New York (aktiencheck.de AG) - Die Indizes an der New Yorker Wall Street rutschten heute tief in die Verlustzone. Die Herabstufung des US-Kreditratings durch Standard & Poor´s belastete die Märkte den ganzen Tag über. Auch die betont optimistischen Äußerungen von US-Präsident Obama sorgten nicht für Entlastung. Seiner Ansicht nach seien die Probleme des Landes lösbar und die Märkte wüssten, dass die USA eigentlich die beste Note "AAA" verdiene. Der Dow Jones rutschte unter die wichtige Marke von 11.000 Punkten und schloss mit einem Minus von 5,55 Prozent bei 10.809,85 Punkten. Der NASDAQ Composite fiel um 6,90 Prozent auf 2.357,69 Zähler. Der S&P 500 gab 6,66 Prozent auf 1.119,46 Punkte.
Bereits am Freitagabend hatte die Rating-Agentur Standard & Poor´s das Kreditrating der USA von der Bestnote "AAA" auf "AA+" abgesenkt. Der langfristige Ausblick wurde mit "negativ" eingestuft. Begründet wurde diese Entscheidung mit der weiter steigenden Staatsverschuldung der USA nach der Anhebung der Verschuldungsgrenze von zuletzt 14,3 auf mehr als 17 Bio. US-Dollar in den kommenden Jahren. Die Agentur kritisierte zudem die beschlossenen Ausgabenkürzungen und Einsparungen in Höhe von insgesamt 2,4 Bio. US-Dollar in den kommenden zehn Jahren. Diese gingen nicht weit genug. Selbst wenn die angestrebten Einsparungen vollständig umgesetzt werden sollten, dürfte die Staatsverschuldung in den USA in den kommenden Jahren weiter zulegen, erklärte S&P.
Nach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit hat die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Montag ihre Einschätzung zu den beiden Hypothekenanbietern Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) und Federal Home Loan Mortgage Corp. (Freddie Mac) überdacht. Dies berichtet das "Handelsblatt" in seiner Online-Ausgabe. Demnach wurde die Bonität von der Bestnote "AAA" auf "AA+" herabgestuft. Die Zeitung erklärte, dass auch die Ratings anderer Behörden gesenkt wurden, die mit langfristigen Krediten der US-Regierung in Verbindung stehen. Die Aktie von Fannie Mae notierte abschließend mit einem Minus von 14,6 Prozent. Der Anteilsschein von Freddie Mac gab 14,9 Prozent ab.
Die Bank of America brach um 20,3 Prozent ein. Schuld daran war nicht allein die schlechte Marktstimmung infolge der Rating-Abstufung der USA. Vielmehr belasteten Berichte, dass die Bank einer Milliardenklage gegenübersteht. Demnach will der Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) (American International Group (AIG)) die Bank of America auf Schadenersatz von mehr als 10 Mrd. US-Dollar verklagen. Den Berichten zufolge wirft AIG der Bank Betrug bei Immobilienkrediten vor.
Aktien von McDonald`s (McDonalds) verschlechterten sich um 3,5 Prozent. Die Schnellrestaurantkette konnte im Juli einen klaren Anstieg bei den vergleichbaren Filialumsätzen erzielen. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. So erhöhten sich die Same-Store Sales gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,1 Prozent. Analysten waren im Vorfeld von einem Zuwachs von 4,4 Prozent ausgegangen.
General Electric (General Electric (GE)) gab bekannt, dass man drei weitere Company Officers bestellt habe. Dabei handelt es sich um Anthony J. Aiello, der zum Vice President Assembly, Test & Overhaul von GE Aviation berufen wurde. Daneben wurde Alan C. Caslavka zum Vice President, Avionics Systems von GE Aviation Systems bestellt. Schließlich übernimmt Kieran P. Murphy die Funktion des President und CEO, Life Sciences bei GE Healthcare. Der Anteilsschein notierte abschließend mit einem Minus von 6,5 Prozent.
Die Aktie von Tyson Foods verbuchte abschließend ein Minus von 3,9 Prozent. Der Nahrungsmittelkonzern musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Zwar lag der Umsatz mit 8,25 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 7,44 Mrd. US-Dollar. Beim Nettogewinn wurde aber ein Rückgang auf 196 Mio. US-Dollar bzw. 51 Cents je Aktie ausgewiesen, nach zuvor 248 Mio. US-Dollar. Das Ergebnis beinhaltet dabei positive Einmaleffekte in Höhe von 5 Cents je Aktie. Insgesamt hat man den Angaben zufolge unter den höheren Futtermittelpreisen zu leiden gehabt.
Um 22,6 Prozent brach Quicksilver Resources ein. Der Öl- und Erdgaskonzern hat im zweiten Quartal wegen eines Asset-Verkaufs einen Gewinnanstieg verzeichnet. Auf um Einmaleffekte bereinigter Basis konnten die Analystenschätzungen übertroffen werden. Die Papiere des unabhängigen Stromerzeugers Dynegy verloren bis Handelsende 11 Prozent an Wert. Das Unternehmen hat seinen Verlust im zweiten Quartal reduziert und profitierte dabei von geringeren Mark-to-Market-Verlusten.
Die Dollar Thrifty Automotive Group musste einen Abschlag von 12,8 Prozent hinnehmen. Der Autovermieter konnte im zweiten Quartal zwar mit einem leichten Gewinnanstieg aufwarten, verfehlte aber die Erwartungen der Analysten. Daneben steigerte U.S. Cellular (United States Cellular) im zweiten Quartal seinen Gewinn deutlich und übertraf die Analystenerwartungen klar. Der Titel gab trotzdem 9,1 Prozent ab. (08.08.2011/ac/n/m)