New York (aktiencheck.de AG) - Bei den US-amerikanischen Aktien war am ersten Handelstag der Woche eine klare Abwärtstendenz zu erkennen. Der Dow Jones verlor 0,72 Prozent auf 10.751,27 Punkte, während der NASDAQ Composite 1,11 Prozent auf 2.344,52 Punkte abgab. Der S&P 500 verlor 0,80 Prozent auf 1.137,03 Zähler.
Der Auftragseingang für Industriegüter ist im August 2010 zurückgegangen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um revidiert 1,5 Prozent (vorläufig: -1,3 Prozent) unter dem Vormonatsniveau. Beim Auftragseingang für Industriegüter wurde für den Berichtsmonat ein Minus von 0,5 Prozent ermittelt, während Volkswirte hier ein Minus von 0,4 Prozent erwartet hatten. Daneben ist laut National Association of Realtors die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA im August 2010 angestiegen. So hat sich der entsprechende Index gegenüber dem Vormonat um 4,3 Prozent verbessert, wohingegen Volkswirte im Schnitt einen Anstieg um 1,0 Prozent prognostiziert hatten.
Kräftige Abschläge von 6,5 Prozent musste die Aktie von American Express hinnehmen. Auslöser war die Klage des amerikanischen Justizministeriums vor einem New Yorker Bundesgericht wegen Verstößen gegen das Kartellrecht. Mit den konkurrierenden Kreditkartenanbietern MasterCard und Visa konnten dagegen außergerichtliche Vergleiche getroffen werden. Die Kreditkartenanbieter hatten versucht Einzelhandelsunternehmen Anreize für alternative Zahlungsmittel zu verwehren. Aktien von Visa und MasterCard gaben 0,1 bzw. 0,9 Prozent nach.
Die Aktie des Nahrungsmittelkonzerns Sara Lee wurde mit einem satten Aufschlag von 7,2 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag gehandelt. Das Unternehmen hat einem Medienbericht zufolge eine Übernahmeofferte des Finanzinvestors KKR abgelehnt. So habe KKR vor sechs Wochen eine Übernahmeofferte für Sara Lee vorgelegt, die jedoch vom Board of Directors zurückgewiesen worden sei. Das mögliche Gesamtvolumen der Transaktion wurde mit 12 Mrd. Dollar angegeben. Wie es weiter hieß will Sara Lee nun seine Backwaren-Sparte verkaufen und kalkuliert in diesem Zusammenhang mit einem Verkaufspreis von 1 Mrd. Dollar.
Für Anteile von General Electric (GE) ging es derweil 1,6 Prozent abwärts. GE hat eigenen Angaben zufolge Abkommen im Wert von rund 700 Mio. Dollar zur Bereitstellung von Stromerzeugungs-Equipment und langfristigen Services für ein neues Gaskraftwerk in Saudi-Arabien geschlossen. Das neue Kraftwerk Riyadh PP11 befindet sich rund 80 Kilometer westlich der saudi-arabischen Hauptstadt Riad und wird knapp 1.730 Megawatt Strom in das Netz der Saudi Electricity Company (SEC) einspeisen.
Starke Zugewinne waren bei Microsemi zu beobachten, die 7 Prozent anzogen. Der Chip-Hersteller hat eine Übernahmeofferte an den US-Konkurrenten Actel gerichtet und den Aktionären von Actel 20,88 Dollar je Aktie in bar angeboten. Inklusive der Barmittelbestände von Actel beläuft sich das Gesamtvolumen der Übernahme auf 430 Mio. Dollar. Microsemi erhofft sich durch die Übernahme beträchtliche Synergien sieht den positiven Effekt auf das EPS bei 22 bis 28 Cents im ersten Jahr nach Abschluss der Transaktion. Die Aktien von Actel sprangen daneben um über 30 Prozent nach vorne.
Bei den Anteilen von Chesapeake Energy ist mit -2,3 Prozent ein Abschlag zu verzeichnen. Das Unternehmen hat heute gemeldet, dass bestimmte Produktions-Assets im Barnett Shale (Texas) verkauft wurden. So wurde ein fünfjähriges so genanntes Volumetric Production Payment (VPP), d.h die Erdgas-Produktionsmenge von fünf Jahren, für 1,15 Mrd. Dollar an eine Gesellschaft der britischen Großbank Barclays veräußert. Die Transaktion umfasst rund 390 Milliarden Kubikfuß an gesicherten Reserven im Barnett Shale-Gebiet sowie eine Nettoproduktion von rund 280 Millionen Kubikfuß pro Tag im Jahr 2011. Chesapeake Energy hat seit Dezember 2007 acht solcher VPP-Transaktionen abgeschlossen und damit Erlöse im Gesamtvolumen von rund 4,7 Mrd. Dollar erzielt. (04.10.2010/ac/n/m)