New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Märkte mussten nach den Abschlägen der vergangenen Handelstage am Donnerstag in einem nervösen Markt und zeitweiser Panik die höchsten Intraday-Verluste seit 1987 hinnehmen. Im Fokus stand weiterhin die Sorge vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa. Allerdings wird auch die Verkettung unglücklicher Umstände und menschliches Versagen als Grund für den extremen Kurssturz genannt. Der Dow Jones war kurzzeitig um 9 Prozent bzw. 998 Punkte eingebrochen und damit unter die Marke von 10.000 Punkten gefallen. Am Ende verlor der Dow Jones 3,20 Prozent auf 10.520,32 Punkte, während der S&P500 3,24 Prozent auf 1.128,15 Zähler abgab. Beim Nasdaq Composite wurde ein Abschlag von 3,44 Prozent auf 2.319,64 Punkte ausgewiesen.
Vorbörslich wurde ein schwächer als erwartet ausgefallener Rückgang der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe publiziert. Die US-Produktivität konnte hingegen im ersten Quartal jedoch stärker als von Volkswirten erwartet gesteigert werden.
Am Vorabend hatte der Hypothekenfinanzierer Federal Home Loan Mortgage Corp. (Freddie Mac) erneut einen Milliardenverlust ausgewiesen und im Anschluss um weitere staatliche Unterstützungen in Höhe von 10,6 Mrd. Dollar gebeten. Heute musste die Aktie deutlich abgeben und notierte mehr als 6 Prozent im Minus.
Daneben stand erneut die Quartalszahlensaison im Fokus der Anleger. Gefragt waren unter anderem Anteilsscheine des kanadischen Automobilzulieferer Magna International , der im ersten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehrte und dabei die Analystenschätzungen übertreffen konnte. Die Aktie legte fast 12 Prozent zu und gehörte mit zu den größten Gewinnern. Der Krankenversicherer CIGNA konnte im Auftaktquartal dank höherer Umsatzerlöse einen Gewinnanstieg vorweisen und bestätigte im Anschluss die Gewinnprognose für das laufende Fiskaljahr. Am Ende notierte die Aktie fast 3 Prozent fester.
Die Supermarktkette Great Atlantic & Pacific Tea (A&P) (Great AtlanticPacific Tea) musste angesichts rückläufiger Umsatzerlöse einen höheren Verlust hinnehmen. Dies wurde mit deutlichen Abschlägen von rund 20 Prozent quittiert.
Die Plattenfirma Warner Music Group konnte den Verlust im ersten Quartal deutlich zurückfahren und übertraf dabei die Analystenschätzungen deutlich, was am Ende mit Aufschlägen von mehr als 4,5 Prozent honoriert wurde. Der Kosmetikkonzern Elizabeth Arden konnte den Verlust auf um Einmaleffekte bereinigter Basis verringern und äußerte sich positiv zu den weiteren Aussichten. Am Ende legte die Aktie mit fast 6 Prozent im Plus.
Der Aerospace- und Rüstungskonzern Alliant Techsystems konnte im abgelaufenen Quartal trotz eines leichten Umsatzrückgangs wieder einen Gewinn ausweisen. Am Ende notierte der Wert 0,7 Prozent schwächer.
Der Nahrungsmittelkonzern Sara Lee musste im dritten Quartal bei gleichbleibenden Umsatzerlösen angesichts hoher Einmaleffekte einen Verlust ausweisen, konnte auf bereinigter Basis jedoch die Analystenschätzungen übertreffen. Am Ende gab der Wert rund 3,8 Prozent ab.
Der Kabelnetzbetreiber Cablevision Systems konnte im abgelaufenen Quartal mit einem Gewinnsprung aufwarten. Auch beim Medienkonzern DIRECTV (DIRECTV (A) ) wurde ein kräftiges Ergebnisplus ausgewiesen. Während Titel von Cablevision rund 7 Prozent verloren tendierten Aktien von DIRECTV 0,8 Prozent leichter.
Auch der Einzelhandelssektor stand im Fokus, nachdem zahlreiche Kaufhaus- und Handelsketten die Umsatzzahlen für den abgelaufenen Monat vorgelegt hatten. Stage Stores verzeichnete im April zwar einen Umsatzrückgang, dank besser als erwarteter Margen wurde die Gewinnprognose für das erste Quartal jedoch nach oben revidiert. Der Wert tendiert 2,5 Prozent schwächer. Die Bekleidungskette Urban Outfitters konnte im ersten Quartal mit einem recht deutlichen Umsatzplus aufwarten und dabei die Markterwartungen übertreffen. Am Ende musste der Wert ebenfalls schwächer tendieren und gab 5,6 Prozent ab. (06.05.2010/ac/n/m)