New York (aktiencheck.de AG) - Die Aktien an der Wall Street sind angesichts positiver Konjunkturdaten gut in die neue Handelswoche gestartet. Dabei stützten auch optimistische Kommentare seitens eines Fed-Offiziellen. Demnach werde sich die US-Wirtschaft in 2011 gut entwickeln, und auch hohe Ölpreise würden die Erholung derzeit nicht beeinträchtigen. Der Dow Jones ging mit einem Plus von 0,79 Prozent bei 12.226,34 Punkten in der Nähe seines Tageshochs aus dem Handel. Der S&P 500 verbesserte sich um 0,56 Prozent auf 1.327,22 Punkte. Der NASDAQ Composite schloss mit einem marginalen Plus von 0,04 Prozent bei 2.782,27 Punkten.
Positive Überraschungen brachten die zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten. Wie das US-Handelsministerium heute mitteilte, sind die saisonbereinigten persönlichen Einkommen und Ausgaben im Januar 2011 angewachsen. So erhöhten sich die persönlichen Einkommen um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonatsniveau, während im Vormonat ein Plus von 0,4 Prozent verbucht worden war. Ferner zogen die persönlichen Konsumausgaben um 0,2 Prozent an, nachdem sie im Vormonat um 0,5 (vorläufig: 0,7) Prozent gestiegen waren. Volkswirte hatten im Vorfeld Zuwächse von 0,3 Prozent bei den Einkommen und 0,4 Prozent bei den Konsumausgaben prognostiziert.
Zudem ermittelte die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager für Februar 2011 einen überraschenden Zuwachs beim saisonbereinigten Konjunktur-Index. So lag der Einkaufsmanager-Index bei 71,2 Punkten, nach 68,8 Punkten im Vormonat. Hierbei handelt es sich um den höchsten Stand seit Juli 1988. Volkswirte hatten im Vorfeld nur einen Wert von 67,5 Punkten prognostiziert.
Die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA ging im Januar 2011 nicht so stark zurück wie erwartet. Wie die National Association of Realtors am Montag mitteilte, verringerte sich der entsprechende Index um 2,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Volkswirte von einer Abnahme um 3,2 Prozent ausgegangen waren. Im Dezember 2010 war ein revidiertes Minus von 3,2 (vorläufig: +2,0) Prozent ausgewiesen worden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Zahl um 1,5 Prozent ab.
Quartalszahlen gab es heute von den Energieversorgern AES und Edison International . AES erklärte, dass er im vierten Quartal trotz eines soliden Umsatzwachstums seinen Verlust ausgeweitet hat, was auf Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen verfehlt. Indes musste Edison im vierten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Auch hier wurden die Marktschätzungen verfehlt. Zudem wurde ein schwacher Jahresausblick gegeben. Während Titel von AES um 0,9 Prozent zulegten, zogen Edison um 3,1 Prozent an.
Daneben verbesserten sich Anteilsscheine von Berkshire Hathaway (Berkshire Hathawa a) um 2,8 Prozent. Das Konglomerat des Milliardärs Warren Buffett meldete am Samstag einen Gewinnzuwachs von 43 Prozent im vierten Quartal. Zudem plant Warren Buffett nach eigenen Aussagen demnächst größere Akquisitionen. Dabei verfügt die Investorenlegende derzeit über Barmittel in Höhe von 38 Mrd. US-Dollar.
Neuigkeiten gab es auch von der Übernahmefront. Der amerikanische Real Estate Investment Trust Ventas Inc. kündigte die Übernahme des Konkurrenten Nationwide Health Properties an. Demnach sollen die Aktionäre von Nationwide Health Properties für jeden ihrer Anteilscheine 0,7866 Ventas-Aktien erhalten. Damit wird NHP mit rund 5,8 Mrd. US-Dollar bewertet. Inklusive der übernommenen Verbindlichkeiten beläuft sich der Kaufpreis auf rund 7,4 Mrd. US-Dollar. Die beiden Konzerne haben sich bereits auf den Kaufpreis geeinigt und gehen davon aus, dass die Übernahme im dritten Quartal abgeschlossen werden wird. Nach dem Zusammenschluss sollen die Ventas-Aktionäre 65 Prozent an der neuen Gesellschaft halten, die Anteilseigner von Nationwide Health Properties 35 Prozent. Die beiden Immobilien-Aktiengesellschaften, sogenannte Real Estate Investment Trusts (REIT), haben sich auf Immobilien im Gesundheitswesen spezialisiert. Durch den Zusammenschluss entsteht der größte amerikanische REIT im Bereich des Gesundheitswesens. Während die Aktie von Ventas 3,1 Prozent verlor, machten Papiere von Nationwide Health Properties einen Sprung um 9,7 Prozent nach oben.
Der US-Telekommunikationskonzern AT&T Inc. (AT&T) wird künftig den eBook-Reader Kindle des amerikanischen Onlinehändlers Amazon.com Inc. (Amazoncom) in seinen Läden verkaufen. Ab dem kommenden Sonntag bietet AT&T eine Version zum Preis von 189 US-Dollar an, das sich über das 3G-Netz des US-Konzerns mit dem Internet verbinden kann. Anders als bei Smartphones und Tablet-PCs sind die Käufer nicht verpflichtet, einen Datentarif mit festen monatlichen Kosten abzuschließen. Die Käufer des Kindle können Bücher aus dem Internet herunterladen, die Verbindungskosten übernimmt dabei Amazon.com. Die Aktie AT&T verbesserte sich um 0,9 Prozent, Papiere von Amazon verloren dagegen 2,2 Prozent.
Ein leichtes Plus von 0,2 Prozent verbuchte die Aktie von Juniper Networks Inc. . Die Ratingagentur Standard & Poor's hat für den US-Netzwerkausrüster erstmals eine Ratingeinstufung vorgenommen. Wie die Agentur mitteilte, wurde das Kreditrating auf BBB festgesetzt, der Ausblick für den Technologiekonzern sei stabil. Juniper Networks plant die Emission einer Unternehmensanleihe im Volumen von 1 Mrd. US-Dollar. Die Einstufung reflektiere laut Standard & Poor's die Erwartung eines soliden Umsatzwachstums und einer steigenden Profitabilität, die für eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung sorgen dürften. Darüber hinaus verfüge das Unternehmen über eine starke Liquidität und sei in einer Branche mit wenigen etablierten Wettbewerbern tätig, so die Ratingagentur weiter.
Daneben stand die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone (The Blackstone Group LP) heute im Fokus. Einem Pressebericht vom Wochenende zufolge hat sie vom australischen Shopping-Center-Betreiber Centro Properties (Centro Properties Group) US-Assets im Wert von rund 9,4 Mrd. US-Dollar erworben. Demnach habe der Konzern demnach insgesamt 588 Shopping-Center in den USA übernommen. Im Rahmen des Bieterverfahrens habe Blackstone zwei weitere interessierte Parteien ausgestochen, hieß es. Papiere von Blackstone verbuchten ein Plus von 0,2 Prozent.
Ebenfalls interessant war ein Medienbericht zu JPMorgan (JPMorgan ChaseCo). Laut einer Zeitung plant ein neuer Technologiefonds der US-Bankgesellschaft, bei der Internet Messaging- und Kommunikations-Internetseite Twitter einzusteigen. Demnach will der Digital Growth-Fonds von JPMorgan demnach eine 10 Prozent-Beteiligung an der populären Website für 450 Mio. US-Dollar erwerben. Damit würde man Twitter mit insgesamt 4,5 Mrd. US-Dollar bewerten. Indes will sich der JPMorgan-Fonds auch an anderen privaten Internet-Firmen beteiligen, wie z.B. das Online-Spieleunternehmen Zynga oder das Telefonie-Unternehmen Skype. Darüber hinaus sind Investitionen in sechs andere Unternehmen geplant, darunter möglicherweise die Koupon-Seite LivingSocial oder der Online-Händler Gilt. Die Aktie von JPMorgan ging nahezu unverändert aus dem Handel. (28.02.2011/ac/n/m)