New York (aktiencheck.de AG) - Die Abstufung Griechenlands durch Fitch und die Sorgen um die Zukunft des hochverschuldeten Landes drückten am Freitag auch an der Wall Street auf die Anlegerstimmung. Nach einer zwischenzeitlichen Aufholjagd schlossen die Indizes letztlich doch deutlich schwächer. Der Dow Jones gab um 0,74 Prozent auf 12.512,04 Punkte nach. Der S&P 500 fiel um 0,77 Prozent auf 1.333,27 Zähler. Der NASDAQ Composite verlor 0,71 Prozent auf 2.803,32 Punkte.
Im Blickpunkt stand auch heute das Online-Netzwerk LinkedIn (LinkedIn a). Dessen furioser Börsenstart schürt unter den Anlegern die Angst vor einer neuen Internet-Blase. Nachdem sich der Kurs am ersten Handelstag bereits mehr als verdoppelt hatte, legte die Aktie von LinkedIn in der Spitze erneut um fast 14 Prozent zu, schloss aber mit einem Abschlag von 1,0 Prozent. Die Aktie des Business-Netzwerks konnte am Vortag bereits zu Handelsbeginn den Ausgabepreis deutlich übersteigen und kletterte im Handelsverlauf weiter. Am Mittwoch nach US-Börsenschluss war der Ausgabepreis mit 45,00 US-Dollar festgelegt worden. Der Kurs lag gestern zu Handelsbeginn dann bereits bei 83,00 US-Dollar und stieg im Tagesverlauf bis auf ein Hoch bei 122,70 US-Dollar. Am Ende ging das Papier am Donnerstag bei 94,25 US-Dollar aus dem Handel.
Die Aktie des US-Technologiekonzerns Salesforce.com Inc. (Salesforcecom) machte nach der Zahlenvorlage einen Sprung um 8,0 Prozent nach oben. Der auf Enterprise Cloud Computing spezialisierte Software-Konzern konnte mit seinen Ergebnissen des ersten Quartals die Erwartungen der Analysten übertreffen. Demnach stieg der Umsatz um 34 Prozent auf 504,4 Mio. US-Dollar. Salesforce erzielte einen Nettogewinn von 530.000 US-Dollar und wies beim Gewinn je Aktie eine schwarze Null aus. Im Vorjahresquartal hatte man einen Nettogewinn von 17,7 Mio. US-Dollar bzw. 13 Cents je Aktie erzielt. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich im Berichtszeitraum auf 28 Cents. Analysten hatten zuvor ein EPS von 27 Cents bei Umsatzerlösen von 482,5 Mio. US-Dollar erwartet.
Gestern nach Börsenschluss öffneten noch andere Unternehmen ihre Bücher. Brocade (ISIN US1116211087/ WKN 922590) rückten um 6,5 Prozent vor. Der Netzwerkausrüster steigerte im zweiten Fiskalquartal 2011/12 Umsatz und Gewinn. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen.
Indes verschlechterten sich Autodesk um 4,6 Prozent. Der Hersteller der Design-Software AutoCAD hat seinen Gewinn im ersten Fiskalquartal 2011/12 um 88 Prozent erhöht und profitierte dabei von einem Umsatzwachstum in sämtlichen Geschäftsbereichen. Die Erwartungen wurden übertroffen.
Die Papiere von Gap brachen nach den Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2011/12 um 17,5 Prozent ein. Aufgrund der Auswirkungen des Japan-Bebens musste ein Umsatzrückgang und ein Gewinneinbruch verzeichnet werden. Die Erwartungen der Analysten wurden zwar übertroffen. Der gesenkte Ausblick enttäuschte jedoch.
Dagegen sprinteten die Aktien des Einzelhändlers für Sportschuhe und -bekleidung Foot Locker um 12,8 Prozent vor. Das Unternehmen konnte seinen Gewinn im ersten Fiskalquartal 2011/12 aufgrund höherer Umsätze fast verdoppeln. Die Erwartungen wurden geschlagen.
Intuit (Intuit) verbilligten sich um 1,7 Prozent, nachdem das Unternehmen im dritten Quartal mit einem deutlichen Ergebnisplus aufwarten konnte.
Barnes & Noble (BarnesNoble) schossen um 29,9 Prozent nach oben. Der vom US-Milliardär John Mallone kontrollierte Medienkonzern Liberty Media will den Buchhändler übernehmen. So hat Barnes & Noble von Liberty Media eine Übernahmeofferte in Höhe von 17,00 US-Dollar je Aktie in bar erhalten. Das vom Board of Directors von Barnes & Noble zusammengestellte Special Committee wird die Übernahmeofferte gemeinsam mit seinen Beratern prüfen.
Der amerikanische Filterhersteller Donaldson Co. Inc. konnte im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres dank höherer Umsätze einen deutlichen Gewinnanstieg verbuchen und hob seine Prognose an. Für das Gesamtjahr erwartet Donaldson nun einen Gewinn im Bereich von 2,76 bis 2,78 US-Dollar und einen Konzernumsatz von rund 2,3 Mrd. US-Dollar. Bislang hatte das Unternehmen ein EPS von 2,57 bis 2,77 US-Dollar bei Erlösen von 2,2 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Die Aktie schloss dennoch mit einem Minus von 1,2 Prozent.
Ann (ANN) verschlechterten sich um 3,7 Prozent. Die Einzelhandelskette präsentierte am Freitag die Geschäftszahlen für das erste Quartal und konnte dabei einen Umsatz- und Ergebnisanstieg ausweisen. Die Schätzungen der Analysten wurden dabei übertroffen. Für das zweite Quartal geht der Konzern von einem EPS aus, das "leicht über" der durchschnittlichen Analystenschätzung liegt. (20.05.2011/ac/n/m)