New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen knickten heute nach der Rede des US-Notenbankchefs Bernanke ein und gingen uneinheitlich aus dem Handel. Der Dow Jones bewegte sich zuletzt mit 0,01 Prozent im Plus bei 10.390,11 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor unterdessen 0,22 Prozent auf 2.189,61 Zähler, und der S&P 500 gab 0,25 Prozent auf 1.103,25 Punkte ab.
Der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke erwartet für 2010 ein moderates Wachstum. Bernanke teilte im Rahmen einer Rede vor dem Wirtschaftsclub von Washington mit, dass die US-Wirtschaft nach der schwersten Rezession seit der Großen Depression im Verlauf des letzten Jahres Fortschritte erzielt habe. So seien vermehrt Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung zu beobachten gewesen. Mit Blick auf die weitere Entwicklung sei allerdings eine signifikante Wirtschaftserholung erforderlich, damit sich dies auch deutlich in einer niedrigeren Arbeitslosenquote niederschlagen werde. Für das kommende Jahr sei allerdings eher ein moderates Wachstum zu erwarten, so Bernanke. Obwohl sich die allgemeine Lage in der Finanzbranche verbessert habe, seien die Bedingungen auf dem Kreditmarkt immer noch schwierig. Dies gelte insbesondere für Privathaushalte und Kleinunternehmen.
Das Volumen der US-Verbraucherkredite ist unterdessen im Oktober um 3,51 Mrd. Dollar gesunken. Dies teilte die US-Notenbank Federal Reserve mit. Volkswirte hatten zuvor im Schnitt einen Rückgang um 10 Mrd. Dollar erwartet. Insgesamt sank das Gesamtvolumen der ausstehenden Verbraucherkredite im Oktober um 1,7 Prozent auf 2,482 Billionen Dollar. Der Umfang der Kreditkartenschulden gab derweil um 9,3 Prozent bzw. 6,95 Mrd. Dollar auf 888,1 Mrd. Dollar nach. Das Volumen langfristiger Kredite, wie zum Beispiel für Autokäufe, stieg hingegen im Oktober um 2,6 Prozent bzw. 3,44 Mrd. Dollar auf 1,595 Billionen Dollar an.
Der Technologiekonzern Akamai Technologies hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das vierte Quartal angehoben. Demnach erwartet der Konzern nun Umsatzerlöse von 230 bis 235 Mio. Dollar, nachdem man zuvor Umsätze von 217 bis 224 Mio. Dollar in Aussicht gestellt hatte. Beim um Einmaleffekte bereinigten Gewinn je Aktie rechnet der Technologiekonzern mit einem Ergebnis von 42 bis 43 Cents, nachdem man zuvor ein EPS von 39 bis 41 Cents in Aussicht gestellt hatte. CFO JD Sherman verwies dabei auf die deutlich über Erwartung ausgefallenen ersten beiden Monate des vierten Quartals. Die Aktie von Akamai Technologies legte nach Zahlen knapp 2 Prozent zu.
Das Papier von Intel verlor indes fast ein halbes Prozent an Wert. Der Chip-Produzent hat Presseangaben zufolge seine Pläne für den Grafik-Chip Larrabee zunächst verworfen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, liegt man mit der Entwicklung des Chips hinter dem Zeitplan. Zudem habe Larrabee bisher die eigenen Erwartungen nicht erfüllen können. Laut der Zeitung hatte Intel die erste Larrabee-Version ursprünglich für das Jahr 2009 angekündigt, diesen Termin später jedoch auf 2010 verschieben müssen. Nun wird die erste Larrabee-Ausprägung überhaupt nicht als Produkt vermarktet, lediglich Entwickler sollen als Plattform für Software-Entwicklungen Zugriff darauf erhalten.
Der größte US-Lebensversicherer MetLife hat heute seine Prognosen konkretisiert. Wie der Konzern verkündete, geht man weiterhin für das laufende Fiskaljahr 2009 von einem Konzernergebnis je Aktie vor Einmaleffekten von 2,81 bis 2,86 Dollar aus. Im Geschäftsjahr 2010 erwartet man ein um Einmaleffekte bereinigtes EPS von 4,00 bis 4,40 Dollar und damit einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Dabei kalkuliert der Lebensversicherer neben höheren Kapitalanlagenerträgen auch mit positiven Effekten im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Sparprogramm und den erfolgten Maßnahmen zur Effizienzsteigerungen. Auch bei den Prämieneinnahmen wird 2010 ein kräftiges Plus gegenüber dem Vorjahr erwartet. Das Papier von MetLife konnte infolge der Meldung etwas mehr als 1 Prozent hinzugewinnen.
Der Biotechnologiekonzern Amgen hat sein Aktienrückkaufprogramm kräftig aufgestockt. So hat das Board of Directors den Konzern zum Rückkauf weiterer Aktien im Gesamtwert von 5 Mrd. Dollar ermächtigt. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen für Aktienrückkäufe des Konzerns auf rund 6,2 Mrd. Dollar. Die Amgen-Aktie verlor 0,7 Prozent.
Die Aktie von Celgene bewegte sich geringfügig im Minus. Das Unternehmen kündigte heute die Übernahme von Gloucester Pharmaceuticals an. Demnach werde man für die Akquisition des nicht börsennotierten Unternehmens insgesamt 340 Mio. Dollar in bar ausgeben, zuzüglich weiterer erfolgsabhängiger Meilensteinzahlungen in Höhe von 300 Mio. Dollar in den kommenden Jahren. Gloucester Pharmaceuticals ist auf die Entwicklung neuer innovativer Therapieformen zur Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert. Die Übernahme solle im Laufe des ersten Quartals 2010 abgeschlossen werden, wobei Celgene für das Fiskaljahr 2010 noch von einem neutralen Beitrag zum um Einmaleffekte bereinigten Ergebnis ausgeht. Für das Geschäftsjahr 2011 werde hingegen bereits mit einem positiven Beitrag zum Konzernergebnis gerechnet.
Der Autobauer General Motors (GM) - Motors Liquidation - hat Presseangaben zufolge die Personalberatungsfirma Spencer Stuart mit der Suche nach einem neuen, permanenten CEO betraut. Wie das "Wall Street Journal" am Sonntag berichtete, soll Spencer Stuart demnach einen CEO mit umfassender globaler, Produktions- und Turnaround-Erfahrung finden. Dabei hoffe GM, einen Kandidaten mit Asien-Erfahrung gewinnen zu können, da der Konzern davon ausgehe, im nächsten Jahr mehr Fahrzeuge in Asien als in Nordamerika abzusetzen. GM sei bereit, auch Kandidaten außerhalb der Automobilindustrie in Betracht zu ziehen. Der Anteilschein von GM lag mit 0,8 Prozent im Plus.
Am morgigen Dienstag steht unter anderem die Veröffentlichung des US-amerikanischen ABC-Verbrauchervertrauens für die Vorwoche an.
(07.12.2009/ac/n/m)