New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen konnten am Mittwoch im Zuge wichtiger Unternehmensdaten und der milliardenschweren Anleihekäufe durch die Fed mit leichten Zugewinnen aus dem Handel gehen. Die Wahlen zum US-Kongress sorgten indes für wenig Bewegung am Markt. Ein schlechtes Abschneiden der Demokratien war im Vorfeld erwartet worden. Der Dow Jones gewann am Ende 0,24 Prozent auf 11.215,13 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,27 Prozent auf 2.540,27 Punkte zulegte. Der S&P 500 stieg um 0,37 Prozent auf 1.197,96 Zähler.
Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte für die Woche zum 29. Oktober 2010 einen saisonbereinigten Rückgang bei der Zahl der Hypothekenanträge. So verringerte sich der entsprechende Index um 5,0 Prozent. In der Vorwoche war hingegen ein Plus von 3,2 Prozent ausgewiesen worden. Ferner hat sich die US-Beschäftigung nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters ADP im Oktober um 43.000 erhöht. Die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors haben sich im Oktober 2010 zum Vormonat stärker entwickelt. So kletterte der ISM-Service-Index auf 54,3 Zähler, nach 53,2 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf 53,4 Punkte prognostiziert. Zudem ist der Auftragseingang für Industriegüter im September 2010 gestiegen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um revidiert 3,5 Prozent (vorläufig:+3,3 Prozent) über dem Vormonatsniveau. Beim US-Auftragseingang für Industriegüter wurde für den Berichtsmonat ein Plus von 2,1 Prozent ermittelt, während Volkswirte hier ein Plus von 1,7 Prozent erwartet hatten. Schließlich hat am Abend die Fed die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 0,0 bis 0,25 Prozent belassen. Der Offenmarktausschuss kündigte daneben den Kauf von langlaufenden Staatsanleihen im Volumen von 600 Mrd. Dollar. Pro Monat sollen dabei rund 75 Mrd. Dollar investiert werden. Daneben sollen auch 250 bis 300 Mrd. Dollar aus dem bisherigen Aufkauf Hypotheken-besicherter Anleihen in Staatsanleihen reinvestiert werden.
Auch heute stand wieder eine ganze Flut an Quartalsausweisen im Blickpunkt der Anleger. Time Warner musste zwar im dritten Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnen, konnte die Erwartungen auf bereinigter Basis jedoch schlagen. Zudem hat der Medienkonzern die Jahresprognose erhöht. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 522 Mio. Dollar bzw. 46 Cents pro Aktie, nach 662 Mio. Dollar im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis aus dem laufenden Geschäft lag bei 62 Cents (Vorjahr: 53 Cents) pro Aktie. Der Umsatz nahm um 1,8 Prozent auf 6,38 Mrd. Dollar zu. Die Aktie verbilligte sich um 1,1 Prozent. Ferner musste die Telefongesellschaft Qwest Communications (Qwest Communications International) im dritten Quartal angesichts rückläufiger Umsätze einen Verlust hinnehmen. Zurückzuführen war dies auf mehrere Sonderbelastungen. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen aber geschlagen. Am Ende stieg die Aktie um 1,2 Prozent. Des Weiteren konnte der Internet-Anbieter AOL im abgelaufenen Quartal dank positiver Einmaleffekte mit einem Gewinnplus aufwarten, musste jedoch angesichts rückläufiger Werbeeinnahmen einen Umsatzrückgang hinnehmen. Die Erwartungen der Analysten wurden aber geschlagen. Der Titel schoss um 3,2 Prozent nach oben. Aktien von FedEx gewannen 0,5 Prozent an Wert. Der Logistikkonzern hat seine Marktposition im Auslandsgeschäft durch einen Zukauf in Indien verstärkt.
Aetna verteuerten sich um 2,9 Prozent. Der drittgrößte Krankenversicherer in den USA konnte seinen Gewinn im dritten Quartal um 53 Prozent steigern. Zurückzuführen war dies vor allem auf Kostensenkungen. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Zudem wurde der Ausblick erhöht. Gleichzeitig legten WellPoint 0,5 Prozent zu. Der Wettbewerber von Aetna erzielte im dritten Quartal dank Kosteneinsparungen einen deutlichen Gewinnanstieg. Der angeschlagene Hypothekenfinanzierer Freddie Mac (Federal Home Loan Mortgage) warnt infolge des schwachen Immobilienmarkts vor einem Milliardenverlust im dritten Quartal und benötigt weitere Staatshilfen. Die Aktie verbilligte sich um 2,1 Prozent. Deutliche Zugewinne von 9,2 Prozent verzeichnet derzeit die Hartford Financial Services Group . Das Unternehmen konnte im dritten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Zudem wurde angesichts der starken Entwicklung in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 2,60 bis 2,70 Dollar angehoben, nachdem man hier zuvor ein EPS von 2,10 bis 2,30 Dollar in Aussicht gestellt hatte.
Molson Coors Brewing (Molson Coors Brewing Company (MCBC)) gewannen fast 4 Prozent an Wert. Der Brauereikonzern konnte im dritten Quartal seinen Gewinn steigern. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis klar geschlagen. Aktien der Drugstore-Kette CVS Caremark rückten um 1,1 Prozent vor. Das Unternehmen musste zwar im dritten Quartal einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn ausweisen, konnte allerdings die Analystenerwartungen erfüllen. Papiere des Öl- und Erdgasproduzenten Devon Energy verteuerten sich um 3,5 Prozent, nachdem das Unternehmen für das dritte Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg ausweisen konnte.
Ford Motor (Ford Motor) hat im Oktober 2010 in den USA deutlich mehr Fahrzeuge verkauft als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wie der zweitgrößte amerikanische Automobilhersteller bekannt gab, stieg der Absatz im Berichtsmonat um 19,2 Prozent auf 157.935 Fahrzeuge an. Insgesamt verkaufte Ford im laufenden Jahr bislang knapp 1,6 Millionen Fahrzeuge und damit 20,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ford-Aktie gewann am Ende 5,2 Prozent. (03.11.2010/ac/n/m)