführer milo.com für einen unbekannten Betrag. milo.com liefert Real-Time-Informationen über die Verfügbarkeit und das Preisniveau von Produkten im stationären Einzelhandel. Durch die Transaktion will eBay seinen Kunden Zugang zu Millionen von Produkten in rund 50.000 Geschäften in allen US-Bundesstaaten ermöglichen. Der Titel von eBay verbilligte sich um gut ein Prozent.
Des Weiteren hat der Kohlekonzern Walter Energy (Walter Industries) heute die Übernahme seines kanadischen Konkurrenten Western Coal angekündigt. Der Enterprise Value der Transaktion wurde auf 3,3 Mrd. CAD beziffert. Die Boards beider Konzerne haben der Vereinbarung bereits zugestimmt. Walter Energy gewannen 4,7 Prozent an Wert. Big Lots musste im dritten Quartal einen Ergebnisrückgang hinnehmen, obwohl der Umsatz des Einzelhändlers leicht zunahm. Die Erwartungen des Marktes wurden damit verfehlt. Zudem wurde die Ergebnisprognose für das Schlussquartal nach unten korrigiert. Der Titel verbilligte sich um 5,1 Prozent. Indes gab der Kerzenhersteller Blyth heute bekannt, dass er im dritten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt hat, womit die Erwartungen geschlagen werden konnten. Jedoch wurde der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gesenkt, was mit einem anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und höheren Rohstoffkosten zusammenhängt. Papiere von Blyth gaben 11,8 Prozent ab.
Die US Airways Group hat im November 2010 einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere ausweisen können. So erhöhte sich die Zahl der verkauften Sitzmeilen um 7,8 Prozent auf 4,51 Milliarden. Die Zahl der angebotenen Sitzmeilen stieg um 3,4 Prozent auf 5,59 Milliarden. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 4,23 Millionen Fluggäste befördert, was einem Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 3,90 Millionen entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich auf 80,6 Prozent, nach 77,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Aktie verlor 0,6 Prozent. AMR , die Muttergesellschaft der Fluggesellschaft American Airlines, hat die Passagierzahlen für den Monat November 2010 veröffentlicht. Dabei erhöhte sich die Zahl der verkauften Sitzmeilen um 4,3 Prozent auf 9,90 Milliarden. Die Zahl der angebotenen Sitzmeilen stieg um 3,2 Prozent auf 12,31 Milliarden. Der Sitzladefaktor erhöhte sich um 0,9 Prozentpunkte auf nun 80,4 Prozent. Die Zahl der beförderten Passagiere stieg um 2,7 Prozent auf 6,87 Millionen zurück. Die AMR-Aktie verlor 1,2 Prozent.
Aus Kanada meldeten heute zwei Großbanken ihre jüngsten Ergebnisse. Dabei musste der Branchenprimus Royal Bank of Canada im vierten Quartal einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Zurückzuführen war dies auf einen Verlust aus dem Verkauf der Sparte Liberty Life. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis verfehlt. Der Anteilsschein gab an der NYSE um 4,3 Prozent nach. Dagegen konnte die Bank of Nova Scotia (Scotiabank) , die Nummer drei in Kanada, im vierten Quartal mit einem Ergebnisanstieg aufwarten. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei erfüllt. Insgesamt habe man sowohl im Inland als auch im Ausland von einer operativen Ergebnisverbesserung profitieren können, so der Finanzkonzern. Die Aktie der Scotiabank zog in New York um gut 3,2 Prozent an. (03.12.2010/ac/n/m)